Ökonomen streiten über Verteilungsfrage
Seite 733 von 7962 Neuester Beitrag: 29.08.25 18:55 | ||||
Eröffnet am: | 04.11.12 14:16 | von: permanent | Anzahl Beiträge: | 200.035 |
Neuester Beitrag: | 29.08.25 18:55 | von: Katzenpirat | Leser gesamt: | 42.210.428 |
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"Der Übersicht halber" (Schubladen-Denken) wird der News-Flow nur noch nach Reizwörter abgescannt, die zu den eigenen Vorurteilen passen. Ein bisschen googeln unter diesen Reizwörtern fördert Artikel zutage, die man selber nur angelesen (und oft missverstanden) hat, die aber gleichwohl als "Beweis" für die eigenen Vorurteile herhalten müssen und verlinkt ins Forum gestellt werden. So kann man fremde Autoritäten vorschieben, die das eigene Wahn- und Weltbild scheinbar bestätigen.
Der damit aufs Korn genommene "Forumsgegner" liest den verlinkten Artikel ebenso obeflächlich wie derjenige, der ihn gepostet hatte. Er veranstaltet nun seinerseits einen dreisekündigen Reizwort-Scan, der teils neue, möglichst emotional aufgeladene (= streittechnisch hochwertige) Reizwörter herausfischt. Nach diesen wird nun ebenfalls gegoogelt, was zum Posten von "Gegenbeweisartikeln" führt, die ebenfalls weder der Postende noch der Adressat gründlich lesen.
Die einzige Konstante in diesem Spiel sind die in Stein gemeißelten eigenen Vorurteile und die Profilierungs-Sucht, im Netz nach Autoritäten (inkl. Journalisten) zu fahnden, die diese Vorurteile bestätigen sollen.
Und wenn was partout nicht passt, bleibt immer noch die Möglichkeit, den Artikel oder das Beweismittel der Gegenseite als "Fake" zu deklassieren. Das zieht immer. Man unterstellt spontan, die Beweisvideos wären Fakes (nachdem man die ersten 5 Sekunden davon angesehen hat) - und zwar ganz einfach deshalb, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.
Der gesamte Diskurs bringt für alle Beteiligten nur äußerst begrenzten, um nicht zu sagen beschränkten Erkenntnisgewinn. Das Ganze ist eine Mischung aus Freizeitbeschäftigung, Vorurteilsbestätigung und multimedialer Triebabfuhr. Je deftiger geschimpft wird, desto "entschiedener" scheinen die Pöbler für ihre Positionen einzutreten. Gebell (Bellezismus) ersetzt Sachargumente und täuscht Engagement in der Sache vor, obwohl sich hier nur eigene Psycho-Defekte krank- und wahnhaft Luft machen.
Am Ende des Tages könnten die Postenden abgekämpft, aber befriedigt ins Bett gehen, weil sie vor sich und der Welt ihre Ideologie "erfolgreich" über die Runden gerettet und ihren "Feinden" heimgeleuchtet haben. Mögen es auch nur erbärmliche Pyrrhus-Siege sein, so schafft es doch eine Form der Ersatzbefriedigung für das, was einem in der "Welt da draußen" - an gelebter Intenstität - fortlaufend und zunehmend entgeht und entgleitet. Übrig bleiben auf der Ariva-Festplatte für die Ewigkeit gespeicherte Armutszeugnisse - der Daten- und Info-Müll von Leuten, die in der Realität meist mental und psychisch erbärmlich schwach aufgestellt sind, so dass sie es nötig haben, hier den harten Macker rauszukehren.
Ukraine's interior minister, Arsen Avakov, said on his Facebook page that 20 separatists had been killed and four captured, during an operation to free the police station from "terrorists".Locals in Mariupol had a different version, claiming the police had crossed to the side of the separatists, and both had been attacked by the army.....
http://www.theguardian.com/world/2014/may/09/...-victory-day-mariupol
Braucht es Videoclips für die Verbrechen der sogenannten Nationalgarde und des Rechten Sektors in der Ost- und Südukraine? Man kann sich auch einfache Fragen stellen:
- Wer leitet die "Nationalgarde" und bestimmt ihre Zusammensetzung?
- Wer ist Rechter Sektor und wer transportiert ihn in die Ost- und Südukraine und wer verpflegt ihn?
- Was will und vorallem was kann man mit diesem kriegerischen Einsatz erreichen? Was ist das wirkliche Ziel?
