Ökonomen streiten über Verteilungsfrage


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Neuester Beitrag: 04.04.25 23:49
Eröffnet am:04.11.12 14:16von: permanentAnzahl Beiträge:198.943
Neuester Beitrag:04.04.25 23:49von: Tony FordLeser gesamt:38.684.949
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13361 Postings, 4421 Tage Canis AureusMehrheit will zurück zur Atomkraft!

 
  
    #197901
3
04.04.25 09:55

Mehr als jeder Zweite wünscht sich nach einer aktuellen Umfrage einen Wiedereinstieg in die Atomkraft. Insgesamt 55 Prozent befürworteten das in einer Online-Befragung im Auftrag des Vergleichsportals Verivox. Insgesamt 1.007 Menschen nahmen zwischen dem 27. und dem 31. März an der nach Angaben des Meinungsforschungsinstituts Innofact repräsentativen Umfrage teil. Darin lehnten 36 Prozent eine erneute Nutzung der Atomkraft ab, 9 Prozent zeigten sich unentschieden. ...

https://www.rnd.de/politik/...zurueck-3OY2UX4ETZMEZMQYAYFTPEMYXQ.html  

30773 Postings, 8735 Tage Tony Fordnot in my backyard ...

 
  
    #197902
3
04.04.25 10:11
Solch Umfagen sind eigentlich sinnlos, weil sie nur die eine Seite der Medaille abfragen, die andere Seite der Medaille aber unberücksichtigt lassen.

Die Frage müsste dann nämlich eigentlich lauten

Ja ich befürworte Atomkraft sowie die Lagerung des Atommülls in meiner näheren Umgebung. Auch bin ich dazu bereit, höhere Steuern zu bezahlen, um die hohen Investitionskosten für den Bau neuer Kernkraftwerke bezahlen zu können.

Nein ich befürworte Atomkraft nicht und lehne die Lagerung des Atommülls in meiner näheren Umgebung ab.


Ob man dann noch die 55% erreichen würde, halte ich für sehr fraglich.
Ferner nützt die Debatte wenig, wenn ohnehin kein Unternehmen bereit ist, Atomkraftwerke betreiben zu wollen.  

13361 Postings, 4421 Tage Canis AureusMein Rat: Atommüll wie die Schweitzer

 
  
    #197903
1
04.04.25 10:50
direkt an der Grenze zur Schweiz verbuddeln! Offenbar ist unten ein geignetes Gebiet dafü...
Schweizer Atommülllager soll an Grenze zu Deutschland entstehen | tagesschau.de
Die Schweiz will ihr Endlager für Atommüll an der Grenze zu Deutschland bauen - obwohl der Standort zuvor als ungeeignet bezeichnet worden war. Die Pläne könnten noch durch eine Volksabstimmung gekippt werden. Von Matthias Zahn.
 

13361 Postings, 4421 Tage Canis AureusAusserdem: Windräder möchte auch keiner

 
  
    #197904
1
04.04.25 11:14
vor seiner Haustür haben!

Mir ist ein Endlager irgendwo tief unter der Erde lieber als diese hässlichen und gefährlichen (Feuer, Einsturz, PFAS, etc.) Windmühlen, die das ganze Land verschandeln:
Gefährliche Stoffe in Batterien und Windrädern: Ist die Energiewende in Gefahr? | MDR.DE
Die EU diskutiert ein Verbot von PFAS-Chemikalien. Das Problem: Es gibt mehr als 10.000 Stoffe und sie kommen nahezu überall vor, auch in Technologien für die Energiewende.
 

13361 Postings, 4421 Tage Canis AureusStudie: "Ewigkeitschemikalien" PFAS im Blut

 
  
    #197905
2
04.04.25 11:21

Niemand kann den PFAS entgehen, und je mehr man von den schwer abbaubaren "Ewigkeitschemikalien" in sich trägt, desto höher sind die Fettwerte und damit auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zu diesen Erkenntnissen kommt eine deutsch-niederländische Studie.

