Ökonomen streiten über Verteilungsfrage


Seite 7919 von 7919
Neuester Beitrag: 06.04.25 09:15
Eröffnet am:05.11.12 08:09von: permanentAnzahl Beiträge:198.958
Neuester Beitrag:06.04.25 09:15von: FillorkillLeser gesamt:38.711.638
Forum: Leser heute:10.757
Bewertet mit:
119


 
Seite: < 1 | ... | 7915 | 7916 | 7917 | 7918 |
>  

13363 Postings, 4422 Tage Canis AureusUS-Nobelpreisträger zerlegt Trumps Zölle

 
  
    #197951
2
05.04.25 13:56

Trump behaupte, dass der Rest der Welt hohe Zölle auf US-Waren erhebe und er nun lediglich Gegenzölle erhebe, die sogar nur halb so hoch seien, wie die, die die USA zahlen müssten. Krugman weist auf Trumps Zoll-Tabelle hin. Darauf ist neben dem jeweiligen Land eine Spalte, die die neuen US-Zölle – und eine, die die vermeintlichen bereits bestehenden Zölle der Handelspartner ausweist, zu sehen. „Das ist völlig verrückt“, fasst Krugman die Daten zusammen.

US-Nobelpreisträger zerlegt Trumps Zoll-Tabelle: „Das ist völlig verrückt“

Er nimmt Trumps Zahlen für die EU als Beispiel. Hier prangt auf Trumps Liste die Zahl 39 Prozent. So hoch sollen demnach die Zölle sein, die die EU auf US-Waren erhebt. Krugman kann es nicht fassen, denn die EU erhebe, genau wie die USA, niedrige Zölle um die drei Prozent. „Woher kommt also diese Zahl von 39 Prozent?“, fragt Krugman. Der Top-Ökonom ist platt und meint: „Ich habe keine Ahnung.“ Der Wirtschaftsexperte macht sich aber auf Spurensuche.

Demnach hatten vorab viele spekuliert, dass Trump Mehrwertsteuern als Zölle betrachten würde. Dem widerspricht Krugman deutlich, da auch europäische Hersteller diese Steuer zahlen würden. Doch „selbst wenn man das falsch versteht“, führt er weiter aus, liege der Mehrwertsteuersatz in der EU im Durchschnitt bei 20 Prozent. So komme man „nicht einmal annähernd an 39 Prozent heran.“

 

191 Postings, 778 Tage Dr. SpiegelbergKalifornien will Trumps Zollkrieg aushebeln

 
  
    #197952
2
05.04.25 17:19

Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom hat angekündigt, die von US-Präsident Donald Trump verhängten Importzölle umgehen zu wollen. „Kalifornien ist nicht Washington DC“, sagte Newsom in einer am Freitag (Ortszeit) auf Onlineplattformen veröffentlichen Videobotschaft. „Wir werden Trumps Zollkrieg nicht tatenlos zusehen“, fügte er hinzu.

Kalifornien ist mit 40 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern der bevölkerungsreichste Bundesstaat der USA und erwirtschaftet 14 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) des Landes.

Wenn Kalifornien ein eigener Staat wäre, wäre dieser die fünftgrößte Wirtschaftsmacht der Welt, hob Newsom hervor. „Donald Trumps Zölle repräsentieren nicht alle Amerikaner, vor allem nicht diejenigen, die ich hier in der fünftgrößten Wirtschaftsmacht der Welt, Kalifornien, repräsentiere“, sagte der Demokrat.

Kalifornien werde ein „langfristiger, verlässlicher Partner für die kommenden Generationen bleiben, egal welche Turbulenzen aus Washington kommen“, sagte Newsom. Seine Regierung werde die weltweiten Handelspartner des Bundesstaates „daran erinnern, dass Kalifornien ein verlässlicher Partner bleibt“. Wie er Trumps Zölle umgehen will, erläuterte Newsom allerdings nicht.

https://taz.de/Kaliforniens-Reaktion-auf-Zoelle/!6080868/

 

30776 Postings, 8736 Tage Tony Forddie explodierende Verschuldung ...

 
  
    #197953
6
05.04.25 18:46
ist letztendlich die Grundlage des hohen realen Wachstums und der dementsprechend auch höheren Bewertung des Aktienmarktes. Deshalb ist die Aussage, dass der Aktienmarkt der Realwirtschaft davongelaufen wäre, falsch.

Am Aktienmarkt werden Unternehmen mit einem höheren Wachstum nunmal auch höher bewertet.

Ohne dieses hohe Handelsdefizit wäre das nicht möglich gewesen, denn mit dem Handelsdefizit haben sich die USA mehr Werte ins Land geholt als sie selbst produziert haben oder konnten.

In Dtl. sind wir den umgedrehten Weg gegangen, wie habe deutlich mehr produziert, haben Werte geschaffen, doch den Großteil dieser Werte in die USA abgegeben. Deshalb konnte Dtl. auch nicht so dynamisch wachsen und damit Kapital anziehen.

