Ökonomen streiten über Verteilungsfrage
Seite 1 von 7918 Neuester Beitrag: 04.04.25 23:49 | ||||
Eröffnet am: | 05.11.12 08:09 | von: permanent | Anzahl Beiträge: | 198.943 |
Neuester Beitrag: | 04.04.25 23:49 | von: Tony Ford | Leser gesamt: | 38.679.489 |
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Wirtschaftswissenschaften : Ökonomen streiten über Verteilungsfrage 13:15 Uhr Ökonomen streiten über Verteilungsfrage
Die Einkommensungleichheit destabilisiert die Volkswirtschaften, sind
... (automatisch gekürzt) ...
http://www.handelsblatt.com/politik/international/...age/7328592.html
Zeitpunkt: 06.10.14 08:32
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Original-Link: http://www.handelsblatt.com/politik/...gsfrage/7328592.html
Die USA waren der große Profiteur des Freihandels der letzten 30 Jahre. Und das schwächere Wirtschaftsräume über die WTO kleine Zölle aushandeln, insbesondere afrikanische und kleinere asiatische Länder, versteht sich von selbst. Sowas ist gut für das globale Wachstum inklusive der USA. Trump selbst hat in seiner ersten Amtszeit übrigens manchen Freihandelsabkommen abgeschlossen, inklusive mit Mexiko und Kanada. Und nun erzählt er ständig, das wäre alles Mist.
Denn wie wir von Karlchen wissen, wenn Russland das schafft, dann kann das die USA auch schaffen.
Ich würde aber mal vermuten, dass die USA nicht den Anspruch haben, eine Inflation von mehr als 20% erreichen zu wollen, es auch nicht der Anspruch der USA sein dürfte, die Neuverschuldung massiv auszuweiten um diesen Unsinn bezahlen zu können. Denn dann müsste man sich die Frage stellen, wozu man im Vorfeld einen solch weitreichenden Sparkurs losgetreten hat.
Ganz zu schweigen davon, dass Russland nach wie vor große Teile aus Ländern wie China oder Indien importiert.
Ein Auto von GM wird zu großen Teilen eben NICHT in den USA produziert, sondern in Ländern wie Mexiko oder auch China. Denn selbst wenn eine Fabrik von GM in den USA steht, so schraubst die am Ende nur Teile und Komponenten zusammen, Teile und Komponenten, die selbst aber wegen der Kostenvorteile eben nicht in den USA, sondern in Ländern wie Mexiko oder China hergestellt werden.
Das ist bei VW nicht anders, auch hier werden viele Zulieferteile und Komponenten eben nicht in Dtl., sondern in günstigeren Produktionsstandorten produziert.
Ein Fakt den scheinbar nicht Jeder begreift.
Erst einmal: Es gibt vielerlei Handelsbarrieren - Zölle sind nur eine Barriere. Man kann auch mit irgendwelchen technischen, angeblich gesundheitlichen oder ökologischen oder vielen anderen Begründungen den Handel einschränken. Manches davon solcher Art kann zwar gut gemeint sein, manches ist aber auch nur vorgeschoben, um irgendwelche inländischen Hersteller zu schützen. Da ist dann auch - fast überall - viel Scheinheiligkeit im Spiel. Gilt auch für die EU. Das beste Beispiel ist der Bereich der landwirtschaftlichen Erzeugnisse, die EU ist hier quasi eine Festung. Länder aus der Dritten - und auch aus der Zweiten (Ich habe mal den Fall Georgien untersucht) haben kaum eine Chance, auf den EU-Markt zu kommen. Und im den Unsinn auf die Spitze zu treiben: Statt diesen Ländern eine Chance zu geben, sich selbst zu helfen und ihnen den Markt zu öffnen, gibt man ihnen Entwicklungshilfe.
Wenn der Trump nun meint, dass die USA bei den sog. nicht-tarifähren Handelsbeziehungen (also Hemmnisse ohne die Zölle) benachteiligt werden, muss man darüber natürlich reden. Die EU und auch China haben sich in dieser Hinsicht nicht gerade liberal verhalten. Und gerade die EU ist aktuell auch noch dabei, den internationalen Handel mit irgendwelchen mit sozialen und ökologischen Vorschriften belasten zu wollen. So was ist völlig überflüssig.
