Ökonomen streiten über Verteilungsfrage
Seite 555 von 7877 Neuester Beitrag: 27.02.25 08:55 | ||||
Eröffnet am: | 04.11.12 14:16 | von: permanent | Anzahl Beiträge: | 197.917 |
Neuester Beitrag: | 27.02.25 08:55 | von: Frieda Friedl. | Leser gesamt: | 37.659.821 |
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ist nichts anderes als eine Prophylaxe gegen Zweifel draussen oder im Interbankensystem an der Zahlungsfähigkeit einer Geschäftsbank, insbesondere um angesichts einschägiger historischer Erfahrung einem bankrun vorzubeugen. Die dafür notwendigen Reserves kann eine Geschäftsbank theoretisch unbegrenzt bei der Zentralbank oder bei anderen Geschäftsbanken beziehen, weshalb ihre Fähigkeit zur Kreditvergabe durch die Mindestreserve auch nicht limitiert werden kann. Es gibt keinen wie auch immer gearteten kausalen Nexus...
Zugrunde liegt Deinem Narrativ eine falsche Vorstellung über Geldschöpfung: banks lend deposits. Tatsächlich schöpfen Banken Kredit und damit neues Geld aus dem nichts entsprechend der Kreditnachfrage und erzeugen dadurch neue deposits.Für letztere müssen sie in einigen Ländern eine Mindestreserve bei der ZB vorhalten. Demand steht am Anfang, die Mindestreserve am Ende der Kette. Wrd recessiv weniger Kredit nachgefagt als zurückgezahlt, schrumpft Kreditmenge und damit umlaufende Geldmenge, money base hin oder her. Umgekehrt umgekehrt....
QE arbeitet auf dieser psychologischen Oberfläche. Es ist kein kausales Wirtschaftsprogramm, konnte und wollte dies auch nicht sein. Die Ausnahme bildet QE 1 in Kollaboration mit dem Deficitspending seinerzeit, als der Staat durch das eingesetzte Volumen glaubhaft klar machen konnte, dass er sich sein System nicht so ohne weiteres abschiessen lässt. Diese damals noch keynes'sche Krisenintervention war bekanntlich effektiv und erfolgreich, so dass die Versuchung gross war, diesen Erfolg psychologisch zu prolongieren...
In beiden Fällen handelt es sich dabei um Lehrbuchmodelle, an denen es innerhalb ihrer eigenen Systematik nichts auszusetzen gibt. Sie sind nur gleichermaßen unvollständig, um bestimmte Realitäten in ihrer Gesamtheit zu erfassen.
Der Money-Multiplier bezieht sich auf die im Hinblick auf den Mindestreservesatz bestehenden Möglichkeiten der Ausweitung der Geldmenge durch die GB, beschäftigt sich allerdings nicht mit der Nachfrage nach Kredit.
Die saldenmechanischen Modelle von Wirtschaftskreisläufen sind als Betrachtungen von Geldmengenströmen ebenso richtig - es wird allerdings der Unterschied zwischen Geldmengen- und Kaufkraftbewegegungen vernachlässigt.
Dass sich die Kauftkraft nur schwer in solche Modelle miteinbeziehen lässt ist richtig, die Probleme fangen dabei bereits damit an, die Kaufkraft überhaupt in sinnvoller Weise zu messen (was ein Thema für sich ist).
Eine saldenmechanische Betrachtung kann, wie es im allgemeinen das Wesen von bilanziellen Betrachtungen ist, treffsicher Ungleichgewichte und Schieflagen in der Wirtschaft im Hinblick auf die Geldströme aufzeigen.
Eine sinnvolle Lösung lässt sich dabei allerdings kaum auf der Ebene bilanzieller Technik finden. Es muss darum gehen, die Ursachen für die dahinter liegenden Probleme in sinnvoller Weise anzugehen, anstatt einfach die Bilanz auszuweiten.
Denn eine Erhöhung der Geldmenge 'ist' volkswirtschaftlich im Grunde nichts anderes, als eine Bilanzausweitung. Man wird auf lange Sicht jedoch nicht zwangsläufig reicher, wenn sich die Bilanz vergrößert und nicht zwangsläufig ärmer, wenn sie sich verkleinert. Geldmenge und Schulden sind (ebenfalls etwas modellhaft betrachtet) gesamtwirtschaftlich summiert immer 0!
