Ökonomen streiten über Verteilungsfrage
Seite 557 von 7877 Neuester Beitrag: 27.02.25 12:33 | ||||
Eröffnet am: | 04.11.12 14:16 | von: permanent | Anzahl Beiträge: | 197.921 |
Neuester Beitrag: | 27.02.25 12:33 | von: Malko07 | Leser gesamt: | 37.663.711 |
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Antiamerikanismus gibt es und er gewinnt bei bei moralisch umstrittenen Projekten der Amis an Momentum. Ob von links oder von rechts, wie hier prototypisch von AL vorgetragen, die Auflösung ist stets dieselbe: Immer sind es 'geheime' Motive, die hinter einer offiziellen Agenda wirksam werden (Öl, militärisch-industrieller Komplex, QE usw). Die hier kommunizierte Kritik hatte entgegen Deines Vorwurfes nichts damit zu tun, denn sie hinterfragte das Rational der von Obama propagierten Agenda - wie man retro sehen konnte, zurecht...
Zum "Rational der von Obama propagierten Agenda" hatte zaphod eine klare Auffassung:
"In diesem Tagen wird viel Nonsens geschrieben, fern ab jeder Realität. Zum Glück sind die Amis Realpolitiker die das nicht kümmert. Ihnen geht es nur darum, die C-Waffen zu sichern, koste es was es wolle."
Und genau das haben sie erreicht, und zwar NUR mit ihrer Interventionsdrohung.
Ich selbst hätte die USA und Europa gern früher in einer Strategie gesehen, nachdem der Bürgerkrieg begann und das Land defacto gespalten war. Er hätte nicht ausufern dürfen in einen arabischen Dschihad. Dazu hätte man die Türkei ganz eindeutig einbinden müssen. Die hat unter Erdogan allerdings lieber Dschihad-Kämpfer über Istanbul (die laufen da busladungsweise auf wie Pop-Stars) in den Krieg geschleust und Territorialknappsereien veranstaltet. Sowas muss in der NATO klar sein: das geht nicht. Mit den Kurden hätte man sich leicht einigen können, dafür gibt es in der Türkei, Nordirak und Syrien selbst inzwischen genügend Muster.
Ich werfe Obama - und den Europäern eigentlich noch mehr - etwas völlig anderes vor, nämlich dass sie keine Syrien-Strategie hatten. Und keine Türkei-Strategie, und schon gar keine Arabien-Strategie. Das ist übelste Schönwetter-Politik, das kann man sich so in diesen Nachbarregionen nicht erlauben, das kann sich Europa nicht erlauben. Flüchtlinge verteilen, Särge liefern, das ist zu wenig. Das kann man aber in diesen Regionen Zukunft noch oft machen, wenn man zum Nation-Building keine fundierte Meinung hat, jede Krise dort ausufern und wuchern lässt und am Ende selbst in Gefahr gerät.
Die Balkan-Bürgerkriege waren ein Beispiel, wie Europa schließlich Verantwortung übernahm, Verhältnisse auch gegen erhebliche Widerstände klären half. Rot-Grün hat das damals sehr reell gemacht, was retro natürlich jeder interessierte Idiot, Linker oder Rechter exakt andersherum sehen mag. Es scheint kein historisches Gedächtnis mehr zu geben im Multimedia-Zeitalter, und kein regionales und europäisches Bewusstsein im globalen Traffic-Zeitalter. Syrien ist Nachbarschaft.
Die Aufwertung des Yuan sei noch nicht zu Ende, schrieben die Analysten der HSBC in einem Kommentar. "Die PBoC scheint dem wachsenden Druck des Kapitalzuflusses nachzugeben." Spekulativ orientierte Anleger drängen seit Monaten nach China, um von den höheren Zinsen dort zu profitieren. So bieten chinesische Anleihen mit einer Laufzeit von einem Jahr derzeit eine Rendite von 4,06 Prozent, während vergleichbare koreanische Schuldtitel gerade einmal 2,6 Prozent abwerfen." n-tv
Zum einen stehen uns die Schiiten kulturell näher, aber wir hatten uns im Iran die Finger verbrannt. Die wahabitischen Saudis sind großer Öllieferant und wir erlauben uns nicht aufzumucken, ob es nun um die Moschee in Bonn oder Ulm geht, von den Saudis finanziert und mit offensichtlich starken Kontakten zur al-Qaida. Es wird dort engagiert gegen die Menschenrechte gepredigt - schlimmer als von manchen Nazis! Momentan rüsten wir die Wahabiten hoch - haben viel Geld und erinnern uns an unser frühes Mittelalter.