Aber was ganz anderes ist es, dass die USA im industriellen Bereich an Wettbewerbsfähigkeit verloren haben. Üblicherweise würde das mit einer deutlichen Abwertung der Landeswertung einhergehen. Gab es aber nicht. Eine Währung ist eben auch immer politisch bestimmt - im Falle der USA schlägt deshalb auch die politische und militärische Stärke zu Buche. Weil man stark ist, darf man sich über einen starken Dollar freuen. Der gestattet es dann, dass man allüberall in der Welt günstig einkaufen kann. Aber weil das so ist, fließt eben viel Kohle aus den USA ab und schafft anderswo Arbeitsplätze. Da muss sich auch ein Herr Trump nicht wundern. Das ist dann eben kein unfairer Wettbewerb, sondern einfach nur der Effekt davon, dass man alles getan hat, Weltmacht Nr. 1 zu sein.
Wie Trump morgen reagieren wird, weiß keiner, eventuell er selbst nicht. Allerdings laufen seit längerer Zeit angeblich Untersuchungen auf republikanischer Seite wie man einen derartigen Kampf überstehen kann. Nicht grundlos sind die seltenen Erden aus Südamerika, Grönland und der Ukraine ein wichtiges Thema. Praktisch alles andere ist in den USA reichlich vorhanden.
Die Regierung kündigte darüber hinaus Kontrollen für den Export von Seltenen Erden in die USA an – darunter Samarium, Gadolinium, Terbium, Dysprosium, Lutetium, Scandium und Yttrium. Das soll bereits ab diesem Freitag gelten, hieß es in einer Mitteilung des Handelsministeriums und der nationalen Zollbehörde.
https://www.handelsblatt.com/politik/...-34-prozent-an/100119034.html
Mit den Exportverboten seitens China wird nur der Verdacht seitens den USA bestätigt, dass China derartige Mittel politisch bei Bedarf einsetzen werde und damit z.B. irgendwann Taiwan nicht mehr zu verteidigen wäre und man kuschen müsste. Mit diesem Schritt hat China den USA mMn ein großen Dienst geliefert und die USA stark motiviert China richtig einzudämmen. Wir sollten deshalb auf keinen Fall den Fehler machen uns China weiter auszuliefern oder gar an China anzudocken. Daraus könnten unschöne Entwicklungen entstehen. Wir (Europa) haben uns schon zu weit von dem Projekt Seidenstraße vereinnahmen lassen. Nicht gut. She. Panamakanal.
Als Japan zwischen den Weltkriegen aus dem Ruder lief und die USA in ihrem Status als Weltmacht bedrohte, hatte es ausgespielt. Momentan steht China als potentiell zukünftige mächtigste Weltmacht, sowohl wirtschaftlich als auch militärisch, auf der Agenda. Russland als Regionalmacht (Obama) ist bei diesem Spiel unwichtiger. Es ist naiv anzunehmen die USA würden freiwillig ins 2. Glied, egal wer dort gerade regiert. Die Methoden können unterschiedlich sein, nicht das Ziel.
Und Europa? Es muss schauen mit möglichst geringem Schaden aus der Affäre zu kommen. Nicht vorhandene Muskeln auf zu spannen bringt es nicht. Wir sind sogar kaum verhandlungsfähig gegenüber den Zöllen. Dabei würden erneut die Verfechter von Agrarerzeugnissen mit den von Industrieerzeugnissen sich streiten, z.B. Süd gegen Nord. Momentan wird in Brüssel diskutiert die Tech-Milliardäre im Internet zu besteuern. Man weiß aber leider nicht wie.
'Man weiß aber leider nicht wie.' Nö, es gibt genug Ideen dazu:
Google, Apple, Meta, Amazon und Co. zur Kasse bitten: Für Bayerns Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler) liegt die Antwort auf die aggressive Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump auf der Hand. "Eine kluge Antwort Deutschlands auf die neue amerikanische Zollpolitik wäre die rasche Einführung einer Digitalsteuer", sagte Mehring in München. "Zölle auf Autos? Digitalsteuer für Tech-Giganten!"