Diese Effekte entstehen lediglich kurzfristig, wenn sich die Preise noch nicht an die veränderte Geldmenge angepasst haben. Die im gesamten System verfügbare Geldmenge trifft immer auf die gesamte Menge an Waren und Dienstleistungen.
Für die Möglichkeit des Wachstums ist es auf einer realen Ebene, das Vertrauen in die Währung vorausgesetzt, vereinfacht betrachtet egal, wieviel Nullen auf dem Schein stehen (Beispiel Lire/Euro) es kommt auf die Kaufkraft an, die der Schein tatsächlich hat.
Der Unterschied, die Geldmenge zu erhöhen oder zu verringern, spielt dann allerdings aus Verteilungs- aber auch aus Stabilitätsgeschichtspunkten eine Rolle. (Ebenfalls ein Thema für sich) Wenn die Entwicklung der Geldmenge von der der Realwirtschaft zu weit auseinanderläuft, besteht in beiden Richtungen eine Gefahr für die Stabilität.
Das weltweite Wachstum der Geldmenge liegt nun bereits seit Jahrzehnten um ein vielfaches höher, als das der Realwirtschaft. Inflation entsteht dabei niemals flächendeckend und gleichmäßig verteilt. (Deflation natürlich ebensowenig) Diese Ideologie musste zwangsläufig zu Fehlallokationen, Blasen, immer größeren Ungleichgewichten und in der Folge zu in immer kürzeren Zeitabständen erfolgenden Krisen führen. Ob es sinnvoll ist, zu versuchen die Geldmenge auf Biegen und brechen losgelöst von der Realwirtschaft nun immer weiter zu erhöhen, halte ich für äußerst fraglich.
Strukturelle Probleme wie jene Griechenlands werden sich am Ende weder durch Sparen (vorübergehende Verringerung der Geldmenge) noch durch deficitspending (Erhöhung der Geldmenge) lösen lassen. Das eigentliche Problem hat hier nämlich weniger mit Geldmengenveränderungen an sich zu tun.
Die MMT hat auf Aussenhandelsungleichgewichte und strukturelle Probleme keine Antwort, dabei vergisst sie zudem dass die Wohlstandsgewinne einer Erhöhung der Geldmenge und die Wohlstandsverluste einer Verringerung der Geldmenge keine dauerhaften sind, sondern sich herauskürzen wenn sich die Preise an die veränderte Geldmenge angepasst haben, die sich vielleicht noch dazu ganz woanders verändert, als man es vielleicht erwartet hat. In einer globalisierten Welt kann man auch Inflation/Deflation im- oder exportieren.
Die Kapitalzuflüsse, die über viele Jahre nach der Krise in die Schwellenländer stattgefunden haben, wären da ein Beispiel. (Erst waren die riesigen Zuflüsse dort ein Problem, nun macht man sich dort allerdings große Sorgen, dass als Nebeneffekt des Taperings wieder Kapital abfliessen könnte. Wie man es macht, man macht es offenbar verkehrt)
Dazu kommt auch noch die Problematik, dass Staatsausgaben private Investitionen keineswegs gleichwertig ersetzen können.
Nach der Gleichung GDP = C + I + G + (X – M) wäre das egal, ist es aber in der Praxis nicht. Nachhaltiges Wachstum kann nur durch die einzelnen Unternehmen in einem Staat geschaffen werden.
Die Gleichung GDP = C + I + G + (X – M) erfasst zudem wie gesagt lediglich das nominale Wachstum. Relevant ist am Ende jedoch das reale Wachstum.
Wenn eine Erhöhung von G (Government Spending) lediglich zu einem größeren Handelsbilanzdefizit (X - M) führte, wäre jedoch auch nominal nichts gewonnen - Im Hinblick auf die höhere Zinsbelastung (und ggf. der Problematik der Schuldentragfähigkeit) sogar etwas für die Zukunft verloren.
P.S.:
Wusstest Du eigentlich, dass Stützel nicht nur Vordenker der Saldenmechanik sondern zugleich ein Befürworter des Goldstandards und eines in jeder Hinsicht frei dem Markt überlassenen Zinses war und damit zu einem ganz anderen Ergbnis als die MMT gelangt?