Unser Verhalten bezüglich den Aufständen in Nordafrika war von großer Einfalt gesteuert und unser militärisches Eingreifen hat nichts verbessert. Die Lage ist eben nicht so einfach wie im früheren Jugoslawien, bei der es im wesentlich darauf ankam eine nationale Gruppe (die Serben) in die Schranken zu weisen.
So war es nicht so überraschend, dass aus lauter geistiger Verzweiflung, Obama mit einem typischen US-Militärschlag drohte nach dem Motto: "Wenn es schon viele Tote gibt, wollen wir uns an dem Abschlachten auch beteiligen." Und gleichzeitig schleichen sie aus Afghanistan, wo dieser Komplex einen unsinnigen Krieg erzeugt hatte, bei dem in der Abschlussbilanz nur eine große Produktion an Mohn und viele Tote stehen werden.
In Syrien geht das Morden weiter. Es ist der Start der großen sunnitische-schiitischen Auseinandersetzung in dieser Region. Es gibt kein schwarz-weiß., das es uns erlauben würde einfach Partei zu ergreifen. Es gibt keinen Staat, der eigene Truppen dort zwischen die Fronten schicken will. Da hilft es auch nicht die Toten zu beklagen. Manche Konflikte müssen eben ausgetragen werden, auch wenn die Ermordung von Ali schon lange zurück liegt. Derartige Kriege dauern oft Jahrzehnte, manchmal Jahrhunderte. Sie müssen sich ausbluten, damit so etwas wie Rationalität einkehren kann.
Wenn jemand glaubt mit der Entmachtung des Assad Clans würde dort Frieden einkehren, hat er keine Ahnung von diesem Konflikt und der dortigen Lage. Das Abschlachten würde weiter gehen. Zu viele Rechnungen sind offen und die Radikalisierung ist zu groß. Ob es einen wirklichen Sieger dort geben sollte, darf bezweifelt werden. Wir erleben eben gerade den Clash der Kulturen, nicht zwischen Orient und Okzident, nein innerhalb des Orients. Einer der seine Soldaten in diesen Konflikt schickt verachtet diese abgrundtief oder ist hochgradig verrückt. Und dann zum Ausgleich bombardieren ist auch nicht von einem geistig höheren Stand.
Eine verantwortliche Politik der Deeskalation würde darauf hinarbeiten, den äusseren Support des Bürgerkrieges zu beenden, was die Herstellung von Einvernehmen unter den beteiligten Mächten voraussetzte. Verbunden mit einer Exitoption für betroffene Individuen, die Sicherstellung von Versorgung der Flüchtlinge, die Einrichtung von Schutzzonen. Dass die Politik daran nicht interessiert ist, sondern im Gegenteil weiterhin lokale Konflikte als Hebel globalen Einflusses bzw Demonstration von 'Glaubwürdigkeit' nutzt, sollte der Gegenstand unserer Kritik sein...
Forschungsausgaben so hoch wie nie
10.12.2013, 10:43 Uhr, aktualisiert heute, 12:21 Uhr
Die Investitionen deutscher Firmen in Forschung und Entwicklung sind auf einem Rekordhoch. Die größte Summe stammt aus der Industrie. Externe Forschungsaufträge liegen im zweistelligen Milliardenbereich.
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/...nie/9196162.html
Man mag es kaum glauben, aber wenn es im Svenska Dagbladet steht:
http://www.svd.se/opinion/brannpunkt/...sultaten-i-skolan_8808502.svd
muss ja irgendwas an der deutschen Schulreform nach dem "Pisa-Schock" dran sein, jedenfalls hat man nicht nur Schweden locker umrundet bis in die Spitzengruppe, sondern im Gegenzug ist Schweden mit seinem integrierten Schulkonzept wohl gescheitert.
Hervorgehoben wird im Artikel, dass die dt. Schulreform nicht mit zentralisierten Konzepten aufwartete, sondern das gegliederte Schulsystem beibehalten habe, bei aber nun stark vergleichenden Studien zwischen den Bundesländern, was eine gewisse Standardisierung und letztlich auch zentralisierte Auswertung (Benchmarking) beinhaltete. Insbesondere wurden auch die vorhandenen Mittel inklusive verbesserter Lehrerausbildung effektiv eingesetzt, weil man in den Institutionen selbst den Erfolg suchte. Dieser scheint, dem Artikel folgend, geradezu furios zu sein. Von einer "ingenieurmäßigen" Lösung der dt. Schulkrise ist die Rede.
