Ökonomen streiten über Verteilungsfrage
Seite 560 von 7878 Neuester Beitrag: 27.02.25 14:02 | ||||
Eröffnet am: | 04.11.12 14:16 | von: permanent | Anzahl Beiträge: | 197.928 |
Neuester Beitrag: | 27.02.25 14:02 | von: Dreiklang | Leser gesamt: | 37.667.485 |
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Optionen
ING-Markets hat das wahrscheinlich korrekt erfaßt:
"Am Ende des nachbörslichen Handels stand für den DAX (...) ein gewaltiges Plus zu Buche. Aber welchen Anteil hatte diese Reduzierung der Stützungskäufe daran? Faktisch gar keinen, denn wenn die Marktteilnehmer in ihrer Gesamtheit auf diese ja eigentlich von vielen erwartete Maßnahme reagiert hätten, so hätte sich die Relation des Euro zum US-Dollar nennenswert bewegen oder der Bund Future eine starke Reaktion zeigen müssen. Doch beides war nicht der Fall - und selbst der Goldpreis notierte am Ende nach extremen Schwankungen wenig verändert. Es wurde dadurch sehr deutlich, dass diese Rallye ausschließlich mit Blick auf den großen Verfalltermin für Futures und Optionen am kommenden Freitag entstand. Denn der findet weder bei den Währungen noch bei Gold statt, sondern ausschließlich am Aktienmarkt. Und dass die Notierungen unmittelbar nach Bekanntgabe der Notenbank-Entscheidung zunächst deutlich abrutschten und erst eine Minute danach in eine massive Rallye übergingen, zeigt deutlich, dass hier die großen Akteure an den Terminmärkten ihre Chance nutzen, um doch noch eine Abrechnung der Futures und Optionen am oberen Ende der Handelsspanne der vergangenen Wochen zu erreichen (...)"
Onkel Ben und seine Fed erklärten gestern Abend den Einstieg in den Ausstieg der expansiven Geldpolitik. Geiz nenn ich das nicht, eher sanfte Therapie.
Der Kranke wird nicht abrupt aus der Reha geschmissen, er wird weiter umsorgt. Er lernt allmählich, ohne Rollstuhl zu laufen. Die Beseitigung oder Linderung der Symptome wird vom Ärzteteam ( Fed) aber weiter überwacht. Die Wiederherstellung der körperlichen und psychischen Funktion scheint damit einigermaßen gesichert.
Fazit: Ben Bernake ist einfach ein guter Doc...
Ähem--- natürlich nur aus Sicht von uns Bullen....
Da trifft es sich gut, dass einer der führenden Geldpolitiker im Euro-Raum, Wolfgang Schäuble, zum Thema "Bankenrettung" die Gesamtsituation ganz ungeschminkt so darstellt, wie sie ist. Auch der Laie kann sich dann einen klaren Überblick verschaffen und über die vernünftigste Anlage seiner Ersparnisse selbst entscheiden.
http://www.wdr.de/tv/monitor//extra/interviews/schaeuble_131107.php5
Später, nach dem mehr als überraschenden Platzen der nächsten Kreditblase, werden die einmal mehr prekär gewordenen Banken selbstverständlich behandelt wie gehabt: Staaten, die sich leisten können, sanieren ihren Saftladen zur Lasten der Konkurrenz draussen, die andern wickeln ab. Der Bitcoin oder sein Nachfolger erleben eine Renaissance, alle Beteiligten versichern sich gegenseitig, dass es so nicht weitergehen könne und die AFD wird punkten können mit der populären Forderung, die wettbewerbsunfähigen Bundesländer aus dem Währungsverbund zu entlassen...
Und es muss sie auch in Zukunft geben, denn man kann nicht alles im Kapitalismus in Beton giessen, alles bis aufs letzte Tüpfelchen regulieren.
Denn wenn die Menschen gar nichts mehr wagen, jedes Risiko scheuen, herrscht Stillstand im Land. Und woanders spielt die Musik.
Es muss also immer Banker geben, die auf Risiko setzen und im Crash auf die Guillotine geschickt werden.
Doch wenig später muss man sie wieder reanimieren.
Die Welt braucht Geld.
Grad in Demokratien, wo Politiker ihre Wähler mit Geschenken verhätscheln, um ans Ruder zu kommen--- siehe aktuell die GroKo.....
Herauskristallisieren tut sich momentan, dass es im Falle eines Falles, die europäischen Regeln zur strengen Anwendung kommen sollen wenn der jeweilige Staat das Problem nicht alleine stemmt und europäische Hilfe beantragt.
Neben dem Aufbau des europäischen Hilfsfonds wird es also weiterhin die jeweiligen nationalen Einlagensicherungsfonds geben und damit wird genau das nicht erreicht, was etliche Problemstaaten wollten. Ihre Banken werden eben aus Sicht der Praxis ein erhebliches Risiko für nationale Firmen darstellen. Eine Firma muss nämlich nicht besonders groß sein um über 100000 Euro Einlagen bei einer Bank zu haben. Würde sich ein Großteil der Einlagen über 100000 Euro auflösen wären viele Firmen Pleite. Also nutzt doch die spanische Firma besser die Dienste einer deutschen Bank.
