Ökonomen streiten über Verteilungsfrage
Seite 1 von 7913 Neuester Beitrag: 28.03.25 00:01 | ||||
Eröffnet am: | 04.11.12 14:16 | von: permanent | Anzahl Beiträge: | 198.814 |
Neuester Beitrag: | 28.03.25 00:01 | von: Dreiklang | Leser gesamt: | 38.419.846 |
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Wirtschaftswissenschaften : Ökonomen streiten über Verteilungsfrage 13:15 Uhr Ökonomen streiten über Verteilungsfrage
Die Einkommensungleichheit destabilisiert die Volkswirtschaften, sind
... (automatisch gekürzt) ...
http://www.handelsblatt.com/politik/international/...age/7328592.html
Moderation
Zeitpunkt: 06.10.14 08:32
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Original-Link: http://www.handelsblatt.com/politik/...gsfrage/7328592.html
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https://youtu.be/BS9FTi5hgWc?si=LQqBo6h04N5wKZl6
Alter, sind die peinlich. Man müsste drüber lachen, wenn die es nicht ernstmeinen würden, wie so vieles worüber wir erst lachten oder es für nicht realistisch hielten, aber nun in den USA umgesetzt wird.
Russisches Öl - Auf die Freundschaft
Quelle:
https://www.zeit.de/2025/12/russisches-oel-schwedt-raffinerie
Zitat:
"Zwei Jahre nach dem Importstopp geben jedenfalls wieder Stimmen wie diese den Ton an: "Das Embargo fällt bei mir unter grüne Ideologie. Und dass bei ideologischer Politik nur Sch**e rauskommt, das wissen wir ehemaligen DDR-Bürger am besten." Das sagt der örtliche Landtagsabgeordnete des BSW, Reinhard Simon, 73 Jahre, früherer Theaterintendant. "
Wer mit "grüner Ideologie" argumentiert, ist erfahrungsgemäß selbst auf stark ideologischen Pfaden unterwegs und versucht sich in eine Scheinwelt zu flüchten, in der Russland immer noch als potenzieller Verbündeter betrachtet wird, statt die unbequemen Realitäten anzuerkennen, dass Putins Russland uns als Feind betrachtet und dementsprechend auch handelt.
Denn die Realität ist, dass nicht Wir / Deutschland den Gashahn zugedreht hat, sondern es Russland war und das hat bereits schon im Verlaufe des Jahres zuvor begonnen.
Für mich auch nicht nachvollziehbar, dass man es mit der Ideologie der DDR vergleicht, dabei aber durch eine Wiederaufnahme der Lieferungen genau diese DDR Ideologen ( zu denen auch Putin zählt ) wieder stärkt und damit indirekt einen Schritt zur Wiederherstellung der DDR unterstützt.
Weniger banal sind die zwei Folgefragen: Wie bewertet man die volkswirtschaftlichen Folgen im Vergleich zu alternativen Investitionen? Und wie steht es mit den mittel- bis langfristigen volkswirtschaftlichen Folgen?
Fangen wir mit der Frage der Alternativen an. Wenn der Staat beispielsweise eine Milliarde Euro in die zivile Forschung stecken würde, würde dieses Geld auch zunächst bei denjenigen landen, die damit am Ende der Kette bezahlt werden – Hiwis an den Instituten, Forscher und vielleicht auch die Mitarbeiter von Ausrüstern oder Baufirmen, die die Infrastruktur für die Forschungseinrichtungen stellen. Hier ist zunächst kein Unterschied zu Rüstungsausgaben festzustellen. Ob ein Zerspanungsmechaniker bei Rheinmetall oder ein Doktorand in einem Forschungsinstitut Geld bekommt, spielt volkswirtschaftlich auf der ersten zeitlichen Ebene eine untergeordnete Rolle. Auf späteren zeitlichen Ebenen sieht dies jedoch anders aus.