Im Kommentarteil tauschen sich Eltern darüber aus, wie und wann sie ihre Kinder "wohin" platzieren wollen, die Wahl des Wohnortes scheint von der Schulsituation abzuhängen (Kindergarten besser in Schweden, ab Vorschule in Deutschland).
Deeskalation gegenüber den Gotteskrieger ist wohl ein Witz. Die lachen sich darüber kaputt. Werden wir die nächsten Jahre sehr schön in Afghanistan erleben. Es gibt eben Ideologien, die ändern sich nicht wenn man sie streichelt. Wahabiten und Taliban mit friedlichen Diskussionen zu "bekehren" wäre der Witz des Jahrhunderts. Flüchtlingen helfen ist eine humanitäre Aufgabe welche an dem Konflikt überhaupt nichts ändert. Das Einrichten von Schutzzonen verlangt militärisches Personal Vorort: Freiwillige vor!
In Syrien hatte der Bürgerkrieg völlig andere Gründe und Fronten und Teilnehmer. Es ist einfach nicht wahr und reine Assad-Putin-Propaganda, dass "Gotteskrieger" ihn auslösten. Die meisten Seiten sind inzwischen sogar trotz des ungeheuerlichen Gemetzels grundsätzlich bereit, sich zusammen zu tun, um die "Gotteskrieger" auszuschalten. Die kamen nämlich erst zunehmend ins Spiel und wurden eine Macht, je länger und grausamer der Bürgerkrieg tobte. Die Türkei half dabei kräftig mit und musste jetzt erst reagieren: http://www.spiegel.de/politik/ausland/...ische-kaempfer-a-936754.html
Es reicht bei diesen Themen bei Weitem nicht, ausgerechnet mit Putin, Bush und Assad "Realist" zu sein.
Heute bomben arabische Sunniten im Irak die Schiiten in die Luft (stark durchdrungen von Absplitterungen der al-Quaida, finanziert von den Saudis). In Syrien sind die sunnitischen Gotteskrieger heute die stärkste Oppositionsgruppe, finanziert durch die Saudis. Die sogenannte bürgerliche Opposition ist praktisch nicht mehr präsent. Sie ist hauptsächlich nur noch im Ausland tätig.
Dass es so gekommen ist, hat sehr viel mit der westlichen Politik zu tun. Die Russen haben auch noch gezündelt um ihren Einflussbereich zu erhalten.
Tatsache ist aber leider, dass bei einem Abdanken der heutigen Führungsschicht die Gotteskrieger die Führung übernehmen werden. Man hat eben die Falschen zu lange unterstützt, so wie anno dazumal in Afghanistan. Man wollte den Ost-West-Konflikt über diese Staaten verlängern und hat dabei die Gotteskrieger gestärkt. Geistig minderbemittelt eben! Dass man dabei auch noch von Putin am Nasenring durch die diplomatische Arena geführt wird, bezeugt unsere unendlich "tolle" Politik.
in der Spitzenliga der wichtigsten globalen Währungen mitspielen. Was allerdings bislang fehlte, war neben diversen fundamentalen Gesichtspunkten ein einprägsames Symbol für die Landeswährung. Auf dem geplanten Weg des russischen Rubel hin zu einer globalen Reservewährung hat die Zentralbank nun zumindest letzteres Problem aus dem Weg geräumt: Der Rubel hat seit Mittwoch ein eigenes Symbol. Dabei standen Euro, US-Dollar und Pfund Sterling offenbar Pate, denn zumindest in optischer Hinsicht hat der Rubel zu seinen Vorbildern gleichgezogen." wsj
The trade-weighted effective exchange rate index is an economic indicator for comparing the exchange rate of a country against those of their major trading partners. By design, movements in the currencies of those trading partners with a greater share in an economy's exports and imports will have a greater effect on the effective exchange rate. In a multilateral, highly globalized, world, the effective exchange rate index is much more useful than a bilateral exchange rate, such as that between the Australian dollar and the United States dollar, for assessing changes in the competitiveness due to exchange rate movements.
Insofern ist dies einfach eine völlig falsche Erklärung: "In Syrien geht das Morden weiter.
Es ist der Start der großen sunnitische-schiitischen Auseinandersetzung in dieser Region."
Das ist nicht so in Syrien, das war so im Iraq.
Syriens gutes Verhältnis zum Iran hat andere Gründe als die schiitischen Religion selbst.
Bevor es zur nächsten blödsinnigen Aussage kommt: Ich habe nie behauptet, dass die gesamte arabisch sunnitische Bevölkerung zu den Gotteskrieger gehören würden. Nur diese Gotteskrieger stellen die relevante bewaffnete Gruppe der Opposition. Der restliche Teil der arabischen sunnitischen Bevölkerung (absolute Mehrheit) leidet nur und kämpft nicht, auch kaum politisch.
