Optionshandel mit einem 10.000€ Echtgeldkonto
"Bei einem Echtgeldkonto bei IB würde im Fall von stark steigenden Kursen die Marginanforderung für den SC steigen und die Position irgendwann bei "Mangelnder Deckung" zwangsliqiudiert"---->Dient dem Anlegerschutz. Per Verfall ist ja schließlich auch kein Geld auf dem Konto für das Assignement
"Obwohl Deckung durch den LC vorhanden ist."---->falsch
"Dieses Scenario Verfall am BE ist für die PMCC Kombi ein sehr schönes"----->falsch.Dies ist ein Bear-Call-Price Spread mit eingebautem TimeSpread und kein PMCC
"Irgendwo muss doch der Haken noch sein, sonst würden ja auch alle Banken, Finanzdienstleister damit stetige Renditen erwirtschaften, oder?"---->Bei den oben aufgelisteten Position ist man Gamma NetShort. Dies stellt ein ungehedgetes Risiko dar welches eine Bank hedged. Dies wird hier nicht getan
"Das Gesamtrisiko ist immer kleiner, da die beiden Pärchen eine Korrelation von -1 haben."---->falsch.
"LC/SC eignen sich aus meiner Sicht genau so gut wie LP/SP. Wahrscheinlich kann man auf der Short Seite höhere Gewinne einnehmen, wenn man in beide Richtungen die PMCCs verkauft.
Ich selber bin seit jeher auf steigende Märkte ausgerichtet und habe mich mit den fallenden Märkten noch nicht so sehr beschäftigt. Das Thema auf beiden Seiten PMCCs zu verkaufen ist auf jeden Fall eine spannende Sache."
--->falsch. Das sind zwei vertikale Spreads und keine PMCC, diese Optionsstrategie ist für den derzeitigen Markt alles andere als vorteilhaft. Davon abgesehen wird die hier allgemein als PMCC vorgestellte Strategie in Erwartung fallender Kurse eingesetzt. Bei steigenden Märkten macht man mit dieser Strategie Minus. Es sollte offensichtlich sein warum dem so ist. Warum macht man das wenn man "seit jeher auf steigende Märkte ausgerichtet" ist???
"Szenario 3 Steigende Kurse Moderate Kurssteigerungen sind das Lieblingsszenario für diese Strategie. Wenn der Kurs bis an den BE(SC) läuft, dann ist in diesem Monat Short kein Geld verdient worden. Auf der Long Seite sind Gewinne angelaufen. Im Folgemonat kann der neue SC @BE(SC alt) geschrieben werden und so maximaler Zeitwert verkauft werden."---->Falsch. dies ist das denkbar ungünstigste Szenario für diese Strategie.
"Wenn ich so eine Position eröffne, dann möchte ich jeden Monat Short Positionen verkaufen. Da muss ich den Markt nehmen, so wie er kommt."---->nicht im Ernst oder? Wenn man Options schreibt/kauft sollte man mal auf die implizierte Vola schauen und wie die Volakurve verläuft. Könnte man hier zum Beispiel mal bei den LongCalls machen. Alle hier gezeigten Positionen scheinen ohne derartige Betrachtungen eingegangen worden zu sein.
In dem Beispiel der real gehandelten DAX Optionen SC FEB16@9.100 und LC DEC17@9.400 haben wir eine Lücke von 300 Punkten. Hätte der LC eine Laufzeit auch bis FEB16, dann hätte dieses Gap ein Risiko von 300 Punkten. Steigt der DAX bis Verfall auf 12.000 Punkte, ist dieser case worst genug ;-), dann verliert der SC 2.900 Punkte und der LC gewinnt 2.600 Punkte. Verlust 300 Punkte. Der DAX kann auch auf 20.000 Punkte steigen. Am maximalen Verlust von 300 Punkten bleibt es.