Der Forscher entwickelt im Idealfall Ideen, Konzepte oder gar Patente, die ihrerseits die Produktivität steigern, und die Investitionen können daher, volkswirtschaftlich, als reproduktive Staatsausgaben gelten. Der Doktorand gründet beispielsweise dank seiner Forschungsergebnisse ein Unternehmen, stellt Mitarbeiter ein und so weiter. Und was macht der Panzer? Der steht auf einem Kasernenhof herum und produziert – wenn überhaupt – höchstens volkswirtschaftliche Kosten, da er gewartet werden muss, und wenn er einmal herumfährt, beschädigt er die Infrastruktur.
Daraus wird klar, warum der Ökonom Hyman Minsky Rüstungs- und Militärausgaben 1982 als "kollektiven Konsum" bezeichnet hat. Es ist wichtig, zwschen Konsumausgaben und Investitionen zu unterscheiden. Das „olivgrüne Wirtschaftswunder“ ist aus dieser Perspektive ein Strohfeuer, während beispielsweise Investitionen in die Weiterentwicklung regenerativer Energieerzeugung einen gesellschaftlichen Mehrwert erzeugen, der auch volkswirtschaftlich messbar ist.
Noch deutlicher wird der Widerspruch, wenn man sich die langfristigen volkswirtschaftlichen Folgen anschaut. Der Doktorand, der später sein Unternehmen gründet, steigert nicht nur das Bruttoinlandsprodukt, sondern zahlt auch Steuern, wie seine Mitarbeiter. Fiskalisch ist das im Idealfall ein gutes "Geschäft", da die so zusätzlich generierten Steuereinnahmen höher sind als die Zinsen für den Kredit, mit dem die Forschung finanziert wurde. Ein wenig komplizierter ist es bei Investitionen in die Infrastruktur, da der Nutzen hier breiter gefasst ist und die gesamte Volkswirtschaft betrifft. Letztlich sind aber auch Infrastrukturinvestitionen langfristig volkswirtschaftlich sinnvoll.
Ganz anders sieht es bei Rüstungsausgaben aus. Will man beispielsweise die Jobs bei Rheinmetall und seinen Zulieferern langfristig sichern, reicht es ja nicht, nur einen einzigen Panzer zu bestellen. Man müsste dann jedes Jahr einen neuen Panzer kaufen und dies dauerhaft. Die Jobs sind aber nur so lange "sicher", wie der Staat zusätzliches Geld für Rüstung ausgibt.
Kritisch ist in diesem Zusammenhang, dass die Rüstungsausgaben ja kreditfinanziert sein sollen. Und spätestens hier entsteht dann auch ein gesamtgesellschaftlicher Schaden. Um dies zu verdeutlichen, hilft ein Bild aus der Betriebswirtschaftslehre: Wenn ein Betrieb einen Kredit aufnimmt, den er in die Verbesserung seiner Produktivität investiert, muss der wirtschaftliche Nutzen der Investitionen höher als die Kosten des Kredits sein. In diesem Fall ist der Kredit sinnvoll. Wenn der gleiche Betrieb jedoch einen Kredit aufnimmt, der keine Verbesserung der Produktivität bringt, er die Kreditsumme also „konsumiert“, stehen den zusätzlichen Kreditkosten auf der Einnahmeseite keine zusätzlichen Einnahmen gegenüber. In diesem Fall ist der Kredit nicht nur sinnlos, sondern sogar schädlich. Sind die Kosten zu hoch, wird der Betrieb sogar um seine wirtschaftliche Existenz fürchten müssen.
