Paion: Daten / Fakten / Nachrichten / Meinungen
Ich bezweifle nicht, dass ein plötzlicher Blutdruckabfall während der Narkose (Hypotonie) ein großes Problem ist. Die Frage, die ich hatte ist: um wieviel besser ist Remi gegenüber Propofol und ob das aus medizinischer Sicht relevant ist?
Prinzipiell könnte es ja sein, dass der Unterschied sehr genau messbar ist, also statistisch signifikant auf 1% Niveau wie in der Paion Pressemitteilung angegeben, aber halt nicht sehr groß. Ich denke an diese Parametern entscheidet sich die Qualität der medizinischen Innovation von Remi und damit der Vermarktungserfolg und der Preis, der verlangt werden kann.
Haben wir denn keinen Anästhesiten hier im Forum, der uns das beantworten könnte?
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Hypotonie (Niedriger Blutdruck):
MAP < 60mm Hg, First hour after intubation:
Remi um 41% besser als Propofol, sowohl bei 6 mg Remi als auch 12 mg Remi
s. auch die weiteren Vorteile von Remi in Bezug auf:
- Need for Vasopressors
- Too deep sedation
siehe Präsi zur Baader Invest. Konferenz, S.26:
https://www.paion.com/de/medien-und-investoren/...er/praesentationen/
Auszug: " .... In einer Studie [3] mit über 5000 Patienten mit nichtkardialen elektiven Operationen war ein MAP unter 60 mmHg über 20 Minuten (oder <55 mmHg über 10 Minuten) mit einem deutlich erhöhten Risiko für ein postoperatives Nierenversagen verbunden. ..."
https://www.arzneimitteltherapie.de/heftarchiv/...fall-gefahrdet.html
Im Vergleich zu der Adhoc mit den Studienergebnissen interpretiere es ein bisschen anders:
Propofol -> 0,7066 (Baader) zu 71,06 (adHoc)
Remi: -> 0,4133 (Baader) zu 62,62 (adHoc)
Bei Baader: 41% besser, bei adHoc wären es nur noch 12%.
Keine Ahnung ob man die Zahlen so vergleichen kann, aber so groß ist der Unterschied nicht mehr.
Von den bisherigen Statistiken ist der Mehrwert einfach nicht klar. Würde mir wünschen, wenn Paion hier sehr viel klarer kommunizieren würde. Wenn der Mehrwert da ist, dürfte das ja nicht besonders schwer fallen.
"...Die Studienergebnisse bestätigten, dass Remimazolam im Vergleich zu Propofol zu weniger Ereignissen mit kritischer intraoperativer Hypotonie (IOH) führte, definiert als eine Senkung des arteriellen Blutdrucks unter 65 mm Hg ([1],[2]), und daher das Potenzial hat, eine wichtige Ergänzung zu den bestehenden Optionen für die Einleitung und Aufrechterhaltung der Allgemeinanästhesie bei ASA-III/IV-Patienten zu sein", kommentierte Prof. Dr. Jörg Fechner, internationaler Koordinator und Studienleiter, Universitätsklinikum Erlangen ..."
In der Paion-Präsi von der Baader-Konferenz (Indikation KS) ist die Grenze des Blutdruckes mit <60mmHG definiert.
In der Adhoc (Indikation AA) ist die Grenze mit <65mmHG definiert. Interessant wäre es zu wissen, wie es bei demselben Grenzwert von <60mmHG aussieht. Denke erst dann kann man die Ergebnisse vergleichen.
Die Tatsache, dass die Prozentzahl so sehr von der genauen der Höhe der Absenkung (60 vs 65) abhängt, ist allerdings ein positives Indiz, denn es suggeriert, dass große aber kurzfristige Schwankungen unter Propofol nicht den Unterschied erklären.
Müsste man aber mal genau anschauen können. Sind die Studienergebnisse denn schon publiziert, bzw werden die, wenn ja wo? Da sind doch die genauen sekundären Endpunkte der Studie definiert. Auf die kommt es vermutlich an.