In der Studie wurde das Blut von mehr als 2.500 erwachsenen Probanden untersucht. Und in jeder Probe wurden PFAS (per- und polyfluorierte Alkylverbindungen) gefunden. Seit ihrer Erfindung in den 1950er-Jahren sind Schätzungen zufolge mehr als 10.000 verschiedene Substanzen aus dieser Kategorie entwickelt worden. Wegen ihrer wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften kommen sie in tausenden Produkten wie Kosmetik, in Zahnseide, aber auch in Pfannen-Beschichtungen und in Löschschaum zum Einsatz. Sie sind so gut wie nicht abbaubar, deshalb werden sie auch "Ewigkeitschemikalien" genannt.

Die Studie wurde von Forschungsgruppen des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und des niederländischen Leiden University Medical Center durchgeführt. Grundlage waren Blutproben von Einwohnern aus Bonn und dem niederländischen Leiderdorp. "Wir sehen deutliche Anzeichen für eine gesundheitsbedenkliche Wirkung von PFAS", sagt Monique Breteler, Direktorin für Populationsbezogene Gesundheitsforschung am DZNE. "Und wir haben festgestellt, dass bei gleicher PFAS-Konzentration im Blut die negativen Effekte bei jüngeren Probanden stärker ausgeprägt sind als bei älteren." ...

https://www.mdr.de/wissen/news/...erz-kreislauf-erkrankungen-104.html
 

23539 Postings, 6836 Tage Malko07Trump zu beurteilen finde ich

 
  
    #197906
2
04.04.25 11:59
nicht so schwierig. Alles was er angeht hat er seit langer Zeit angekündigt. Er will - ob das und was gelingt wird man sehen - Produktionen in die USA zurückholen, die Bürokratie kräftig entschlacken also die Staatskosten erheblich senken, Konflikte beenden und die arbeitende Bevölkerung steuerlich stark entlasten. Er hofft mit Letzterem die Inflation durch die Zölle mindern zu können. Wenn das nicht gelingt ist er in 2 Jahren machtlos. In den USA hat politisch das eigene Portemonnaie die oberste Priorität vor jedweder Ideologie.

Seine Vorgehensweise um diese Ziele zu erreichen ist chaotisch, erratisch und beruht zum großen Teil auf Erpressung. Ein alles andere als konservativer diplomatischer Ansatz. Kennt die Welt so in diesem Umfang noch nicht. Auch neigt er mMn zu einer übertriebenen Selbstdarstellung und ist verdammt nachtragend. Die jetzt publizierten Zollsätze sind nicht das Ziel sondern mMn ein Mittel um in Verhandlungen eine stärkere Position zu haben und Dampf zu machen. Kann allerdings, je nach Reaktion der Gegenüber fürchterlich in die Hose gehen. Er muss sich allerdings beeilen und sehr bald Erfolge vorweisen können um in den Midtermswahlen 2026 nicht unter zu gehen.

Prinzipiell kann man nicht behaupten Zölle wären schlecht und unregulierter Welthandel wäre toll. Oder will man, um billig konsumieren zu können, die kleinen Angestellte, die Arbeiterschaft und andere Geringqualifizierte unter die Brücke verbannen weil sogar eine Wohnung nicht mehr bezahlbar ist und dann auch noch dem Staat die Mittel für Sozialleistungen ausgehen?  

Ja, Protektionismus ist nicht neu seitens den USA und wird auch anderswo mit allen denkbaren Mittel getrieben (Vorschriften auf den verschiedensten Sektoren - darin ist die EU z.B. stark). Auch Biden hat Zölle erhöht und den Handel in Teilen erschwert, hat aber um die Produktion zurück zu holen primär auf massive Subventionen für bestimmte Industriezweige gesetzt. Diese Industriezweige verlangten im Regelfall viele Hochqualifizierte, waren also weniger für die Arbeiterschaft geeignet. Und diese Zurückholung wurde auch noch über eine weiter explodierende Verschuldung betrieben deren  Folgen der sogenannte Mittelstand und die Geringverdiener werden tragen müssen. Nicht grundlos wollten die Arbeiter die Demokraten kaum mehr wählen.
 