Nun hat der LC aber noch eine RLZ von 22 Monaten. Steigt jetzt der DAX auf 12.000 Punkte und der SC verliert wieder 2.900 Punkte. Der LC DEC17 Steht bei ca. 3.000 Punkten und gewinnt ca. 2.000 Punkte. Ist hier doch ein höherer Gesamtverlust möglich?
Theoretisch nein, praktisch ja. Wenn so ein Szenario eintritt und beide Positionen liquidiert werden, dann haben wir ein Delta von 900 Punkten. Wie ist dieses Delta zusammengekommen. Als wir den LC nahe ATM gekauft haben, haben wir ca. 1.000 Punkte ZW gekauft. Jetzt nach dem Anstieg auf 12.000 Punkte ist der LC 2.600 Punkte ITM. Und siehe da, hier haben wir wieder das 300 Punkte Gap.
Sollte so ein Scenario wirklich eintreten, dann wird der SC auf den nächsten Monat gerollt. Kauf close zu 2.900 Punkten und Verkauf open zu ca. 2.920 Punkten. Eine Short Option so weit aus dem Geld hat einen vernachlässigbaren Zeitwert. Mit SC kann hier kein Geld durch Zeitwert verdient werden. Angesagt ist in dieser Situation der Verkauf eines SP weiter aus dem Geld. Dieser SP ist gegen fallende Kurse durch den SC weit im Geld gedeckt.
Man sieht, das alles nicht ganz so einfach ist.
Ob sie auch bei PaperTrading-Accounts sich die Mühe machen? Keine Ahnung.
Ich hätte da eine frage im Zusammenhang mit der implied Volatility
Kannst du mir sagen, ob und falls ja, wie man diese Infos hier im Optionstrading einsetzen kann: http://vixcentral.com/
Die Seite gammelt schon eine gefühlte Ewigkeit in meinen Lesezeichen, aber ich weis nicht mehr warum und was ich damit anfangen kann.
Oder ist es zu weit her geholt?
>>diese kann man ebenfalls verwenden.
Das ist gemein.
Lass mich nicht dumm sterben.
:-)))
3-Monats Calls oder Puts?
Beim S&P 500 überwiegend Puts.
Bei den Commodities sowohl als auch.
Aber spielt es denn eine Rolle? Wenn die IV nach dem Verkauf der Option abfällt, wäre es doch für alle Shorts (ob nun Calls oder Puts) vom Vorteil, oder nicht?
Ja ist es. Wenn du bist zum Settlement/Assignement hältst sind Veränderungen in der Vola auch vernachlässigbar. Hauptsache du hast bei hoher Vola verkauft:-)
In obigen Trades wird ja gerollt. Da einen long Call bei hoher Vola heute zu kaufen und gegebenfalls short calls in 6 Monaten bei niedriger Vola zu schreiben verändert deinen pay-off.
Wenn du commodities handelst solltest du dich unbedingt mal mit Contango auseinandersetzen, gerade bei Öl
Mir ist jetzt nicht bewusst, das ich behauptet habe es gebe kein Risiko. Ich sprach von begrenztem Risiko.
Die Marginanforderung und Zwangsliquidierung sehe ich etwas anders, als Du. Für mich ist der LC DEC17@9.400 hinreichend gut als Dechung für einen SC FEB16@9.100. Aber das ist mein Problem ;-)
Betrachten wir nochmals die Kombi im Detail.
open SC ODAX FEB16 9.100 @171,70
open LC ODAX DEC17 9.400 @1.067,70
Bei einem DAX von derzeit ca. 9.230 notieren die Optionen folgendermassen
SC ODAX FEB16 9.100 @210 - Verlust 38,30
LC ODAX DEC17 9.400 @1.165 - Gewinn 97,30
Warum zum Teufel sollte der SC zwangsliquidiert werden? Für mich ist der SC gedeckt. Ich könnte die Position jetzt komplett schliessen und hätte sogar noch ein Plus gemacht, obwohl der DAX gestiegen ist und der SC verloren hat. Genau aus diesem Grund wird Consors keine Margin verlangt. Hätte dies Position ein Risiko, dann würde dafür eine Margin verlangt werden.