Zusammenfassend bleibt festzustellen, dass über die bis jetzt angedachte Bankenunion der Reformdruck von den Problemstaaten nicht genommen wird. Um ihre Banken konkurrenzfähig zu halten müssen sie ihre Wirtschaft konkurrenzfähig machen und ihre Staatsfinanzen in den Griff bekommen.
Der Versuch zu einer Vergemeinschaftung der Schulden über eine Bankenunion zu kommen scheint erstmals abgewehrt. Und die Finanzwirtschaft in den Problemstaaten wird weiter schrumpfen müssen. Es ist im Prinzip nichts anderes passiert als das Modell Zypern in Regeln zu kleiden. Und bei dem nächsten großen Krach wird dann im jeweiligen Land auch noch die 100000 Euro-Grenze fallen.
In wirtschaftlich starken Staaten wird also weiterhin der Steuerzahler alles stützen und in wirtschaftlich schwachen Staaten werden Eigentümer und Kunden mit ins Bot genommen.
Und nichts würden wir Spekulanten wohl mehr hassen, als wenn sich Kurse so lahm bewegen würden wie das BIP.
Also "dankt" den dumm- dreisten Lehmännern, dass sie jedem US- Bittsteller seine Villa gönnten. Und damit noch vor Steinbrücks Abgeltungssteuer einen riesigen Schnäppchenmarkt schufen.
Soviel Rabattaktionen wie der Markt 2008/ 2009 hatte, werden sich Aldi/ Lidl nie leisten können.
Und mal ehrlich. Viele, die den Zug bisher verpasst haben, warten doch auf irgendeine große Dummheit. Um mal wieder günstiger einkaufen zu können...
das ist also dein demokratieverständnis.
Sollten den "polotiker" nicht das ganze volk vertreten?
Sind politiker nicht auf "VolK"?
nicht in deiner welt anscheinend.......
notwendige reformen sind dann auch immer "geschenke". aber die haben ja auch nur die obersten 10% verdient...
http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/...enjahr-2009-a-939989.html
Berlin - Wer jetzt noch Geschenke für Weihnachten besorgen will, sollte sich dies womöglich überlegen. Denn die Reallöhne von Arbeitnehmern in Deutschland sinken. Allein im dritten Quartal gingen sie so stark zurück wie seit gut vier Jahren nicht mehr. Nach Abzug der Inflation hatten die Beschäftigten 0,3 Prozent weniger in der Tasche als ein Jahr zuvor, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit.
"but this time is different"
und die gute Nachricht ist, dass die Realwirtschaft davon profitiert, denn der Bürger kompensiert die sinkende Kaufkraft durch steigende Nachfrage:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/...ger-zinsen-a-940242.html
Sichere Jobs und niedrige Sparzinsen - die Deutschen wollen ihr Geld im großen Stil ausgeben. Laut GfK sinkt die Sparneigung, die Konsumstimmung ist so gut wie seit sechs Jahren nicht mehr.
Dank der Modernen Geldpolitik und dank ihrer Protagonisten werden Wunder wahr.
ernsthafte Bankenkrisen ereignen sich relativ selten - ganz im Gegensatz zu jenen goldenen Zeiten, als das Geld noch 'gedeckt' und eine antizyklische Geld / Fiskalpolitik deshalb kaum möglich war. Sie ereignen sich sich jedoch zwangsläufig, weil das Vermögen von Banken substantiell aus Kreditforderungen an Private besteht, die mit dem bekannten Hebel aufs Eigenkapital beachtliche Performance in beide Richtungen generieren...
Weil die Privaten sich vs Einkommen und bei postrecessiv billigem Geld zyklisch überschulden (mit der antyzklischen Fisalpolitik als counterpart) müssen, um Wachstum zu erzeugen, wird regelmässig der Punkt erreicht, in dem das Vertrauen in die Bedienung des Kredites stiften geht. Entwerteter Kreditbestand als Folge bei gleichzeitig erodierendem Neugeschäft lässt Bankbilanzen prekär werden. Vom Volumen der privaten Kreditblase hängt dann ab, wieviel Banken das Scenario aus eigener Kraft überleben können. Grosse und kleine Creditcycles....
Seit 1.1.2012 bis heute sind die Reallöhne deutlich gestiegen. Seit 1.1.2013 sind die Reallöhne leicht gefallen. Sind jetzt die Menschen ärmer geworden weil viele 2012 so große außergewöhnlichen Einnahmen hatten und die Tariferhöhungen nicht jedes Jahr identisch sind?