13361 Postings, 4421 Tage Canis AureusGegenzölle: China tritt Trump in den Hintern

 
  
    #197907
04.04.25 12:54

Nach der Ankündigung der USA, die Zölle für fast alle Länder der Welt zu erhöhen, hat China nun reagiert. Für US-Produkte werden ebenfalls höhere Zölle fällig.

China reagiert auf die US-Zölle mit Gegenmaßnahmen. Auf alle US-Waren werde nun ebenfalls ein Zoll von 34 Prozent fällig, kündigte das Finanzministerium am Freitag in Peking an. Dieser soll ab 10. April gelten.

Ebenso plant die chinesische Regierung, wegen der US-Zölle eine Klage bei der Welthandelsorganisation (WTO) einzureichen. Der Streitbeilegungsmechanismus der internationalen Organisation mit Sitz in Genf ist allerdings seit Jahren blockiert.

Zudem würden Exportkontrollen für sieben Seltene Erden eingeführt, erklärte das chinesische Handelsministerium am Freitag. Darunter ist demnach das bei der Magnetresonanztomographie genutzte Gadolinium sowie das in Elektrogeräten verwendete Yttrium.

https://www.t-online.de/finanzen/aktuelles/...-von-34-prozent-an.html  

11061 Postings, 7981 Tage SARASOTAGegenzölle:

 
  
    #197908
1
04.04.25 13:11
Pinguine auf antarktischer Inselgruppe erheben 10 Prozent auf US-Whiskey und Motorräder.

 

11061 Postings, 7981 Tage SARASOTAAber dafür:

 
  
    #197909
2
04.04.25 13:14
 
Angehängte Grafik:
gnoyet5wuaehxw9.jpeg (verkleinert auf 75%) vergrößern
gnoyet5wuaehxw9.jpeg

30773 Postings, 8735 Tage Tony FordZölle ...

 
  
    #197910
3
04.04.25 14:03

Prinzipiell kann man nicht behaupten Zölle wären schlecht und unregulierter Welthandel wäre toll. Oder will man, um billig konsumieren zu können, die kleinen Angestellte, die Arbeiterschaft und andere Geringqualifizierte unter die Brücke verbannen weil sogar eine Wohnung nicht mehr bezahlbar ist und dann auch noch dem Staat die Mittel für Sozialleistungen ausgehen?  

Es hat auch Niemand behauptet, dass Zölle per se schlecht wären. Zölle sind ja auch keine Erfindung oder Neuerung von Trump, sondern finden stets statt.

Dass was Trump tut, wird genau das Gegenteil von dem erreichen, was du hier ins Feld führst. Denn die vom Trump erlassenen Zölle werden die Arbeiterschaft in den USA eben nicht besser, sondern deutlich schlechter stellen. Die Zollpolitik von Trump wird dazu führen, dass die Plätze unter den Brücken in den USA bald gut ausgelastet sein werden, zumal ohnehin schon ein beachtlicher Teil der einfachen Arbeiterschaft Lebensmittelmarken erhält, weils sonst nicht reicht.

 

30773 Postings, 8735 Tage Tony FordUnberechenbarkeit Trumps ...

 
  
    #197911
3
04.04.25 16:00
Ein weiteres Problem der Vorgehensweise Trumps  ist die Tatsache, dass die Zölle von Morgen ganz Andere sein können als Heute.
Für ein Unternehmen, welches mittel- bis langfristig planen muss, ist diese Art und Weise der Wirtschaftspolitik eine  Vollkatastrophe und an sich schädlicher als die Zölle selbst.
Denn wenn Unternehmen wüssten, dass diese Zölle auf Dauer bleiben werden, dann können sich Unternehmen und Lieferketten dementsprechend auch anpassen und mit den neuen Herausforderungen umgehen.