Der Staat hat beginnend mit Bush das Kommando übernommen, als er die letzten Jahre volle 8 Billionen zusätzlich ausgab und die Staatsschuld nominal einfach mal verdoppelte, ein paar Billionen Kredit mal eben von von der Fed und ein paar Billionen vom Ausland zog.
Der Staat hat als QE-Kreditnehmer Billionen an Zentralbankgeld über Transfers und Ausgaben ins Finanzsystem gespült. Ausländische Banktöchter halten nun die Hälfte der Reserven, dazu gibt es dauerhafte Swap-Abkommen der Fed mit anderen Notenbanken. Die Versorgung der Weltmärkte mit Dollars wurde mittelfristig sicher gestellt ;-o) denn bekanntlich setzt sich ja die schlechteste Währung durch.
1. Die umlaufende Geldmenge und ihr Wachstum ist kausal eine Funktion der Kreditnachfrage, deren Bewegung durch Fiskalpolitik beeinflusst wird. Die Geldmenge selbst diskretionär zu verändern ist völlig unmöglich. Notenbanken können lediglich Geld billig oder teuer anbieten - ob es genommen wird, entzieht sich jedoch ihrem Einfluss. Nichts beweist das Scheitern der 'Angebotstheorie' eindrücklicher als Lehman ff. ..
2. Richtig, das echte, entscheidende Wachstum ist eine Funktion allein des privaten Investments. Die Fiskalpolitik kann dieses fördern oder hemmen, aber nicht ersetzen. Aus dem logischen Überbau der Identitätsgleichungen lässt sich dies nicht ableiten, deshalb stellen diese auch nur die Voraussetzung für qualitative Analyse. Insofern kritisieren die Postkeynesians MMT dafür, aus diesen Gleichungen ein Werkzeug für makoökonomisches Handeln formen zu wollen...
Das ist nunmal mein Job als Deine Doppel ID ;)
zu
1. Was die Notenbanken betrifft gebe ich Dir eingeschränkt recht, sie kann vieles tun, um das Geldmengenwachstum zu beeinflußen, ob das Angebot oder die Nachfrage das letzte Wort hat ist ein bisschen situationsabhängig. Im Augenblick ist das Angebot da, aber die Nachfrage fehlt.
Der Staat kann sie ebenfalls eingeschränkt beeinflussen. Durch defizitspending stellt er selbst eine gewisse Nachfrage, hat allerdings keinen Einfluss darauf, was mit dem Geld nach seiner Ausgabe passiert. (Fliest es wieder in den Konsum - ins Inland oder ins Ausland - oder wird es gespart) Es lassen sich darüber allerdings sicherlich etwas mehr oder etwas weniger wahrscheinliche Prognosen darüber abgeben.
Wenn Du allerdings ohnehin der Auffasung bist, dass Die Versuche der NB, die Geldmenge zu steuern, sei es über den Zins, Reserves oder Mindestreservesätze, zum scheitern verurteilt seien, was spräche dann eigentlich dagegen, den Zins tatsächlich frei den Märkten zu überlassen und zum Vollgeldsystem zurückzukehren (Die GB können ja nach belieben Reserves dafür ziehen)?
zu
2. Dann sind wir soweit im Grunde einer Meinung.
zu # 856
Vielleicht weil der Dollar gleichzeitig Weltleitwährung ist?
Natürlich tragen auch die Privaten im Hinblick auf die Nachfrage daran ihren Anteil. Blasen werden auch in der Regel immer durch die Privaten aufgepummt, Staat und NB legen allerdings die dafür notwendigen monetären Voraussetzungen.
Ohne eine entsprechende Politik wäre das Angebot nicht in diesem Maße - und auch nicht so billig - verfügbar gewesen.
"Verleger Hubert Burda [habe sich] beim Oktoberfest 2008 (...) mit Wulff ganz kurz über Medienpolitik unterhalten, sagte Burda als Zeuge. "Vier, fünf Sätze. Dann wurde es lauter, dann kann man beim Oktoberfest nicht mehr viel reden", sagte Burda (...)
Dass Burda das dienstliche Gespräch am Rande des Festes bestätigte, könnte Wulff aus Sicht seiner Anwälte entlasten. Denn in diesem Fall hätte er seine Hotelkosten auch über das Land abrechnen können (...)
Burda sprach positiv über den langjährigen CDU-Politiker: "Der Wulff war jemand, bei dem wusste ich, der hat's kapiert."