Primary Outcome Measures :
Percentage (%) of time of Narcotrend Index (NCI) values ≤ 60 during maintenance phase of general anesthesia (defined as time between the first skin incision and the completion of the last skin suture) [ Time Frame: maintenance phase of general anesthesia (time between the first skin incision and the completion of the last skin suture) ]
The primary efficacy endpoint (PEP) is the anesthetic effect of remimazolam and propofol assessed as percent (%) of time of NCI ≤60 during the maintenance phase of general anesthesia
Secondary Outcome Measures :
Number of events of critical decrease(s) in mean arterial blood pressure (MAP) [ Time Frame: From start of Investigational Medicinal Product (IMP) administration until 15 minutes after first skin incision ]
For this endpoint, each event from the following categories will be counted and summed up per patient:
Incidence of MAP dropping below 65 mmHg for at least 1 minute duration
Incidence of a MAP decrease of more than 20% below the calculated (mean) baseline MAP value for at least 1 minute duration
Incidence of a MAP decrease of more than 30% below the calculated (mean) baseline MAP value for at least 1 minute duration
Number of norepinephrine boluses (0.01 mg) required or, if an infusion is used to maintain MAP equal to or above 65 mmHg, then each time interval of 2 minutes duration of continuous norepinephrine infusion will be counted as one event.
https://clinicaltrials.gov/ct2/show/...imazolam&draw=2&rank=5
Vielleicht hilft dir dies weiter:
aus folgender Studienübersicht kannst du dir die entsprechenden Studien raussuchen und unter "Study Results" findest du eventuell was über die Zeitangaben:
https://clinicaltrials.gov/ct2/...try=&state=&city=&dist=
Bei den Koloskopien bleibt der Zeitvorteil von Remi, wobei auch hier die Frage ist, ob das wirklich das Bottleneck ist. Oder wird die Zeit dazwischen vielleicht andersweitig sinnvoll genutzt mit Befunden etc..
Das kann ich nicht abschätzen.
die Patienten. Wenn sich Patienten vorab nach Risiken erkundigen, dann unterschreiben sie die OP Unterlagen schneller, wenn möglichst viele Risiken ausgeschlossen sind.
Da gerade jetzt die Patienten viel mehr Zeit im Internet verbringen, wird es immer mehr Patienten geben, die mit Byfavo narkotisiert werden wollen und auch danach fragen.
Corona arbeitet in vielerlei hinsicht für uns.
Ausgabe des Börsenbriefes Börse Online Express Kursziel 3,60.EUR
http://www.aktiencheck.de/exklusiv/...m_Kaufen_Aktienanalyse-12214020
im Bereich Anästhesie. Bisher darf man in den USA Kurzzeitsedierung, in Japan sogar Allgemeinanästhesie anbieten,
aber der interessanteste Markt wartet noch.
In Europa laufen die Anträge für Kurzzeitsedierung und umsatzträchtiger, wesentlich umsatzträchtigere winken.
Allgemeinanästhesie.
Und hier gibt es Fortschritte.
Denn die Marktzulassung in der Kurzsedierung vorausgesetzt,
plant PAION eine Erweiterung des Zulassungsantrags für Remimazolam für die Indikation Allgemeinanästhesie.
Und eine Entscheidung über den Marktzulassungsantrag in der Kurzsedierung wird derzeit im ersten Halbjahr 2021 erwartet;
eine Stellungnahme des Ausschusses für Humanarzneimittel
(CHMP; Committee for Medicinal Products for Human Use) wird bis Ende Januar 2021 erwartet.
Positive wesentliche Studiendaten aus der EU-Phase-III-Zulassungsstudie mit Remimazolam in der Allgemeinanästhesie für die Zullassung in Europa.
In der Studie mit 424 Patienten erreichte Remimazolam “sowohl den primären als auch die wichtigen sekundären Endpunkte. “
Was ist primär?
Das primäre Studienziel bestand darin, zu zeigen, dass Remimazolam in seiner Wirksamkeit zur Einleitung
und Aufrechterhaltung einer Allgemeinanästhesie während einer geplanten Operation im Vergleich zu Propofol nicht unterlegen:
( ERFÜLLT)
Was ist Sekundär?