Doch man stelle sich vor, Nike würde seine Produktion nun wieder in die USA verlagern wollen. Man müsste sehr viel Geld investieren, würde neue Fertigungsstätten aufbauen und wenn diese dann zum Ende der Amtszeit Trumps gerade fertiggestellt sein werden, kommt die nächste Regierung und rollt diese Zölle wieder zurück. Für ein Unternehmen wie Nike eine Vollkatastophe, weil sie viel Geld investiert haben um eine Fabrik in den USA zu haben, welche dann unter den wieder neuen Rahmenbedingungen nicht mehr wettbewerbsfähig sein wird.

Deshalb werden vor allem Nicht-US-Unternehmen, dessen Anteil der USA vielleicht bei 10 oder 20, vielleicht 30% liegt, wahrscheinlich die Produkte nicht mehr in den USA verkaufen und ihr Geschäft auf die anderen Länder beschränken. Man würde die Kapazitäten weniger auslasten, evtl. ein paar Fabriken schließen und den Ergebnisrückgang schlucken.

Für den US-Konsumenten wird es bedeuten, dass die Produktvielfalt sinkt, die Preise für die verfügbaren Preise mangels Angebotengpass steigen werden, sich die Situation aus Sicht des US-Konsumenten deutlich verschlechtern wird.
Und selbst in den USA produzierte Waren werden eine ganze Reihe von Zulieferteilen und Komponenten verwenden, welche günstig in China produziert werden. So das auch viele heimische Produkte von den Zöllen betroffen sein werden und die Preise anheben müssen.  

15162 Postings, 6021 Tage Karlchen_VTrump hat Recht und Unrecht...

 
  
    #197912
1
04.04.25 16:18
Erst einmal: Es gibt vielerlei Handelsbarrieren - Zölle sind nur eine Barriere. Man kann auch mit irgendwelchen technischen, angeblich gesundheitlichen oder ökologischen oder vielen anderen Begründungen den Handel einschränken. Manches davon solcher Art kann zwar gut gemeint sein, manches ist aber auch nur vorgeschoben, um irgendwelche inländischen Hersteller zu schützen. Da ist dann auch - fast überall - viel Scheinheiligkeit im Spiel. Gilt auch für die EU. Das beste Beispiel ist der Bereich der landwirtschaftlichen Erzeugnisse, die EU ist hier quasi eine Festung. Länder aus der Dritten - und auch aus der Zweiten (Ich habe mal den Fall Georgien untersucht) haben kaum eine Chance, auf den EU-Markt zu kommen. Und im den Unsinn auf die Spitze zu treiben: Statt diesen Ländern eine Chance zu geben, sich selbst zu helfen und ihnen den Markt zu öffnen, gibt man ihnen Entwicklungshilfe.

Wenn der Trump nun meint, dass die USA bei den sog. nicht-tarifähren Handelsbeziehungen (also Hemmnisse ohne die Zölle) benachteiligt werden, muss man darüber natürlich reden. Die EU und auch China haben sich in dieser Hinsicht nicht gerade liberal verhalten. Und gerade die EU ist aktuell auch noch dabei, den internationalen Handel mit irgendwelchen mit sozialen und ökologischen Vorschriften belasten zu wollen. So was ist völlig überflüssig.

Aber was ganz anderes ist es, dass die USA im industriellen Bereich an Wettbewerbsfähigkeit verloren haben. Üblicherweise würde das mit einer deutlichen Abwertung der Landeswertung einhergehen. Gab es aber nicht. Eine Währung ist eben auch immer politisch bestimmt - im Falle der USA schlägt deshalb auch die politische und militärische Stärke zu Buche. Weil man stark ist, darf man sich über einen starken Dollar freuen. Der gestattet es dann, dass man allüberall in der Welt günstig einkaufen kann. Aber weil das so ist, fließt eben viel Kohle aus den USA ab und schafft anderswo Arbeitsplätze. Da muss sich auch ein Herr Trump nicht wundern. Das ist dann eben kein unfairer Wettbewerb, sondern einfach nur der Effekt davon, dass man alles getan hat, Weltmacht Nr. 1 zu sein.  