Ein Treffen mit ihm vor dem Oktoberfest im Hotel "Bayerischer Hof" habe Wulff kurzfristig abgesagt, so dass es nur zu der kurzen Begegnung am Rande der Wiesn gekommen sei (...)
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>>> also rasch noch überlegen, in welcher Kneipe man wann welchen Kunden getroffen hat und umständehalber ein paar Sätze über's Geschäft gewechselt hat, bevor es unerwarteterweise laut wurde, nachdem man blöderweise ein geplantes Treffen auf dem Kneipenklo kurz vorher abgesagt hatte ... das MUSS das Finanzamt doch einfach als 'Dienstreise' akzeptieren, oder ?? Quod licet Iovi ...
Betrachtet man etwas vereinfacht den Markt, kann man erstmals von einer definierten Größe an Geld ausgehen, das in den Anleihemarkt will. Tritt nun ein zusätzlicher großer Käufer auf, der primär die sogenannten sicheren Anleihen aufkauft und damit die Renditen bei diesen drückt, verschiebt sich im vorherigen Pool die Kaufbereitschaft zu größerem Risiko und damit fallen auch die Renditen bei Firmenanleihen. Zusätzlich wird das alles auch noch durch den niedrigen Leitzins gestützt. Größere, etwas solidere Firmen, können dann sogar Anleihen zu ähnlichen Konditionen als der Staat auflegen, nicht nur um zu investieren sondern um eigene Aktien zurück zu kaufen. Ist in den verflossenen Jahren massenweise praktiziert worden. Die Aktienverkäufer haben jetzt eine wesentlich größere Geldmenge in der Tasche, die auch wieder irgendwo hin will, z.B. in die Rohstoffspekulation oder in den Konsum oder ... Ist nur einer von vielen Wegen wir das Geld der Zentralbank den Weg in die reale Wirtschaft schafft.
Jetzt hat QE und die damit einhergehende Zinspolitik nicht nur den Effekt nach unten. Wäre sie ausgeblieben, hätten die Renditen sehr wahrscheinlich genau den umgekehrten Weg eingeschlagen. Kredite für Firmen und Konsumenten wären wesentlich teurer geworden und die Vermögenspreise wären gefallen.
Sind also alles ganz konkrete Wirkungen in der Realwirtschaft. Dabei heben sich allerdings manche Wirkungen gegenseitig auf. Der größte Effekt der Niedrigzinspolitik ist nämlich die Deflation bei den nicht lebensnotwendigen Güter. Da die Einkommen nicht so schnell steigen wie die Preise bei diesen Gütern (Lebensmittelpreise bei +7% in 2 Jahren - Bruttomieten inklusive Strom teils gleich, teils größer in der gleichen Zeit) bleibt eben weniger übrig für die nicht lebensnotwendigen Güter und Dienstleistungen. Das kann nur zum Teil durch weniger Sparen und/oder dem Zugriff auf Rücklagen kompensiert werden. Resultat: Ausgeprägte Deflation und Inflation gleichzeitig. Eine Subvention von Vermögen und Rohstoffproduzenten und eine Bestrafung der realen Arbeit. Und das alles im ganz konkreten realem Leben. Es ist also ganz normal, dass in Staaten ohne die Ausweichmöglichkeit in den Export die Beschäftigungsrate laufend sinkt - trotz Bevölkerungswachstum. Sind auch alles ganz konkrete Wirkungen im realen Leben. Da ich unseren Zentralbanken und Volkswirten nicht unterstelle, dass dieser Effekt gewünscht wäre bleibt nur festzustellen: Sie blicken nicht durch. So nehme ich an und nicht nur ich dass wir gerade das Sterben des modernen Keynesianismus erleben. Die praktischen Ergebnissen werden letztendlich jeden überzeugen. Es brauch mMn nicht mehr sehr lange. Übrigens Geldmengenbetrachtungen ohne Berücksichtigung der Umlaufgeschwindigkeit hat mit realem Geld nichts zu tun.
Die steigenden Vermögenspreise sind im wesentlichen der einzige vorzeigbare Erfolg der Zentralbanken. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass sie die Preise im Falle eines Falles sogar stützen würden. Die EZB dürfte dies auch und es wäre eindeutig keine Staatsfinanzierung. Die japanischen Notenbank praktiziert das schon länger am Aktienmarkt ganz offiziell. Die Fed macht dies im Immobiliensektor und wäre sicherlich auch bereit bei Aktien einzugreifen.