Bürgerkriege, wie alle Kriege, sind selten eine Angelegenheit der Mehrheit. Das waren die Religionskriege in Europa auch nicht.
Auch die Muslimbrüder in Ägypten stellten nach unserer Sicht keine demokratische Mehrheit dar (ca. 25% Stimmenanteil). Die Aktiven stellen nicht mal 5% der Bevölkerung dar. Einen Gottesstaat für 100% wollten sie trotzdem einführen.
Libyen ist inzwischen zu fast 80% in der Hand der Gotteskrieger. In der Gesamtbevölkerung sind sie ein verschwindend kleine Minderheit. Mehrheit/Minderheit sind allerdings nicht eelevante Begriffe in dieser Region. Wäre es anders, würde es die Probleme gar nicht geben und es gäbe auch keine Religionskriege. Religion war eben immer auch schon ein Mittel der Führung. Und in dieser Region geht es darum ob die Schiiten (Iraner) oder die Wahabiten (Saudis) führen werden.
Die Militarisierung des Iran (theokratische Militärdiktatur) war keine zwingende Folge der Revolution 1978 - 1980, wohl aber eine Folge des fast 10 Jahre dauernden I. Golfkrieges. De facto sah sich der Iran seit der Revolution in einem nicht erklärten Krieg mit den USA. Man kann die Schuld dafür schwerlich Iran allein zuweisen. Lange Zeit setzte der Westen auf den (sunn.) Irak und Saddam Hussein. Als sich für Saddam abzeichnete, dass er Iran nicht beikommen würde, entschloss er sich, vermeintlich leichte Beute zu machen. Es folgten die Besetzung Kuweits der II. Golfkrieg. Der Iran beteiligte sich (gegen Saddam) bemerkenswerterweise daran nicht - obwohl er allen Grund dazu gehabt hätte.
Nach dem Attentat auf das WTC eröffnete "der Westen" eine neue Front in Afghanistan, nun gegen die Taliban, welche im Grunde auch Feinde Irans sind. Und in Teheran müssen, rein bildlich gesprochen, die Sektkorken geknallt haben, als sich Bush zum Angriff auf den Irak entschied und damit nicht nur Saddam, sondern auch die sunnitische Herrschaft im Irak wegfegte (III. Golfkrieg)
Mit diesem letzten Krieg haben die USA einen wesentlichen Eckstein ihrer Nahost-Strategie gleichsam weggesprengt. Die Schiiten haben die Ausweitung ihrer Macht (Irak, Libanon) nicht durch Kämpfe, sondern mit einem "Marsch durch die Institutionen" erreicht. Wer den Nahost-Konflikt eskalieren will, der muss die Schiiten in Kampfhandlungen verwickeln. Aber das ist absurd, denn die USA bekämpften bisher den Radikal-Islam in Afghanistan und müss(t)en sich nun mehr oder weniger mit Al-Kaida verbünden. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Karzai die Annäherung an Iran sucht. Denn war kann garantieren, dass die USA die Taliban nicht doch irgendwann recht gemäßigt finden.
Doch in den USA scheint ein Umdenken stattgefunden zu haben. Man scheint die Absurdität bemerkt zu haben. Ist der Iran wirklich die große Gefahr für "den Westen" und ist Israel wirklich ein Objekt besonderen Interesses für den Iran?
Für Israel besonders problematisch ist, dass dieses Umdenken mit einem De-Engagement der USA in Nahost verbunden wäre. Deswegen die wütenden Reaktionen in Israel auf die Verhandlungen mit dem Iran. Zumal Saudi-Arabien anscheinlich versucht, eine nukleare Kooperation mit Pakistan zu erzielen. Der militanteste Feind Israels ist die ebenfalls radikal-islamische Hamas , deren Kampfspruch "Tod Israel" durchaus ernstzunehmen ist. Die Hamas wird von Saudi-Arabien unterstützt.
Man laboriert immer noch den Folgen des I. Golfkrieges. Entweder man korrigiert diese, gibt Iran also Raum und hofft auf eine Veränderung im Inneren des Landes. Oder, man setzt auf Krieg gegen den Iran. Die Sunniten alleine hätten gegen Iran keine Chance - das ginge nur mit einer direkten Beteiligung der USA. Weder Russland noch China würden da neutral bleiben. Vor diese Alternativen gestellt, scheinen die USA einem Krieg aus dem Weg gehen zu wollen.