Mit der klassischen Armee war der Krieg gegen die eigene Bevölkerung nicht führbar. Dort saßen z.T. seit Jahren junge Menschen aus allen ethnischen Gruppen aus der Ukraine zusammen und sahen es nicht ein auf die eigene Bevölkerung zu schießen. Deshalb läuft momentan ja auch noch eine zusätzliche Filterung der Zusammensetzung.
Kiew zeigt bis heute kein Wille zu einer Verhandlungslösung zu kommen in der die Regionen bundesstaatlich organisiert sind. Es sollen die Minderheiten untergebuttert werden, notfalls mit Waffengewalt, wie man jetzt schön beobachten kann. Dazu braucht es nicht mal Handy-Clips. Ein Ziel war und ist, die Russen zum Einmarsch zu bewegen. Wir lassen uns also von Faschotruppen aus Kiew in eine Sanktionsspirale hineinziehen, unter der wir selbst noch stark leiden werden. Die Russen werden allerdings nicht einmarschieren. Es sind schon viele Menschen aus der ukrainischen Armee übergelaufen, die gesamte Waffenproduktion, Ausnahnme Kleinkaliber, findet in der Ostukraine statt. Es braucht also nur ausreichend Greueltaten der Faschos und die gesamte Bevölkerung solidarisiert sich mit der unabhängigen Republik Neurussland. Dabei ging es der Mehrheit in Wirklichkeit nur um mehr Autonomie. Nach 10000-senden Toten später wird man sich trotzdem an einen Tisch setzen müssen und neue Grenzen zwischen den verschieden Ukraine aushandeln müssen. Dabei wäre vor einigen Wochen ein Kompromiss auf einen Status Bundesrepublik noch problemlos möglich gewesen. Eventuell wird es auch noch so schlimm, dass der Westen Russland um Hilfe rufen muss um das Blutvergießen einzudämmen. Die Unruhen werden bei dem jetzigen Vorgehen nämlich nicht auf die Ost-Ukraine beschränkt werden. Schaut man die Bevölkerung im Großraum Kiew an ist es auch dort nur eine Frage der Zeit.
Dieser Ansatz ist hier leider nicht die Regel und wird nur von wenigen verfolgt. Die wenigen "Rosinen" aber machen den Thread immer noch lesenswert.
Otto von Bismarck
Tja, Otto---Bluff hat auch 2014 mal wieder Hochkonjunktur.
Auf beiden Seiten.
Putin war auf der Krim zum Jahrestag des Sieges über die Nazis. Das wird von den westlichen Medien zum Brandbeschleuniger hochgepusht.
Habt ihr sie noch alle???
Kohl war auch öfters in der DDR, als die Menschen zum Westen wollten.
Bis zum vorigen Jahr feierte auch die Ukraine auf der Krim die Rückeroberung der Halbinsel als Basis für die ruhmreiche Sowjetmarine.
Natürlich sind diese großen vaterländischen Siegesfeiern grotesk. Bekanntlich hatten Stalin und Hitler zuvor brüderlich die Polen geschluckt....
Der Westen und damit sein strategisches Instrument vertrauen wider der historischen und empirischen Erfahrung dem eigenen Narrativ, nach dem die Legitimität eines Regimes mit dessen westlichen Support steht und fällt. Dem nach sollte niemand ernsthaft Legitimität bestreiten, soweit und solange dieser Support bereitgestellt wird - ausgenommen einige wenige, von aussen gesteuerte Böswillige, die es mit leichter Hand auszuknipsen gilt...
Eben deshalb, aufgrund der Starrheit des eigenen Ressentiments, ist es dem Westen nicht möglich, die inversen Konsequenzen des eigenen Geoengagements zu antizipieren, Und eben weil er dies nicht kann, treten diese Konsequenzen regelmässig 'überraschend' ein. Aufgabe eines kritischen Denkens, einer kritischen Presse wäre es, diesen Nexus zwischen ressentimentgetriebenen Narrativ und inverser Konsequenz in der Wirklichkeit offenzulegen und damit die Narrative selbst zu dekonstruieren. Das Gegenteil ist jedoch bekanntlich der Fall, das amtliche Ressentiment wird vielmehr ums eigene ergänzt und alle gemeinsam rasen gegen die Wand...
Was mit fehlte war der Selbstbezug, der Schlusssatz "Auch ich bin schuldig im Sinne meiner Anklage - Asche auf mein Haupt". Denn du bist hier neben dai einer der schlimmsten Demagogen im Thread.