Das Augenmerk muss also hauptsächlich auf den Tätigkeiten der Zentralbanken liegen ohne zu hektisch zu reagieren wenn es wieder irgendwelches Gequatsche oder Gerüchte gibt.
welche Entwicklung die Zinsen wie die Aktien ohne QE genommen hätten. Was man jedoch weiss ist, dass der Preis des Kreditgeldes sinkt, je weniger es nachgefragt wird. Deshalb sinken recessiv und postrecessiv tendenziell sowohl die kurzen als auch die langen Zinsen. Dafür, dass ausgerechnet QE Aktien wie Bondmärkte kausal nach oben treiben konnte, fehlt der Beweis. Denn abgesehen vom Zinsvorteil hat niemand mehr Geld in der Tasche - zudem kürzt dieser sich per saldo heraus, weil die Einnahmen aus Zinsanlagen schrumpfen...
Tatsächlich spiegelt die Entwicklung der Aktienkurse im grossen Bild die Entwicklung der Corporate Profits. Letztere tendieren seit Jahren auf record, so auch die Aktien. Nur Permabären, invers oder pur, leugnen diesen Zusammenhang und verweisen auf 'money printing'...
QE 'Keynes' zu nennen ist ein interessiertes wie populäres 'Missverständnis'. Interessiert insofern, als es darum geht, das Scheitern der Angebotspolitik, deren radikaler Ausdruck QE ist, einem ideologischen Kontrahenten anzulasten. Bei Keynes kann man lesen: 'demand matters'. Dies gilt um so mehr in einer massiven Bilanzrecession - Geldpolitik ist demzufolge ein untaugliches Instrument, um hier Investment wie Consuming wieder anzuschieben. Deshalb fordern Keynsians, den QE-Quark zu beenden und das Deficit zu expandieren - anstatt wie seit Jahren zu schrumpfen...
Wie man sieht, gingen alle QEs mit steigenden Renditen einher:
... niemand weiss, welche Entwicklung die Zinsen wie die Aktien ohne QE genommen hätten. ...
Es ist ja toll, dass du die einfachsten Wirkmechanismen des Marktes negierst. Du glaubst also ernsthaft, dass eine massiv gesteigerte Nachfrage die Preise nicht beeinflusst. Dass auch noch andere Parameter den Preis beeinflussen ist unbestritten. Aber wieso bis du der Überzeugung, dass fehlende Nachfrage den Preis beeinflusst, steigende Nachfrage aber nicht?
Wie die empirische Evidence im Chart oben zeigt, stiegen die Renditen mit dem Auftreten der Fed am Bondmarkt - ganz im Gegensatz zu Motiv wie Narrativ. Möglicherweise wären sie ohne QE stärker gestiegen, möglicherweise haben sich andere Player dank Fed am Bondmarkt zurückgehalten. Wie auch immer, ein Beweis für die zinsschrumpfende Wirkkraft von QE lässt sich draussen jedenfalls nicht finden...
The distinction between risk and uncertainty is fundamental in Post Keynesian economics, as it was in the economic thinking of John Maynard Keynes. While risk can be quantified, uncertainty simply cannot be quantified.
We face fundamental ontological or metaphysical uncertainty about many events in the future, a state of affairs which – when applied to economics – can be called “Keynesian uncertainty” (or uncertainty in the sense of Frank Knight, Keynes, George L. S. Shackle and Ludwig Lachmann).
Since there is fundamental uncertainty about many economic variables in the future (particularly in the long-term future), investment decisions cannot be based on a firm calculation of probabilities of future earnings. Since subjective preferences can change in the future, not all investment decisions today will be profitable in the future. The process involved in decision-making about investment and the action of investment itself is not rational calculation.
There is a time difference between production of commodities and the successful sale of those commodities at a profit, and so even the production of commodities has a speculative element, in which decisions to invest in production involve habits of minds, instincts, and conventions.