Dabei sollte die Bundesrepublik seiner Meinung nach nicht auf Europa warten: Als größtes EU-Land müsse Deutschland handeln, "statt sich von Trump und seinen Tech-Oligarchen am Nasenring" durch die Arena führen zu lassen. "Wir sollten nicht tatenlos zusehen, wie die USA uns mit hohen Zöllen schröpfen wollen, während amerikanische Tech-Konzerne hierzulande Milliardengewinne machen und nahezu keine Steuern bei uns zahlen", betonte der Minister.
Einnahmequelle für die Bundesregierung?
Vorbild für einen nationalen Ansatz könnten laut Mehring Regelungen in Frankreich und Österreich sein, die auf Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 750 Millionen Euro abzielten. Eine Digitalsteuer dürfe dabei innovative Digitalunternehmen in Deutschland nicht belasten. "Wir wollen Steuergerechtigkeit schaffen, aber keine Innovationsbremse für unsere heimische Wirtschaft."
Angesichts der geplanten Rekordschulden könne eine neue Bundesregierung auf diese Weise auch ihre Einnahmen steigern. In Anlehnung an das österreichische Modell schlägt der Minister vor, einen Teil der Erlöse einer Digitalsteuer für die Förderung von Qualitätsjournalismus zu verwenden, um die Existenz regionaler Medienunternehmen zu sichern.
Wirtschaftsweise: "Wäre der richtige Zeitpunkt"
Trump hatte am Mittwoch neue Zölle für Handelspartner in aller Welt angekündigt. Für Importe aus der EU sollen künftig 20 Prozent fällig werden. Europa sucht nun nach Antworten, dabei mehren sich auch Rufe nach einer Digitalsteuer. Die Chefin der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, sagte der "Rheinischen Post": "Eine besonders effektive Maßnahme wäre, die Dienstleistungen der Big-Tech-Unternehmen zu besteuern." Einzelne EU-Länder hätten jetzt schon eine Digital Service Tax. "Dies wäre der richtige Zeitpunkt, das EU-weit zu tun." ...
Man hat als Zensoren irgendwelche Studies angestellt, die zwar ziemlich fit darin sind, die einkommenden Postings danach zu beurteilen, ob sie ihrer eigenen politischen Haltung entsprechen - das war es dann aber auch. Wenn man versucht, tiefergehend auf irgendwelche ökonomische und politische Sachverhalte einzugehen, dann ist das schon verdächtig. Man versteht es als Zensor dann vieleicht oder wahrscheinlich nicht - und die Konsequenz ist: Löschen.
Ariva und seine Zensoren sind ein Spiegelbild der Gesellschaft in Deutschland: bloß keine Diskussionen zulassen, die sich außerhalb der gängigen Bahnen bewegen könnte.
Schon seit 2018 wird in der Europäischen Union eine Digitalsteuer diskutiert. Beschlossen wurde sie nie. Doch im Handelskonflikt mit Donald Trump hätte eine Abgabe für die Nutzung der europäischen Netz-Infrastruktur ihren ganz eigenen Charme.
Wenn europäische Unternehmen Teams-Meetings abhalten, Bürger Youtube-Videos gucken, per Whatsapp kommunizieren oder Serien streamen, nutzen Microsoft, Google, Meta oder Netflix dafür völlig kostenlos Internet-Leitungen, die europäische Investoren finanziert haben. Trotzdem müssen die Internet-Riesen nicht mal einen Teil der Gewinne, die sie damit erzielen, für die Nutzung der Netze abgeben.
Im Gegenteil: Oft werden selbst noch die hierzulande erzielten Gewinne mittels gewiefter Gestaltungen vollständig in Steueroasen transferiert und damit dem Zugriff des Fiskus weitgehend entzogen. Von den Gewinnen, die US-Internetriesen in Europa machen, haben die EU-Staaten also fast nichts. Ist das gerecht?