Bezüglich dem Konsum sollte man schon die verschiedenen Gruppen betrachten. Diejenigen welche am Zahnfleisch daherkommen hatten eine wesentlich stärkere persönliche Inflation als diejenigen welche es besser geht. Wieso? Die Inflation spielte primär bei Lebensmittel, Energie und in den Ballungsgebieten beim Wohnen. Deshalb steigt ja such der Konsum leicht an ohne dass die private Verschuldung dementsprechend zulegt. Stark wird er sicherlich nicht zulegen. Man sollte die Verkaufsmotivationspropagamda um Weihnachten nicht so ernst nehmen.
Das BIP crashte 4,1 Prozent nach oben. Die frühere Schätzung von 3,6 Prozent wurde nach oben korrigiert.
Auch hierzulande scheinen die Verbraucher selig. Die GfK sagt für Januar einen Anstieg ihres Konsumklima- Barometers auf 7,6 Punkte voraus.
Der Kaufrausch scheint auf Dax und co. abzufärben.....
Die Aktien- Phobie hält an.
Laut Bundesverband Deutscher Banken bevorzugen die meisten Deutschen weiter Tagesgeld oder Festgeld--- also nach Abzug der Inflation Verlust.
91 Prozent der Deutschen können sich nicht oder eher nicht vorstellen, bei der Geldanlage ein höheres Risiko einzugehen.
Damit bleibt der Kontraindikator intakt. Schlimm wirds für uns Bullen, wenn meine Landsleute mal wieder umdenken--- wie Ende des letzten Jahrtausends...
Nur wenn der Staat sinnvoll und sparsam - damit ist nicht der Geiz gemeint - witschaftet, sehen die Bürger auch notwendige Abgaben und Steuern für Investitionen ein. Über die erhöhten Einnahmen können dann auch die Investitionen finanziert werden. Geschieht das nämlich nur über Verschuldung wird die Finanzblase weiter angefeuert und die Überschüsse aus dem Export blasen zusätzlich das weltweite Finanzsystem auf.
Was für unsere Gemeinden gilt, gilt genau so für den Süden. Nur die schwäbische Hausfrauenlogik bringt es zu nachhaltig funktionierenden wirtschaftlichen Strukturen und dämpft gleichzeitig die Korruption und erhöht die Qualität der Verwaltung. Und ohne funktionierende Verwaltung und bei gleichzeitig steigender Korruption verfällt alles und es herrscht dann Elend trotzdem massenweise Geld verbrannt wurde. Praktisch kann man das sehr schön in Süditalien und in vielen Teilen Griechenlands beobachten. Wenn es mal so weit gekommen ist, bleibt nur noch das Elend!
Eine funktionierende Binnenwirtschaft löst nicht zwanghaft die Probleme die in der Finanzwirtschaft durch dauernde Exportüberschüsse entstehen. Diese kann man nur zum Teil reduzieren in dem man die Finanzierung der Überschüsse erschwert, also dass sich die Abnehmer nicht beliebig verschulden können, diese also stärker nach schwäbischer Hausfrauenlogik wirtschaften. Geschieht dies, sind die "Sparer" aus den Überschussländer auch eher bereit Investitionen in derartigen Ländern mitzutragen.
Jede noch so tolle volkswirtschaftliche Theorie ist nämlich keinen Cent mehr wert wenn der Markt nicht mehr mitspielt. Dass der Norden in der EU nicht mehr bereit ist dem Süden Geld zu verleihen hat nichts mit Sparbeschlüssen zu tun. Der Grund liegt ganz einfach im verlorenen Vertrauen. Und das kommt über sinnfreie Wirtschaftstheorien nicht wieder, welche den Menschen an sich außen vor lassen. Ein gutes Beispiel ist obiges Bild bezüglich preisbereinigten Arbeitnehmerentgelte. Dabei muss man versuchen sich die Frage zu beantworten weshalb ab Anfang der neunziger die Arbeitnehmer nicht mehr voll am Produktivitätszuwachs beteiligt wurden. Meine Meinung dazu ist eindeutig. Bedingt durch die Wiedervereinigung gab es zu viele Arbeitnehmer (Überangebot) und dadurch wurde deren "Verhandlungsposition" stark geschwächt. Sogar ihre Vertreter trauten sich nicht mehr massiv gegen manchen Unsinn in der Agenda 2010 anzugehen. Ein gutes Beispiel, dass Gewerkschaften auch nicht alles können. In der Schweiz sind die Gewerkschaften schwach, die Arbeitnehmereinkommen aber Spitze! Grund: Sehr guter Arbeitsmarkt. Mit dem Zurückgehen des Überangebots an Arbeitskräften wird sich die Lage auch bei uns wieder normalisieren, der Mindestlohn wird dazu nichts beitragen. Ein Grund weshalb so viele Firmen nach Einwanderung schreien. Sie lieben die jetzige Lage und bei "ausreichender" Zuwanderung schlucken sie sogar einen Mindestlohn.