Thus the investment decisions of a firm are based on expectations of future earnings, which are not necessarily rational at all. When investment decisions are made, they are done under conditions of subjective expectations by business, and the expectations depend on what Keynes called “animal spirits” (for the original concept, see Gerrard 1994). Keynes discussed the factors influencing long-run expectations in Chapter 12 of the General Theory. Because of uncertainty about the future, expectations in investment decisions is not a matter of mathematical calculation. Decisions to invest are taken
“as a result of animal spirits – of a spontaneous urge to action rather than inaction, and not as the outcome of a weighted average of quantitative benefits multiplied by quantitative probabilities” (Keynes 2008 [1936]: 144).
The term “animal spirits” was borrowed by Keynes from Descartes (Gerrard 1994: 15), and whether or not modern psychology provides support for Keynes’ idea that we have a “spontaneous urge to action rather than inaction” is really irrelevant. The fundamental point here is that, because of uncertainty about the future and changing subjective preferences of consumers and other exogenous factors driving supply and demand, there can be no genuine rationality in expectations. Expectations are subjective, and the investment decision is essentially non-rational.
http://socialdemocracy21stcentury.blogspot.de/...-post-keynesian.html
Ein Beweis was in einem komplexen Umfeld genau was bewirkt hat, gibt es im klassischen Sinne nie. Auch deine Bildchen sind keine Beweise. Sie müssten ansonsten alle Einflussfaktoren berücksichtigen. Viel Spaß beim malen. Sie sind in Wirklichkeit das Papier nicht wert auf dem sie gemalt wurden. Solch enge Ausschnitte aus einem Markt und dann auch noch falsch sind ideologischer Kinderkram. QE findet nicht nur statt, wenn es ausgerufen wird und dann so beendet wird, dass alle Zinseinkünfte und Tilgungen sofort wieder eingesetzt werden und das ohne Enddatum sondern nur auf unterschiedliche Restlaufzeiten. Und die Zinsen am kurzen Ende (Leitzins) wirken zusätzlich.
Es bleibt eben deine Behauptung dass fehlende Nachfrage den Preis beeinflusst, steigende Nachfrage aber nicht.
Und die gewaltigste und schnellste Staatsverschuldung aller Zeiten soll mal einfach so im gleichen Tempo fortgesetzt werden - nur müsste dann die gesamte Menschheit in US-Staatsanleihen oder auf Dollarkonten zu realen Negativzinsen sparen. Warum sollte sie?
Und was hat das mit Keynes zu tun? gar nichts. Der hatte nicht umsonst die allgemeinen Verwerfungen durch eine Weltwährung betont, die mit einer nationalen Währung identisch ist.
Es blieb Volcker vorbehalten, die Inflation durch mehrjährige Hochzinspolitik zu stoppen und somit den Geldumlauf zurückzuführen - zugleich kam es zum Einbruch der Nachfrage und einem rel. Angebotsüberhang.
Diese Entwicklung bot den Einstieg in eine völlig neue Entwicklung: Die Entkopplung von Angebot und Nachfrage, genauer: Zwischen "Produktion" und "Reproduktion". Umgesetzt wurde sie unter Reagan, und eine entscheidende Rolle dabei spielte die Globalisierung. Die Reproduktion blieb künftig dem Ausland vorbehalten - und die Reproduktion würde über Kredite, d.h. Bilanzausweitung, Verschuldung, "Gelddrucken" etc finanziert werden. Die "Produktion" in den USA ist seit Reagan untrennbar mit den Banken verbunden, sie kann im Wesentlichen als eine monetäre Maßnahme verstanden werden.
Beispiel ist der "Nike"-Turnschuh: Importiert für 4 Cent aus Ostasien, verkauft für 40 $ in den USA - das ist "Wertschöpfung durch Konsum". Idealerweise erfolgt die Finanzierung des Turnschuhs über Kredit - wobei die 4 Cent das Wenigste waren, die 39.96 $ Differenz das Entscheidende. Der Weg zu immerwährendem Reichtum schien geebnet.
Zumindest bis ca. 2000. Ab da setzte die (finale) Entwicklung ein, nämlich die Entkopplung von Nachfrage und Kaufkraft. Das bilanzielle Instrument hierfür waren die Hypothekendarlehen, das monetäre Instrument die Tiefzinspolitik. Wer sich bei 8% Zins ein Haus zum 10-fachen Jahreszins kaufen konnte, konnte sich bei 2% Zins auch ein Haus zum 40-fachen Jahreseinkommen leisten. Solange, und das ist entscheidend, niemand die Frage nach Tilgung stellen würde.