>>Contango auseinandersetzen, gerade bei Öl
Auch wenn ich NUR Options-Selling im OTM-Bereich betreibe??
Ich habe mir schon mal überlegt als Counterpart zu Options-Selling im Umfeld hoher Volatilität auch einen Handelsansatz mit ATM-Long-Optionen im Umfeld sterbender Volatilität speziell in sehr saisonal gesteuerten Agrar-Commodities zu entwickeln. Wahrscheinlich wär dann diese Contango-Geschichte des jeweiligen Futures dann eher von Bedeutung?
>>Warum zum Teufel sollte der SC zwangsliquidiert werden?
Der LC kann zwangsliquidiert werden, dieser ist nämlich ungedeckt, dass wird hier von dir nicht bedacht. Die trades in Options auf Einzelwerten die du vorgestellt hattest, haben einen Value von ca. 86000€ wenn ich mich nicht verrechnet habe. Diese werden von deinen 10000€ offensichtlich nicht gedeckt. IB sagt bis 40k ist ok, weil die dir für das Assignement einen Kredit einräumen. Wenn dein LC nun aufgrund von nicht erfüllten Marginanforderungen liquidiert wird, sind deine SC auch nicht mehr gedeckt und du hast ein theoretisch unendliches Verlustpotential. Dies würde erst zur Liquidierung der SC führen.
>>Auch wenn ich NUR Options-Selling im OTM-Bereich betreibe??
Die Options werden auf den Future gepreist von daher macht es Sinn da schon draufzugucken. Contango ist im commodities Bereich super wichtig. Allgemein würde ich von commodities aber eher absehen. Super komplexer Markt.
Dass ein Strangle auf ein Underlying bei IB geringere Margin-Anforderung hat als zwei ungedeckte Short Calls oder Short Puts, steht doch außer Frage.
hier kannste mal schauen. da ist für jede Strategie die Berechnung für die Margin angegeben. Wie Consors das macht weiß ich nicht. Auf deren Seite steht auch nix dazu(warum wohl.hahaha). Im kleingedruckten behalten die sich natürlich die selben Rechte vor bezüglich Zwangsliquidierung, sagen aber nicht wann dies gemacht wird. unseriös. Bei IB weißt du wo deine Risikogrenze ist, und das dient ja auch zum eigenen Schutz.
Der LC kann zwangsliquidiert werden, dieser ist nämlich ungedeckt, dass wird hier von dir nicht bedacht.
Eine Long Option ist per Definition immer gedeckt. Man kauft einen LC und bezahlt dafür die Stillhalterprämie. Das Risiko für die Bank ist bei LC gleich Null, da der maximal mögliche Verlust bereits bezahlt wurde.
Ob ein LC als Deckung, oder Netting für den SC gilt ist für mich nicht relevant. Ein ITM LC baut bei Kurssteigerungen genau so viel Inneren Wert auf, wie die entsprechende Aktie an Kursgewinnen erzeugt. Aus diesem Grund deckt für mich ein LC den SC.
Fällt die Margin unter 100% bekommt man einen Margincall und muss intraday reagieren um mindestens auf die 125% mit 3 Tagesfrist bzw. 150% zu kommen.
Fällt die Margin unter 125% bekommt man einen Margincall und muss intraday reagieren um mindestens auf die 125% mit 3 Tagesfrist bzw. 150% zu kommen.
Bei EON habe ich einen Reparaturtrade plaziert. Ich habe den SC MAR16 8,00 auf MAR16 8,50 grollt und 360€ Prämie dafür bezhlt. Bei einem Heutigen Kurs von 9,10 war der SC schon weiter im Geld und hat dadurch von den ursprünglichen 0,64€ Zeitwert ca. die Hälfte abgebaut. Die Marginforderung für die EON Kombi hat sich durch das Rollen von 600€ auf ca. 50€ reduziert.