Culture Club
amus Roman wurde gleich nach seinem Erscheinen 1942 zur literarischen Sensation. Heute gilt er als einer der wichtigsten Texte des Existentialismus kaum ein Französischschüler oder -student kommt um ihn herum.
Jacques Ferrandez hat die Geschichte eines jungen Mannes, der eher aus Versehen einen Mord begeht, unter Verwendung des Originaltexts zu einer eindringlichen Graphic Novel gemacht.In dem vielleicht bekanntesten Werk Camus geht es um den jungen Franzosen Meursault im Algier der 1930er Jahre, der durch einen lächerlichen Zufall zum Mörder wird.
Doch wichtiger als diese Tat ist die Haltung, die Meursault dem Leben gegenüber hat: Alles, was ihm geschieht oder was er tut, ist sinnlos, absurd. Der Tod seiner Mutter berührt ihn ebenso wenig wie der Heiratsantrag seiner Freundin oder der Mord, den er begangen hat. Selbst die bevorstehende Todesstrafe löst keine Reue in ihm aus.
Erst als er schließlich die Absurdität seines Daseins akzeptiert, erkennt Meursault, dass der einzige Sinn des Lebens die Existenz selbst ist. Kaum ein Roman hat ganze Generationen von Lesern so beeinflusst wie Der Fremde.
Die Zusammenarbeit zwischen Galerist und Künstler ist im Idealfall eine zuallererst menschliche. Ein Organismus der in sich Kreativität, Vertrauen und unbedingte Hingabe birgt und der im Fluss ist, wächst und dann Blüten trägt. Klingt zu poetisch? Liegt nicht hierin die Schönheit der Kunst, eine Art Dreiklang aus der Arbeit selbst, dem Künstler und der richtigen Inszenierung?
Daran muss ich denken als ich mit Christian Efremidis von der MagicBeans Gallery spreche und ihn nach den Anfängen seiner Zusammenarbeit mit Frederike von Cranach frage. Denn eines ist sofort klar, von Cranachs Arbeiten verlangen unbedingte Hingabe und Mut. Und dann eben der Bezug zum Künstler selbst. Oder wie es Efremidis ausdrückt:
http://www.artberlin.de/frederike-von-cranach/
Interessanterweise fand das erste Treffen der beiden in Berlin statt, als es die Galerie noch gar nicht gab, sie nur als Idee existierte. Zwei Wochen später fliegt Christian Efremidis nach London, um sich vor Ort ein Bild der Arbeiten zu machen.
Finissage 10. Juni 2016
...begonnen damit habe ich zwar, aber schon nach wenigen Seiten ging mir auf, daß die Lektüre des "Fremden" bei mir doch zu lange zurückliegt, um dem Buch von Daoud gerecht zu werden.
Also halte ich mit einer Äußerung zum Fall Meursault noch ein bißchen zurück, bis ich auch den Fremden noch einmal gelesen habe.
Vom 22. Januar 1900 stammt die älteste erhaltene Eintragung, die über die Beerdigung eines 22-jährigen Schlossergesellen berichtete. Das sprach sich herum und führte dazu, dass sich Angehörige von Suizidenten auch aus der weiteren Umgebung an den Oberförster wandten oder ihre Toten kurzerhand selbst im Wald begruben. Auch einige Selbstmörder, die ihrer Familie zu allem Kummer nicht auch noch den Ärger mit ungnädigen Friedhofsverwaltungen zumuten wollten, wählten daraufhin die Friedhofsnähe als Ort ihres Abschieds.