Leider ist seit der Lehmanpleite sehr wohl die Frage nach Tilgung im Raum. Und die temporäre Antwort der FED darauf haben wir auch: "Die Frage nach Tilgung muss nicht gestellt werden, da wir die Geldmenge - über jedes bisher vorstellbare Maß hinaus- ausweiten werden."
Nun ist es nicht damit getan, den Banken über FED-LTRO entsprechende Gelder auf deren Zentralbankkonten zu schieben. Dieses Geld bliebe ohne Wirkung. Sondern: Die FED kauft Kredite auf (egal ob UST oder MBS) , wird damit direkt Marktteilnehmer und erzielt eine maximale Preisstützung (zunächst der Anleihen, aber dann auch von allen anderen Vermögenspreisen). Das absehbare Ergebnis ist, dass alle Arten von Vermögen beim Null-Ertrag enden werden, bzw. nur noch einen "Ertrag" durch Preisspekulation erwarten lassen. Damit sinkt aber die Fähigkeit der Vermögen, sich zu refinanzieren, auf Null. Ohne (volkswirtschaftlichen) Ertrag müsste aber die Zentralbank zum Schluss kommen, dass ihre Schuldner insolvent sind. Es wäre zugleich das Ende jedweden Geschäftsmodells der Banken.
Wir sehen den Verlust der Refinanzierungsfähigkeit daran, dass die Unternehmen nicht mehr investieren. Ohne Ertrag (kumuliert zumindest in Höhe der Investition) keine Refinanzierung, oder, wie Karl Marx es ausdrücken würde, keine Reproduktion. Es kommt zu einem schrittweisen Zusammenbruch der Wirtschaft (etwa wie in den ehem. Ostblockstaaten vor und bei Auflösung des Warschauer Pakts). Wir können das aktuell in Südeuropa beobachten. Die Entwicklung wird auch die USA erreichen und "Reagonomics", deren finale Phase Bernankes ZIRP/QE - System ist , beenden.
MMn muss vor dem Anwerfen manchmal sinnvoller makroökonomischer Maßnahmen die Analyse der Probleme stehen. Und man kann z.B. eine überbordende Verschuldung nun mal nicht mit noch größerer Verschuldung sanieren. Es gibt kein Beispiel in der Menschheitsgeschichte wo das je gelungen wäre. Manchmal muss man die konkreten Probleme eben auch ganz konkret angehen - auch wenn es weh tut.
Ich gebe Keynes keine Schuld an dem was heute so getrieben wird, genau so wie ich Marx nicht die Schuld an dem später praktizierten Kommunismus gebe. Ihre angeblichen Jünger, die in Wirklichkeit ganz andere Ziele haben, verstecken sich eben hinter ihren Propheten und glauben mit ihrer verbrämten und runter gekommenen Ideologie gutes für die Menschheit zu tun. Dabei ist eben jede Ideologie prinzipiell gefährlich. Der Mensch sollte nie den Boden der Vernunft verlassen und nach irgendwelchen, nie bewiesenen, Theorien handeln.
Man kann ja nicht steuern. Das derzeitige monetäre Experiment der Zentralbanken wird dazu den Beweis liefern. Aktuell drucken die Zentralbanken gegen den schwindenden Geldumlauf und die schwindende Kaufkraft an. Je mehr die Kaufkraft schwindet, desto mehr Geld wird gedruckt. Der Verlust der Kaufkraft ist synonym der Abwertung der realen Arbeit, also betreiben (via Preisstützung) die Zentralbanken das Geschäft der Abwertung der realen Arbeit.
Die Zentralbanken mutieren vom "Lender of last resort" zum "Purchaser of last resort". DAS ist die (ganze neue) Bankfunktion. Statt: "Die Zentralbank kauft, weil sonst niemand mehr kauft" müsste es korrekt heißen:" Es kauft niemand (mehr), weil die Zentralbank kauft".
Wenn uns im Forum manchmal erzählt wird, QE "neutral" sei, dann müsste man sich die Frage stellen, warum die Zentralbank(en) es überhaupt machen. Natürlich stützen sie Preise - beim Kauf von Bonds eben Bondpreise - und treten damit in Konkurrenz zum Geldvermögen, das nach Anlage sucht: Z.B. Pensionsfonds.