Und hier geht es darum besser zu sein, man will ja den Markt erobern, also muss mna ja auch Vorteile gegenüber dem “alten” Wirkstoffen bieten.
Also ging es darum eine verbesserte hämodynamische Stabilität im Vergleich zu Propofol zu zeigen.
Und das heisst übersetzt: Abfall des Blutdrucks während der Narkose zu verhindern oder zu reduzieren.
UND AUCH ERFÜLLT: ”
eine statistisch signifikant überlegene hämodynamische Stabilität von Remimazolam im Vergleich zu Propofol gezeigt werden (p = 0,0151)”
PIPELINE ist voll und es fehlen noch Europäische Lizenznehmer.
Remimazolam ist verpartnert in den USA (Handelsname BYFAVOTM) mit Acacia Pharma,
in Japan (Handelsname Anerem(R)) mit Mundipharma, in China (Handelsname Ruima(R)) mit Yichang Humanwell,
in Kanada mit Pharmascience, in Russland/GUS, der Türkei und der MENA-Region mit R-Pharm sowie in Südkorea und Südostasien mit Hana Pharm.
In allen anderen Märkten einschließlich Teilen der EU steht Remimazolam zur Lizenzierung zur Verfügung.
Und hier könnten spätestens nach der Zulassung in der EU hohe Hausnummern aufgerufen werden –
Marktgröße und Preisstruktur am Pharammarkt Europa sprechen zumindest dafür.
Also die Ernte läuft langsam an…. :-))
Kursziel von 5 EUR :-)))
https://www.nebenwerte-magazin.com/...atzen-der-allgemeinanaesthesie/
Kenji Yamamoto
Anaesthesiol Intensive Ther 2020; 52, 4: 354–355
DOI: doi.org/10.5114/ait.2020.100477
Online publish date: 2020/10/30
www.termedia.pl/...ion-in-COVID-19-patient,118,42287,1,1.html
Sehr geehrter Redakteur,
Die Ausbreitung der Coronavirus-Krankheit (COVID-19) hat zu einer steigenden Zahl schwerer Fälle geführt, bei denen viele Patienten beatmet werden müssen. In solchen Fällen ist eine kontinuierliche Sedierung erforderlich, und nach neuerer Literatur liegt die Mortalität auf der Intensivstation bei etwa 20-30% [1].
Zu den derzeit in der klinischen Praxis verwendeten Sedativa gehören Midazolam, Propofol und Dexmedetomidin. Propofol hat mehrere Eigenschaften, die es zu einer potenziell überlegenen Wahl für die Sedierung von intubierten Patienten auf der Intensivstation machen. Die Sedierung mit Propofol kann auch nach längerer Verabreichung rasch begonnen und beendet werden, was eine bessere Kontrolle über den Grad der Sedierung und eine schnellere Entwöhnung von der mechanischen Beatmung ermöglicht. Allerdings hat Propofol einige Nachteile, die insbesondere bei COVID-19-Patienten berücksichtigt werden sollten. Im Jahr 2015 führten Schläpfer et al. [2] eine Studie mit einem Rattensepsis-Modell durch. Sie berichteten, dass alle Ratten, die mit Propofol betäubt wurden, im Gegensatz zu den mit anderen Anästhetika behandelten innerhalb von 24 Stunden starben. Wenn die Infusionsrate oder die Gesamtdosis zu hoch ist, könnten intravenös infundierte Lipidemulsionen die Funktion des retikuloendothelialen Systems hemmen und zu einer Immunsuppression führen [3]. Intravenös verabreichte Lipidemulsionen binden an Serumproteine und bilden dadurch Lipoproteine. Ist die Dosis zu hoch, werden die Fetttröpfchen, die keine Lipoproteine bilden, vom körpereigenen Immunsystem als Fremdstoffe behandelt und von retikuloendothelialen Zellen phagozytiert. Diese Reaktion kann zu einer verminderten Immunreaktion auf andere körperfremde Substanzen wie Bakterien und Viren führen.