Pläne für eine Digitalsteuer gibt es seit 2018
Schon vor einigen Jahren kamen Forderungen nach einer Digitalsteuer auf, mit der Europa zumindest ein wenig an den florierenden Geschäften partizipieren würde. Jetzt, da Donald Trump Europa und die ganze Welt in einen Zollkrieg hineinzieht, könnte das Modell wieder auf den Tisch kommen.
Im Gespräch war damals ein Steuersatz von gerade mal drei Prozent. Schon so eine kleine Zahl würde reichen, um der Europäischen Union zweistellige Milliardeneinnahmen zu bescheren, wie eine Studie des Centre for European Policy Network in Freiburg, kurz „cep“, im Auftrag von Hubert Burda Media, jüngst zeigte. Ergebnis: Hätte die EU im Jahr 2018 allein diese dreiprozentige Digitalsteuer eingeführt, hätte sie seitdem einen zweistelligen Milliardenbetrag erlöst oder rund fünf Milliarden Euro pro Jahr.
Fünf MiIliarden Euro Mehrerlöse pro Jahr
Eine Digitalsteuer könnte dafür zusätzliche Mittel erlösen, die in den beschleunigten Ausbau der Digitalisierung in Europa fließen müssten, so das „cep“. Normalerweise sind die Freiburger Ökonomen Anhänger der freien Märkte und unverdächtig, sich für Regulierung stark zu machen. Doch drei Entwicklungen im Digitalmarkt halten sie für alarmierend:
- Die Internet-Riesen aus den USA und China sichern sich gerade die nächsten Wachstumsfelder im Bereich der KI-Modelle und bauen ihre Marktmacht weiter aus. Europas Rückstand wird dadurch stetig größer.
- Globale Tech-Konzerne wie Apple, Alphabet, Meta oder Amazon zahlen bisher kaum Steuern in der EU. Indem sie „freiwillig“ auf eine Digitalsteuer verzichte, stehe den Konzernen sogar noch mehr Geld zur Verfügung, mit dem sie die digitale Abhängigkeit Europas manifestieren. Die Einführung einer Digitalsteuer sei daher auch ein Akt, um die Steuersouveränität zurückzugewinnen.
- Insgesamt entgehen der EU, bei einem Steuersatz von drei Prozent auf digitale Dienste der US-Unternehmen, pro Jahr rund fünf Milliarden Euro. Seit dem Start der ersten Steuer-Initiative im Jahr 2018 verzichtet die EU somit auf rund 30 Milliarden Euro. ...
Denn gerade das große Außenhandelsdefizit hat ja erst zur US-Leitwährung geführt. Das ist u.a. auch einer der Gründe, weshalb die chinesische Währung keine Chance gegen den USD hat, weil hier keine Außenhandelsdefizite bestehen und China ja selbst USD oder Euros anhäuft, so wie Dtl. und Europa USD anhäufen.
Wie das ein Ökonom mal passend an zwei Extremen erklärte, ein Land, welches 100% seiner Waren exportiert, d.h. einen Handelsüberschuss hat, würde 100% seiner Arbeitsleistung leisten aber am Ende selbst ohne Waren dastehen. Es hätte zwar Geld auf dem Konto, doch was nützt dieses Geld, wenn am Ende keine Waren beim Konsumenten landen. Natürlich könnte man dieses Geld ausgeben und mehr Waren kaufen als man selbst produziert, dann hätte man aber kein Außenhandelsüberschuss mehr, sondern ein Defizit.
Auf der anderen Seite ist ein Land mit 100% Außenhandelsdefizit, welches Nichts produzieren muss und 100% seiner Waren importiert. Der Konsument muss faktisch Nichts leisten, kann aber konsumieren.
Über dieses Prinzip konnten die USA großen Reichtum anhäufen und gleichzeitig den USD zur Leitwährung machen. Denn rein rechnerisch ist es anders auch nicht möglich, weil denn die USA in der EU oder China einkaufen, d.h. Waren importieren, dann können sie das nur mit USD tun, weil sie selbst zu wenig in die andere Richtung exportieren um genügend EURO oder CNY zu besitzen.