30773 Postings, 8735 Tage Tony FordTrump fährt die USA gerade an die Wand

 
  
    #197913
1
04.04.25 16:52

Quelle:
https://www.youtube.com/watch?v=KW-__94IeuI

Viele interessante Kommentare, Grafiken, Statistiken zur aktuellen Situation.
Wenn Trump an seinem Kurs festhält, dann werden wir meiner Einschätzung nach die größte Rezession seit den 1930er Jahren sehen.

Denn noch nie gab es größere Steuererhöhungen in den USA als es mit den Zöllen und Gegenzöllen passieren wird.
 

30773 Postings, 8735 Tage Tony FordEU Gegenmaßnahmen ...

 
  
    #197914
2
04.04.25 17:02
Meiner Meinung nach sollte die EU einen harten Kurs fahren, sich Einerseits offen für Gespräche zeigen, Andererseits aber diese Zölle nicht unbeantwortet lassen.

Aus Sicht der EU täte man meiner Meinung nach gut, US-Waren mit der Hälfte der US-Zölle, d.h. 10% zu belegen.

Was man meiner Meinung nach aber sehr gut mit Zöllen belegen könnte, wären Netflix, Spotify, Youtube, etc. Da könnte man ruhig 20% oben drauf legen, dann muss halt jeder Nutzer selbst entscheiden, ob es ihm das wert ist oder nicht. Ich denke man täte gut, wenn man die Mag7 ins Visier nimmt. Hier gibt es u.a. eine ganze Reihe von Steuersparmodellen, die man, wenn man wirklich wollte, eigentlich unterbinden könnte. Damit hätte man die USA ziemlich an den Eiern.  

15162 Postings, 6021 Tage Karlchen_VAch - da wird viel Unsinn geredet.

 
  
    #197915
04.04.25 17:08
Am schlimmsten sind diejenigen Leute, die irgendwelche ökonomischen Lehrsätze nachplappern, die zwar plausibel klingen, aber dummerweise sich in der Realität sich nicht belegen laasen.

Wenn Trump darauf zielt, die Importe in die USA einzuschränken, um dort selbst mehr zu produzieren, hat das natürlich Effekte. Man muss in den USA die Produktionskapazitäten für die vermehrte Produktion haben oder sie schaffen. Es geht um Importsubstitution. Sind die Kapazitäten nicht da, kann man sie vielleicht schnell schaffen. Kann klappen - wie gerade Russland angesichts aller Sanktionen gezeigt hat.

Können die Amis auch hinkriegen. Wenn sie es schaffen, stellt sich die Frage nach den Preisen. Wenn das Angebot nicht stark ausgeweitet wird, steigen die Preise. Muss man aufpassen - Leitzinssenkungen ist dann nicht.

Die Frage ist, wie man mit dem Anpassungsschock zurecht kommt. Kann gut gehen - siehe Rußland. Kann es aber auch nicht. Muss man abwarten. Aber jetzt schon irgendwelche Prognosen darüber abzugeben, wie es ausgeht, finde ich ziemlich tollkühn und daher unseriös.  

15162 Postings, 6021 Tage Karlchen_VEs geht jetzt nicht um irgendwelche alberne

 
  
    #197916
04.04.25 17:19
Rechthaberei, sondern darum, wie man wieder zur Vernunft kommt. Die EU sollte sich gewiss nicht als Hort des freien Handels aufspielen und nun den Amis versuchen, auf deren Intervention noch einen draufzudrücken. Wäre nur kindisch.

Man sollte sich - mit den Amis und auch den Chinesen - zusammensetzten und über die Probleme reden.  Da kann jeder sein Scherflein beitragen. Sozusagen eine Konferenz der Sünder des freien Welthandels.  