Solange du also nicht von dir selbst lernst, werden wir uns weiter im Kreise drehen. Die Historiker werden dann in 10-20 Jahren wissen, welche Meinung die historisch richtige war. Wobei das natürlich nicht absolut gilt, denn die Geschichte schreibt immer der Sieger.
Da ich schon heute weiß wer - Obama oder Putin - in 10 Jahren als Sieger dieses Konfliktes gelten wird, vertrete ich die - historisch - richtige Position. ;-)
Kommentare der Zuschauer "Ich bin glücklich dass unser Territorium gewachsen ist." usw. steuern den Abscheu noch mehr.
Anderseits muss man sehen, dass sowas russiches Kulturgut ist und so eben akzeptieren. Auch manche US-Parade in Washington wirkt auf uns befremdlich, wenn auch nicht so martialisch wie die russische.
Unterm Strich war eben die Parade auf der Krim diplomatisch extrem ungeschickt. Die zur Schau gestellt Glücklichkeit der Russen wirkt sicher sehr demütigend auf die Verlierer dieses "Krieges ohne einen Schuss", also die Ukrainer. Deeskalation sihet anders aus.
Sie wollen auch im Osten nicht von der russischen Armee befreit werden. Als Kolonie Moskaus hat man nämlich Erfahrung. Sie sind unzufrieden mit den Verhältnissen in Ukraine. Der postsowjetische Staatsaufbau ist immer noch zentralistisch und beruht ganz auf der polizeilich-militärischen Gewalt und Staatsmedien. Genau das gleiche bekäme man von Moskau, nur eben noch viel martialischer, mit noch viel weniger Mitsprache und Demokratie-Perspektiven.
Selbst Lockungen mit höheren Lebensstandard durch die Teilhabe am Gas-Ölreichtum, russische Handelsblockaden und ein Propagandafeuerwerk haben bisher nicht ausgereicht, die Leute von Neurussland zu überzeugen. Sie leben in Ukraine, genau dort, wo Stalin die Millionen von ihren Höfen enteigneten ukrainischen Bauern verhungern ließ, auch das weiß dort jeder.
Die tatsächliche Autonomie der Provinzen ist ist in Ukraine gewaltig viel höher als etwa in einem Neurussland, das wäre eine reine russische Kolonie, Die Zentralregierung hat wenig durchgreifende Macht, besonders die neue, sie kann ggf. noch nicht einmal ihre Behörden schützen, und vor Ort herrschen ohnehin regionale Oligarchen und Unternehmer, Politnetze, Kirchen, verselbständigte Staatsapparate. Ukraine hat sich regional zersetzt.
Diese regionale und strukturelle Zersetzung kann nur durch demokratische Verfahren überwunden werden. Erfahrung gibt es dafür kaum, denn die sowjetische Zeit kannte nur ultrazentralistische Gewalt und Entmündigung. Ultranationalisten und Faschisten knüpfen daran an und wollen diese totale Gewalt selbst übernehmen und ausüben.
Diese faschistische Gefahr existiert in Ukraine, allerdings stehen ihr mächtige Gegner gegenüber:
1. die Provinzen, die eine Ultranationalismus-Diktatur ablehnen
2. die Demokratie, die als Alternative in den Köpfen zunehmend Gestalt gewinnt
3. das sowjetische Gewissen der Völkerverständigung
4. die weitreichenden Erfahrungen mit der sowjetischen Diktatur
5. die Erfahrungen der Millionen Arbeitsmigranten im Westen
6. die ökonomische Ruin durch Sanktionen des Westens und Russlands
7. die sichere russische Invasion im Fall der Etablierung eines Faschismus
Ukraine kann nur den demokratischen Weg gehen. Der wird schwierig sein, denn er ist in der Region neu. Polen und andere religiös-kulturell homogenere, kleinere und weniger mit Russland involvierte Länder sind dafür kein ausreichendes Modell. Russland wird von diesem Weg indirekt betroffen sein und sich selbst darin spiegeln.
Propaganda ist die Vorstufe von Krieg, schön wenn es dabei bleiben würde.
ave
Schlagzeile wert das ist wohl zu alltäglich:
Grünen-Politiker "sehr zerknirscht"Hofreiter hinterzog Steuern für Zweitwohnsitz
Ein Zeitungsbericht bringt den Fraktionschef der Grünen, Hofreiter, in die Bredouille: Er hat über Jahre keine Steuern für seine Wohnung in Berlin bezahlt. Der Politiker spricht von einem Fehler, den er bedauere - und bereits ausgebügelt habe.