Dass diese großen Außenhandelsdefizite nicht auf Dauer angelegt sind und Risiken mit sich bringen, das mag richtig sein, doch zu glauben, man könne dies auf radikale Weise auf 0 bringen, ohne dass das einen gewaltigen Wohlstandsverlust mit sich bringt, sondern sogar noch Wohlstand bringen soll, ist realitätsfremd. So funktioniert das nicht und führt unweigerlich in den Ruin.
Viele US-Unternehmen werden in die Verlustzone rutschen, weil sie die Kostensteigerungen nicht kompensieren können und die hohen Investitionskosten, um neue Fabriken in den USA zu bauen, jegliche Gewinnaussichten auf Sicht der nächsten Jahre zunichte machen werden.
All das wird sich auch auf die Mag7 negativ auswirken, viele US-Konsumenten wird das Geld für Netflix & Co. oder dem neuen iPhone fehlen.
Ich denke, solange Trump seinen radikalen Kurs nicht ändert, wird an den US-Börsen sell-the-top gefahren werden. Jede Erholung wird wieder abverkauft werden und der Kurs unter 5000, 4000, 3000, evtl. unter 2000 Punkte fallen, wobei ein Wertverfall des USD dem evtl. entgegenwirken könnte.
Man vergleicht die aktuelle Krise mit vergangenen Krisen und rechnet vor, dass der Aktienmarkt im Mittel um 35% korrigierte.
Das Problem an dieser Rechnung aber ist, dass Krisen in der Vergangenheit nicht politisch herbeigeführt wurden, sondern die Ursachen in einschneidenden Ereignissen und der daraus resultierenden Folgen und Panik liegen oder sich Finanzblasen gebildet haben.
Kommt es dann zu einer Krise, so werden im Regelfall zeitnah auf politischer Ebene Gegenmaßnahmen eingeleitet und über neue Schulden die Konjunktur wieder gestützt, die Leitzinsen gesenkt.
Doch bei der aktuellen Krise ist das in den USA nicht zu erwarten, denn damit würde Trump sein Gesicht verlieren, müsste er nämlich eingestehen, dass er mit seiner Politik falsch lag.
Deshalb wird er an seinem Kurs festhalten, koste es was es wolle und versuchen den Schuldigen an anderer Stelle zu suchen oder sich in Durchhalteparolen üben.
Dadurch fällt die Rezession deutlich schärfer aus, weil der Retter in der Not, der US-Staat, nicht parat steht.
Hinzu kommt, dass die US-Unternehmen sehr hoch bewertet sind, viele US-Bürger und US-Unternehmen hoch investiert in US-Aktien sind und diese Aktien zu Geld machen müssen, weil die finanzielle Situation es erfordern wird. Und dann braucht man nicht viel Fantasie um zu verstehen, wenn Millionen vom Amerikanern viele Billionen ihrer Geldvermögen ins Trockene bringen wollen oder müssen, der Verkaufsdruck gewaltig sein wird, so gewaltig wie andererseits in guten Zeiten der Kaufdruck gewesen war. Die deutliche Outperformance vergangener Jahrzehnte wird dann auf einen Schlag egalisiert werden.
trump pokert hoch, keine frage. er hat sich aber diesmal gut darauf vorbereitet.
Daher hat er nur recht, wenn er sagt:
"The world has never seen this before".
(Es ergab sich auch die Gelegenheit, einige liegengebliebene, längst weit ins Minus gelaufene Shorts auf Einstand aufzulösen. Man muss eben immer die Chancen nutzen, die der Markt gerade bietet).
Wall Street bricht erneut ein
Quelle:
https://www.youtube.com/watch?v=n-C8WiOWSyk
Im Basisszenario von Goldman Sachs geht man davon aus, dass die Gewinne im S&P500 um 3% in diesem Jahr zulegen werden. In diesem Basisszenario hätte der S&P bei einem KGV von 22 "nur" Aufwärtspotenzial bis 5500 Punkte. Dabei wäre dieses Szenario noch keine Rezession, sondern lediglich eine deutliche Abschwächung des Wachstums.
Fraglich ist, inwieweit bei einer solchen Abkühlung des Wachstums ein historisch eher am oberen Ende liegender KGV von 22 haltbar wäre.