111624 Postings, 9153 Tage KatjuschaNatürlich können die Amis es schaffen, die

 
  
    #197917
3
04.04.25 17:22
Produktionskapazitäten zu schaffen bzw, eigentlich ja die Unternehmen. Aber erstens kosten diese Investtionen erstmal, die Trump irgendwie immer unter den Tisch fallen lässt, und zweitens sind die Lohnkosten ja deutlich höher. Wenn die Unternehmen diese beiden Punkte ausgleichen wollen, müssen sie entweder die Preise anheben (sorgt potenziell für Inflation), oder Trump muss weitere Steiergeschenke machen, nur wer bezahlt das dann? Der Steuerzahler über die Staatsverschuldung bzw. die Gläubiger. oft bisher aus dem Ausland, die aber vielleicht nicht mehr wie bisher das US Wachstum finanzieren wollen.

Makroökonimie hat so viele Facetten, und da hab ich die ganzen Folgeeffekte auf die Wirtschaft durch die Zolle noch gar nicht genannt, die ja erst indirekt entstehen, wenn die Wirtschaft in die Rezession geht, oder wenn Lieferketten durch Unsicherheiten etc gestört werden. Trump in seiner Blase, in der ihm auch niemand seiner Speichellekcjer mal widerspricht, weil sie alle Karriere machen oder Geld verdienen wollen, hat eine sehr vereinfachte Sicht auf die globale Wirtschaft.

30773 Postings, 8735 Tage Tony FordLaut JPMorgan kaufen Privatanleger so viele Aktien

 
  
    #197918
2
04.04.25 17:26
Laut JPMorgan kaufen Privatanleger so viele Aktien wie seit 10 Jahren nicht mehr

Quelle:
https://de.tradingview.com/news/reuters.com,2025:newsml_L5N3QI1CP:0/

Zitat:
"Privatanleger kauften am Donnerstag Aktien im Bewertung von 4,7 Milliarden Dollar und damit so viel wie seit zehn Jahren nicht mehr, so JPMorgan"

Das erinnert an die Zeiten im Jahre 2000 und der darauf folgenden platzenden Internetblase.
Auch damals waren es Privatanleger, welche glaubten, dass die Korrektur nur kurzweilig sein würde.

 

111624 Postings, 9153 Tage KatjuschaFinde ich übrigens witzig, wenn Trump China als

 
  
    #197919
4
04.04.25 17:27
den Sünder hinstellt, obwohl gerade die USA vielfältig durch China profitiert haben. Billige Arbeitskräfte, die die hohen Profite der Tec-Konzerne erst ermöglichten, die den Globus dominieren. Und dann sollten die Chinesen auch noch durch die Dollarstärke und damit Stärke des Finanzraums über ihre Anleihekäufe dieses Wachstum auch noch finanzieren.
Die USA waren der große Profiteur des Freihandels der letzten 30 Jahre. Und das schwächere Wirtschaftsräume über die WTO kleine Zölle aushandeln, insbesondere afrikanische und kleinere asiatische Länder, versteht sich von selbst. Sowas ist gut für das globale Wachstum inklusive der USA. Trump selbst hat in seiner ersten Amtszeit übrigens manchen Freihandelsabkommen abgeschlossen, inklusive mit Mexiko und Kanada. Und nun erzählt er ständig, das wäre alles Mist.

15162 Postings, 6021 Tage Karlchen_VLohnkosten höher? Denke mal nicht, dass bei GM

 
  
    #197920
04.04.25 17:28
höhere Löhne gezahlt werden als bei VW - wenn man all die Sozialleistungen einschl. Vorruhestand einbezieht. Das Problem bei GM ist einfach der hohe Wechselkurs des Dollar.  

30773 Postings, 8735 Tage Tony Fordzu kompliziert ...

 
  
    #197921
04.04.25 17:33
das wird unser Karlchen nicht begreifen, weils einfach seinen Denkhorizont überschreitet. ;-)

Denn wie wir von Karlchen wissen, wenn Russland das schafft, dann kann das die USA auch schaffen.