Die Vorfälle in der Ukraine sind nur ein Vorgeschmack dessen, was die USA noch mit Russland vor hat.
"Aufgabe eines kritischen Denkens, einer kritischen Presse wäre es, diesen Nexus zwischen ressentimentgetriebenen Narrativ und inverser Konsequenz in der Wirklichkeit offenzulegen und damit die Narrative selbst zu dekonstruieren."
Übersetzung A.L.:
"Kritische Beobachter und Journalisten hätten genauer herausarbeiten müssen, wie stark sich die von politischer Voreingenommenheit gefärbten Erklärungen westlicher Obrigkeiten von der öffentlichen Wahrnehmung unterscheiden, um den sich dahinter verbergenden Interessenkonflikt klarer zu verdeutlichen."
Im Sozialismus wird erst verstaatlicht und dann ruiniert.
Im Kapitalismus wird erst ruiniert und dann verstaatlicht.
Wer hätte gedacht, dass das Internet nicht die Pressefreiheit abschafft, sondern sie mittels wirtschaftlicher Unabhängigkeit befördert?
Ich bin mal gespannt, wann die "kritischen" (ich nenn es Putinhörigen) Leser dem AfD-Modell folgen und einfach eine eigene Online-Zeitung gründen.
Die ethnische Diskiminierung nimmt seinen Lauf, nun legimiert durch die fehlende russische Staatsbürgerschaft der Krimtartaren. Widerlich!
Insbesondere da durch historischen Abstand auch deutlich wird, dass fast alle auf Seiten der Opfer waren, aber fast alle auch zeitweise auf Seiten der Täter. Sie müssen die Geschichte als Definitionsmacht ihrer Identität verlassen und selbst neue Zeiten zu definieren beginnen.
Das findet in Ukraine bereits in großem Ausmaß statt. Allerdings entsteht daraus nicht sofort eine neue Zeit, sondern scheinbar unpolitische Kultur aus Musik, Fußball, Party, Reise, Weltentdeckung, Internet, Programmieren, Studium, Auslandsjobs samt einer Infrastruktur an Geschäften und Locations. Die Provinzen verlieren dadurch Jugend an die Städte, schrumpfen stark und fallen in noch konservativere Muster zurück. Während in den Städten sich moderneres Leben ausbreitet. Die Gegensätze von Stadt und Land steigen.
Im Staat hat die Jugend aber noch wenig zu melden. Dort herrschen immer die Interpretationsmuster der Vorgeneration, und dadurch auch eher die Provinzler und der Mummenschanz der Vergangenheit. Der Großteil der Jugend in Ukraine lehnt den Staat, Gerichte, Polizei in einer eher anarchistischen Tradition sehr weitgehend ab. Demokratie hat es hier noch nie gegeben.
Das ist zugleich eine äußerst destruktive Seite, denn es entstehen dadurch noch keine demokratischen Parteien, und die einfache Plünderung und Korruption des Bestehenden wird zynisch tradiert. Mit durchaus traditioneller und nun postsowjetischer ukrainischer Anarchie kommt man in den Städten und im Land nicht weiter. Diese Jugend wird zunehmend politisch Stellung beziehen müssen, den Mächten der Vergangenheit entgegen treten und selbst in die Verantwortung gehen müssen .
Exemplarisch die von dir erwähnten Reaktionen zu meinem Link "Ilja Ponomarjow", der gegen die Annexion der Krim stimmte und aus russischer Sicht mit dem ganzen Verfahren und dem Umgang mit Ukraine nicht einverstanden und übrigens erheblichem Terror ausgesetzt war.. Fill und du unterstellten sofort, ich hätte den Artikel nicht wegen des Inhalts verlinkt, den ich in verschiedener Hinsicht interessant fand. Sondern nur wegen der Überschrift, weil die Wasser auf meine Mühlen wäre. Im Artikel wären nämlich auch Teile, die wären Wasser auf eure Mühlen. Hätte ich ihn gelesen, wäre mir das nicht passiert. Also hätte ich ihn gar nicht gelesen, sondern nur wegen der Überschrift verlinkt... Mühlen-Diskussion fixierter Weltbilder, der Rest der Welt nur Wasser.