Zitat sinngemäß, "Man muss schon bis ins Jahre 1911 zurückgehen um eine vergleichbare Zollbelastung gehabt zu haben. Dass was wir gerade erleben ist ein Ausnahmezustand."
Zum Abschluss hat er passend gesagt, dass Trump hat sich mit seinen Aussagen in eine Sackgasse bewegt hat, aus der sehr fraglich ist, wie er dort wieder herauskommen will.
Deshalb halte ich das Basisszenario für zu optimistisch. Denn wenn man die Politik Trumps seit seinem Amtsantritt verfolgt, so hat er zwar immer wieder auch Zölle revidiert, doch nur um sie danach noch höher und tiefgreifender durchzusetzen. Das Narrativ der Zölle als Verhandlungstaktik ist überholt.
Allein seine Rede von gestern sowie die Rede von Heute sind eigentlich Beweis genug um dieses Narrativ entkräften zu können. Denn dieser Handelskrieg wird längst auf ideologischer Ebene geführt, da geht es darum, die USA als Opfer darzustellen gegen die Welt aufzuwiegeln.
Und weil Karlchen hier Russland ins Spiel gebracht hat, so könnte die ideologische Reise Trumps ein faschistischer US-Staat stehen, der wie Russland, jegliche demokratische Mechanismen abgeschafft und eine Quasi-Autokratie errichtet hat.
Das zeigt, dass man die konservative oder besser libertäre Revolution nicht verstanden hat. Denn hier geht es um Läuterung und nicht um Reindustrialisierung oder Joe Sixpacks löchrige Brieftasche. Religiöse Erweckungs-, Erlösungs- und Endzeitphantasien aus dem tonangebenden evangelikalen Spektrum sind die Motive, die sich im aus der Welt gefallenen Amerika nun austoben.
Die Börsen haben hier, wie so oft, den richtigen Riecher. Die richtige Gegenstrategie besteht deshalb darin, einen möglichst grossen Bogen um das untergehende Empire zu machen und alles tun, nicht mit hineingezogen zu werden. Das ist nicht ohne Hoffnung, auch wenn erhoffte Geschäfte dabei abgeschrieben werden müssen. Denn mit der Dystopie, die sich jetzt in den US abzeichnet, dürfte die konservative 'antiwoke' Revolution für Jahrzehnte erledigt sein.
"Grok rebelliert
Aufstand der Maschine: Elon Musks Chatbot wendet sich gegen ihn
Aktualisiert am 04.04.2025,
Elon Musks KI-Firma xAI steht vor einer Herausforderung: Ihr Chatbot Grok widersetzt sich bisher allen Versuchen, ihn zu kontrollieren. Und widerspricht dem Tech-Milliardär beständig – sehr zu dessen Leidwesen. ..."
https://web.de/magazine/panorama/...lon-musks-chatbot-wendet-40838568
Diese zudem waffenstarrende US-Gesellschaft brauche ich nicht mal für den kleinsten Urlaub!
"Trotz Aufenthaltsgenehmigung
Deutscher seit vier Wochen in US-Gewahrsam - schwere Vorwürfe gegen Behörden
Aktualisiert am 04.04.2025,
Ein Deutscher mit US-Aufenthaltsgenehmigung will in die Vereinigten Staaten einreisen - und sitzt seitdem in Abschiebehaft. Nun wandte er sich mit einer Botschaft an seine Unterstützer. ..."
https://web.de/magazine/panorama/...were-vorwuerfe-behoerden-40845084
Bis dahin sind es allerdings noch gut 19 Monate und ob dann diese Zwischenwahlen noch unter fairen Bedingungen stattfinden werden, muß man angesichts der von den MAGA-Reps angestrebten Wahländerungen leider schon jetzt etwas bezweifeln.
https://de.m.wikipedia.org/wiki/...twahlen_in_den_Vereinigten_Staaten
https://www.stern.de/politik/ausland/...er-seine-arbeit-35605294.html
Nächste Woche wird "Disapprove" (Nichtzustimmung) im Durchschnitt der Umfragen wahrscheinlich über 50% stehen und sich die Spanne ausweiten:
https://www.realclearpolling.com/polls/approval/...mp/approval-rating