Ich würde aber mal vermuten, dass die USA nicht den Anspruch haben, eine Inflation von mehr als 20% erreichen zu wollen, es auch nicht der Anspruch der USA sein dürfte, die Neuverschuldung massiv auszuweiten um diesen Unsinn bezahlen zu können. Denn dann müsste man sich die Frage stellen, wozu man im Vorfeld einen solch weitreichenden Sparkurs losgetreten hat.
Ganz zu schweigen davon, dass Russland nach wie vor große Teile aus Ländern wie China oder Indien importiert.  

30773 Postings, 8735 Tage Tony Fordes wird nicht besser ...

 
  
    #197922
1
04.04.25 17:41
wenn man über etwas schreibt, dessen Zusammenhänge man noch gar nicht begriffen hat.

Ein Auto von GM wird zu großen Teilen eben NICHT in den USA produziert, sondern in Ländern wie Mexiko oder auch China. Denn selbst wenn eine Fabrik von GM in den USA steht, so schraubst die am Ende nur Teile und Komponenten zusammen, Teile und Komponenten, die selbst aber wegen der Kostenvorteile eben nicht in den USA, sondern in Ländern wie Mexiko oder China hergestellt werden.

Das ist bei VW nicht anders, auch hier werden viele Zulieferteile und Komponenten eben nicht in Dtl., sondern in günstigeren Produktionsstandorten produziert.

Ein Fakt den scheinbar nicht Jeder begreift.  

72857 Postings, 6146 Tage FillorkillMirror: Trump hat Recht und Unrecht...

 
  
    #197923
04.04.25 17:47
Das ist ein ordentlicher, substantieller Diskursbeitrag von 'Karlchen' und es gibt keinen legitimen Grund diesen löschen zu lassen. Mein Einwand ist ein sachlicher, insofern sich der Autor unter dem Trump-Regime offenbar Leute vorstellt, die aufgelaufene Probleme in Handelsbilanzen erkannt haben, diese adressieren und darum ringen sie einer rationalen Lösung zuzuführen,  die man sich dann erstmal in Ruhe  anschauen müsse. Weiter entfernt von der zur US-Präsidentschaft gewordenen amerikanischen Amokmentalität kann man kaum sein. Hier gibt es niemand der einen 'Plan' hat ausser die Abrissbirne zu schwingen und mit 250 Jahren Aufklärung abzurechnen.  

Erst einmal: Es gibt vielerlei Handelsbarrieren - Zölle sind nur eine Barriere. Man kann auch mit irgendwelchen technischen, angeblich gesundheitlichen oder ökologischen oder vielen anderen Begründungen den Handel einschränken. Manches davon solcher Art kann zwar gut gemeint sein, manches ist aber auch nur vorgeschoben, um irgendwelche inländischen Hersteller zu schützen. Da ist dann auch - fast überall - viel Scheinheiligkeit im Spiel. Gilt auch für die EU. Das beste Beispiel ist der Bereich der landwirtschaftlichen Erzeugnisse, die EU ist hier quasi eine Festung. Länder aus der Dritten - und auch aus der Zweiten (Ich habe mal den Fall Georgien untersucht) haben kaum eine Chance, auf den EU-Markt zu kommen. Und im den Unsinn auf die Spitze zu treiben: Statt diesen Ländern eine Chance zu geben, sich selbst zu helfen und ihnen den Markt zu öffnen, gibt man ihnen Entwicklungshilfe.

Wenn der Trump nun meint, dass die USA bei den sog. nicht-tarifähren Handelsbeziehungen (also Hemmnisse ohne die Zölle) benachteiligt werden, muss man darüber natürlich reden. Die EU und auch China haben sich in dieser Hinsicht nicht gerade liberal verhalten. Und gerade die EU ist aktuell auch noch dabei, den internationalen Handel mit irgendwelchen mit sozialen und ökologischen Vorschriften belasten zu wollen. So was ist völlig überflüssig.