Als Propofol in den Vereinigten Staaten eingeführt wurde, nahmen die Fälle von Infektionen an der Operationsstelle (SSI) landesweit zu. Im Juni 1990 berichteten die Centers for Disease Control and Prevention, dass die Einnahme von Propofol aufgrund der bakteriellen Kontamination von Lipidemulsionen das Risiko für SSI-Fälle erhöht [4]. In einer kürzlich durchgeführten Studie wurde berichtet, dass die Zahl der SSI-Fälle bei Patienten, die sich einer gastroenterologischen Operation unterziehen mussten, unter Propofol-Einnahme signifikant höher war als unter Sevofluran-Einnahme. Daher kam man zu dem Schluss, dass die chirurgische Kontamination nicht die Ursache der SSIs war [5]. Nach der Umstellung der Behandlung von der inhalativen Sevofluran-Anästhesie auf eine intravenöse Propofol-Totalanästhesie in unserem Krankenhaus stellten die Kliniker einen plötzlichen und signifikanten Anstieg der Zahl der SSI-Fälle bei Patienten fest, die sich einem chirurgischen Eingriff am offenen Herzen unterziehen mussten. Nachdem sie 2-3 Jahre lang Schwierigkeiten bei der Infektionskontrolle hatten, wurden die Ergebnisse auf der Jahrestagung der Japanischen Gesellschaft für Thoraxchirurgie im Jahr 2014 vorgestellt [6]. Die COVID-19-Pandemie rückt diese Erkenntnisse in ein neues Licht.
Da COVID-19 immer weiter verbreitet und schwerer wird, leiden immer mehr Patienten an thromboembolischen Erkrankungen wie tiefen Venenthrombosen, Ischämie der unteren Extremitäten und Lungenmikroembolien [7]. Infektionen, Thromboembolien, akute Atemnotsyndrome und Myokardschäden können auch als unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Lipidemulsionen auftreten. Diese unerwünschten Arzneimittelwirkungen ähneln den derzeit berichteten Komplikationen von COVID-19, die die Krankheit verschlimmern könnten. In Ermangelung einer revolutionären medikamentösen Behandlung von COVID-19 könnten Patienten, die auf ein Beatmungsgerät gelegt werden, eine langfristige Sedierung benötigen. Unter diesen Umständen wird die Gesamtdosis des verabreichten Sedativums weit höher sein als die für die intraoperative Anästhesie verwendete Dosis. Das Propofol-Infusionssyndrom ist ein seltenes Syndrom, das Patienten betrifft, die sich einer Langzeitbehandlung mit einer hohen Dosis dieses Anästhetikums und Sedativums (> 4 mg kg-1 h-1 über mehr als 24 Stunden) unterziehen. Es kann zu Herzversagen, Myopathie, metabolischer Azidose und Nierenversagen führen und ist oft tödlich [8, 9]. Daher müssen diese Komplikationen auch bei der Behandlung von COVID-19-Patienten berücksichtigt werden.
Das Ausmaß der Propofol-Anwendung in verschiedenen Ländern ist unbekannt. Auch Unterschiede in der Propofol-Anwendung zwischen einzelnen Fällen sind denkbar.
Kann die abnorm hohe Sterblichkeitsrate bei schweren COVID-19-Fällen teilweise durch die exzessive Gabe von Lipidemulsionen erklärt werden?
Mit zunehmender Ausbreitung von COVID-19 treten bei immer mehr Patienten thromboembolische Störungen auf [7], die auch als unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei der Gabe von Lipidemulsionen auftreten können. Diese unerwünschten Arzneimittelwirkungen ähneln vielen der Komplikationen von COVID-19 und erschweren die Fälle zusätzlich. Patienten, die mit einem Beatmungsgerät versorgt werden, müssen möglicherweise langfristig sediert werden und benötigen im Laufe der Zeit eine potenziell hohe Dosis der Anästhesie. Daher sollte das immunsuppressive Risiko, das mit der Verwendung von Propofol aufgrund seines Gehalts an Lipidemulsionen verbunden ist, bei der Auswahl von Sedativa für solche Patienten berücksichtigt werden.
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