Culture Club
Daoud hält sich textlich sehr nah an der Camus-"Vorgabe" des Fremden....
Daoud erzählt die gleiche Geschichte wie Camus, diesmal allerdings aus der Sicht des jüngeren Bruders des Opfers, während Camus die Geschichte aus der Sicht des Täters schildert.
Der jüngere Bruder des von Meursault ermordeten Algeriers erzürnt sich über die Tatsache, dass ein Mann sehr einseitig (um nicht zu sagen egozentrisch) davon erzählt, wie es dazu kam, daß er am Strand einen ihm unbekannten Algerier erschiesst. Es war Zufall, sagt der Täter.
Das Opfer hingegen hat in der ganzen Geschichte weder einen Namen, noch andere Charaktereigenschaften, die es wert gewesen wären, erwähnt zu werden.
Meursault hatte ein Telegramm bekommen, daß seine Mutter im Altersheim verstorben war. Und er fährt mit dem Bus zur Beerdigung.
Bei Daoud liest sich das dann so:
"Eine Sprache trinkst und sprichst du und eines Tages nimmt sie von dir Besitz; dann nimmt sie sich heraus, die Dinge an deiner Stelle in die Hand zu nehmen, sie bemächtigt sich deines Mundes wie bei einem Liebespaar im hemmungslosen Kuss. Ich kenne jemanden, der gelernt hat, auf Französisch zu schreiben, weil sein Vater, ein Analphabet, eines Tages ein Telegramm bekam, das niemand entziffern konnte - das war zu der Zeit deines Helden und dieser ganzen Kolonialherren. Das Telegramm blieb eine Woche in seiner und es fing schon an zu faulen, bis es ihm jemand vorlas. Darin wurde ihm in drei Zeilen der Tod seiner Mutter mitgeteilt - irgendwo tief im Inneren des Landes, wo es keine Bäume gibt. Ich habe für meinen Vater schreiben gelernt, damit so etwas nie mehr passiert. Ich habe nie seine Wut über sich selbst vergessen und diesen flehentlichen Blick."
Daouds "Der Fall Meursault" erzählt die gleiche Geschichte wie Camus - aus der Sicht eines Algeriers. Zwar schrieb Camus den "Fremden" Anfang der 30-er Jahre, doch beklagt Daoud die herablassende Kolonial-Herren-Attitude, die dem Opfer weder Gesicht, noch Namen gibt - über Jahrzehnte und Generationen von Lesern hinweg.
Ein Buch, das nachdenklich macht.
Bydd i mi'n was dibrydar
O! brysur brysia at y ferch
Lle rhois i'm serch yn gynnar
Dos di ati, dywed wrthi
Mod i'n wylo'r dwr yn heli
Mod i'n irad am ei gwelad
Ac o'i chariad yn ffaelu â cherddad, O!
Duw faddeuo'r hardd ei llun
Am boeni dyn mor galad!