Aber was ganz anderes ist es, dass die USA im industriellen Bereich an Wettbewerbsfähigkeit verloren haben. Üblicherweise würde das mit einer deutlichen Abwertung der Landeswertung einhergehen. Gab es aber nicht. Eine Währung ist eben auch immer politisch bestimmt - im Falle der USA schlägt deshalb auch die politische und militärische Stärke zu Buche. Weil man stark ist, darf man sich über einen starken Dollar freuen. Der gestattet es dann, dass man allüberall in der Welt günstig einkaufen kann. Aber weil das so ist, fließt eben viel Kohle aus den USA ab und schafft anderswo Arbeitsplätze. Da muss sich auch ein Herr Trump nicht wundern. Das ist dann eben kein unfairer Wettbewerb, sondern einfach nur der Effekt davon, dass man alles getan hat, Weltmacht Nr. 1 zu sein.

23539 Postings, 6836 Tage Malko07#197911: Stimmt. Es ist die wichtgste

 
  
    #197924
04.04.25 17:49
Strategie von Trump unberechenbar zu sein. Und die USA sind primär auch kein Industrieland sondern ein Agrarland. Die Lebensmittelproduktion (von der Grunderzeugung bis zum Produkt) ist, soweit ich weiß, der wichtigste und größte Wirtschaftszweig. Und Agrarerzeugnisse aus den USA wehrt die EU mit allen Tricks ab. Auch die US-Rüstungsindustrie ist die größte weltweit. Dort kaufen die Europäer momentan massiv ein weil ihre eigene Rüstungsindustrie wie das eigene Militär verlottert sind.

Wie Trump morgen reagieren wird, weiß keiner, eventuell er selbst nicht. Allerdings laufen seit längerer Zeit angeblich Untersuchungen auf republikanischer Seite wie man einen derartigen Kampf überstehen kann. Nicht grundlos sind die seltenen Erden aus Südamerika, Grönland und der Ukraine ein wichtiges Thema. Praktisch alles andere ist in den USA reichlich vorhanden.

Die Regierung kündigte darüber hinaus Kontrollen für den Export von Seltenen Erden in die USA an – darunter Samarium, Gadolinium, Terbium, Dysprosium, Lutetium, Scandium und Yttrium. Das soll bereits ab diesem Freitag gelten, hieß es in einer Mitteilung des Handelsministeriums und der nationalen Zollbehörde.
https://www.handelsblatt.com/politik/...-34-prozent-an/100119034.html

Mit den Exportverboten seitens China wird nur der Verdacht seitens den USA bestätigt, dass China derartige Mittel politisch bei Bedarf einsetzen werde und damit z.B.  irgendwann Taiwan nicht mehr zu verteidigen wäre und man kuschen müsste. Mit diesem Schritt hat China den USA mMn ein großen Dienst geliefert und die USA stark motiviert China richtig einzudämmen. Wir sollten deshalb auf keinen Fall den Fehler machen uns China weiter auszuliefern oder gar an China anzudocken. Daraus könnten unschöne Entwicklungen entstehen. Wir (Europa) haben uns schon zu weit von dem  Projekt Seidenstraße vereinnahmen lassen. Nicht gut. She. Panamakanal.

Als Japan zwischen den Weltkriegen aus dem Ruder lief und die USA in ihrem Status als Weltmacht bedrohte, hatte es ausgespielt. Momentan steht China als potentiell zukünftige mächtigste Weltmacht, sowohl wirtschaftlich als auch militärisch, auf der Agenda. Russland als Regionalmacht (Obama) ist bei diesem Spiel unwichtiger. Es ist naiv anzunehmen  die USA würden freiwillig ins 2. Glied, egal wer dort gerade regiert. Die Methoden können unterschiedlich sein, nicht das Ziel.

Und Europa? Es muss schauen mit möglichst geringem Schaden aus der Affäre zu kommen. Nicht vorhandene Muskeln auf zu spannen bringt es nicht. Wir sind sogar kaum verhandlungsfähig gegenüber den Zöllen. Dabei würden erneut die Verfechter von Agrarerzeugnissen mit den von Industrieerzeugnissen sich streiten, z.B. Süd gegen Nord. Momentan wird in Brüssel diskutiert die Tech-Milliardäre im Internet zu besteuern. Man weiß aber leider nicht wie.

 

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