Ähnlich verhält es sich bei den Rüstungsausgaben. Die Zinsen dafür werden über einen sehr langen Zeitraum von unseren Steuern bezahlt, also der Volkswirtschaft entzogen, und können zudem vom Staat nicht mehr für andere – sinnvollere – Dinge ausgegeben werden. Die Ausgaben steigen, auf der Einnahmeseite steht jedoch nichts. Panzer zahlen keine Steuern und erwirtschaften auch keinen Gewinn, wenn sie erst einmal ausgeliefert wurden. Indirekte positive ökonomische Effekte bei Dritten lösen Panzer, anders als beispielsweise neue Bahn- oder Stromtrassen, ebenfalls nicht aus. Dies ist sowohl nach betriebswirtschaftlicher als auch nach gesamt- bzw. volkswirtschaftlicher Logik eine klare Fehlinvestition.
Doch während einem Betrieb bei Fehlinvestitionen nur die individuelle Pleite droht - so schmerzlich dies für die Angestellten sein mag -, droht dem Staat als ganzes bei fortgesetzter Überschuldung - für "Konsum"-Investitionen inkl. Rüstung, die später keinen Cash-Flow erzeugen, schlimmstenfalls der Staatsbankrott. Deutschland als bislang letzter Stabilitätsanker der Eurozone könnte sogar ganz Europa in den Abgrund reißen, da viele Eurozonenstaaten bereits jetzt kritisch überschuldet sind - darunter Frankreich, Belgien, Italien und Griechenland.
Weniger banal sind die zwei Folgefragen: Wie bewertet man die volkswirtschaftlichen Folgen im Vergleich zu alternativen Investitionen? Und wie steht es mit den mittel- bis langfristigen volkswirtschaftlichen Folgen?
Die Antwort ist simpel: "Wir sind im Arsch"
Erst der Mangel an Rüstungsgütern hat Russland dazu eingeladen und verlängert bis Heute diesen Krieg.
D.h. der volkswirtschaftliche Nutzen von Rüstungsgütern ist das höhere Maß an Sicherheit, welche weniger auf eine verbesserten Verteidigungsfähigkeit zurückgeht, sondern vor allem auf die abschreckende Wirkung aufbaut.
Für die Schäden, die die Ukraine an Wirtschaft und Infrastruktur erleiden musste und muss, hätte sie sich mehrfach bis an die Zähne aufrüsten können.
Des Weiteren führt Aufrüstung mitnichten nur für kurzfristige Effekte, denn Aufrüstung ist nicht innerhalb einer Regierungszeit von 4 Jahren erledigt, sondern erstreckt sich über 10 und mehr Jahre.
Dass was an der Bundeswehr über Jahrzehnte abgespart wurde, lässt sich nicht mal eben in wenigen Jahren wieder aufrüsten.
Allein die Tatsache, dass ein großer Teil der Fahrzeuge und Ausrüstung ihre besten Tage gesehen hat, sollte uns Motivation genug sein, die Bundeswehr wieder technisch auf Vordermann zu bringen. Das sind wir letztendlich auch unseren Soldaten schuldig, die im Fall der Fälle gut ausgerüstet sein sollten.
Nebenbei, welchen Nutzen hat z.B. ein Sportwagen? ;-)
- und dies sogar in der Überschrift:
https://www.faz.net/aktuell/politik/...-die-us-politik-110383358.html
Amerikas Blick auf Europa:
„Die Deutschen haben in ihrem Vulgärpazifismus versagt“
Von Niklas Zimmermann, 27.03.2025
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Damit ist die FAZ für mich beim Vulgär-Journalismus angekommen. Auch wenn die Formulierung nur als Zitat eines Dritten (eines deutschen Professors) auftaucht.
Das schöne an der 'Desinformation' ist ja, dass diese dir die Möglichkeit eröffnet die Gegenposition auszubreiten und die Desinformation so argumentativ zu erledigen. Auch eigene Widersprüche und Mängel können dabei en passant aufgedeckt und behoben werden. Eine Möglichkeit, die es bei der Veranstaltung 'Fünf Stühle eine Meinung' bekanntlich nicht gibt. Wer diskursiv weiterkommen will hegt und pflegt deshalb seine Desinformanten anstatt sie verbieten zu wollen.