D.h. die Magie des Erfolges der USA beruht nunmal auf die Dollarschwemme und dem hohen Handelsdefizit, die es erst ermöglichte, einen Wertzuwachs über der eigenen Leistungsfähigkeit erreichen zu können.

Dass dieses Spiel Grenzen erreicht und nicht endlos auf diesem Niveau weitergespielt werden kann, dem stimme ich zu, doch zu glauben, man könnte das Handelsdefizit auf nahezu Null reduzieren, ohne dass es zu einem massiven Wohlstandsverlust und vor allem auch Wertverlust führen würde, halte ich für naiv und wird sich als fatale Fehleinschätzung zeigen.

Denn wenn das Handelsdefizit schwindet, kann man noch so sehr die eigene Produktion hochfahren, man wird nunmal nicht mehr als 100% produzieren können, damit die früheren Niveaus nicht ansatzweise mehr erreichen können. Man wird dadurch auch die hohe Ergebnisdynamik nicht mehr halten können, womit die höheren Bewertungen nicht mehr haltbar sein werden, so dass der Aktienmarkt allein durch diese Veränderung eine ganze Menge Luft nach Unten hat.

Hinzu kommt, dass der US-Konsument von den niedrigen Preisen importierter Waren lebt.
Wird nun Produktion von Billiglohnländern wie Vietnam wieder in die USA verlegt, dann werden sich die Preise für viele Dinge des alltäglichen Lebens Verdoppeln, gleichzeitig wird der US-Konsument aber deswegen nicht mehr Geld verdienen. D.h. Unternehmen wie Nike, die werden nicht nur mit hohen Investitionskosten konfrontiert sein, sondern ebenso mit rückläufigen Verkaufszahlen, weil der US-Konsument angesichts der höheren Preise dann eben die Schuhe oder das T-Shirt länger trägt, verstärkt Alternativen wie Second Hand nutzt, usw.
All das drückt die Perspektiven der US-Unternehmen.

D.h. ein deutlicher Wohlstandsverlust in den USA wird unter diesen Rahmenbedingungen unvermeidbar und vor allem sehr schmerzhaft sein.

Einen solchen Schritt zu gehen, ohne dass eine unmittelbare Notwendigkeit dazu besteht, ist einfach nur selten dämlich. Denn man kann dieses Spiel mit dem Handelsdefizit gut und gerne auch noch weitere 10 oder 20 Jahre spielen und es langfristig schrittweise gesenkt. Gleiches gilt auch für den Abbau des Staatsapparats. Man hätte kompetente Fachleute mit der Restrukturierung des Staates beauftragen können, so wie es auch Unternehmen in der Wirtschaft tun. Man hätte Ineffizienzen aufgedeckt und mit klugem Kopf den Staat smarter gemacht. Doch einfach Abteilungen zu schließen, ohne überhaupt einen Einblick in deren Arbeit zu nehmen, oftmals ohne zu wissen, was die überhaupt machen, wie will man dann eine kluge Entscheidung treffen? D.h. Entscheidungen werden eben nicht fachlich und pragmatisch, sondern rein ideologisch getroffen und sowas wird zu keinem guten Ergebnis führen.
 

30776 Postings, 8736 Tage Tony FordBasis-Szenario ...

 
  
    #197954
6
05.04.25 19:16
Das Basis-Szenario dient so wie andere Szenarien als Orientierung, resultierend aus den Erfahrungen vergangener Jahre, Statistiken, Wahrscheinlichkeiten, etc.
Wahrscheinlich wird man mittlerweile auch KI einsetzen, um solch Szenarien zu berechnen.

Dieses Basis-Szenario ist auch nicht in Stein gemeißelt, sondern ändert sich mit den sich verändernden Rahmenbedingungen. Das Basis-Szenario kann in ein paar Monaten auch wieder höher oder tiefer liegen.

Aber gerade weil die Folgen so schwierig abzuschätzen sind, wird immer weiter abverkauft, weil es für einen Aktienmarkt kaum etwas Unangenehmeres gibt als unbekannte Risiken. Das schreit förmlich danach, aus Aktien in andere Assets umzuschichten, solange, bis das Risiko abschätzbar wird.

Ich jedenfalls halte es für ziemlich unwahrscheinlich, dass die höchsten Zölle seit mehr 90 Jahren, welche sehr weit über dem Niveau vergangener Jahrzehnte liegen, nur einen moderaten Effekt auf die Unternehmensergebnisse haben werden. Wenn diese Zölle so bleiben wie sie sind, wird es zu einem deutlichen Gewinnrückgang führen. Denn wenn die Kosten um 20% steigen, das erwartete Gewinnwachstum bei 11% erwartet wurde, halte ich es für sehr unwahrscheinlich, dass von den 11% Wachstum noch etwas übrig sein wird.  

72872 Postings, 6147 Tage Fillorkill'die explodierende Verschuldung'

 
  
    #197955
5
05.04.25 21:18
Alle in der Wirklichkeit massgeblichen Kausalketten hieb & stichfest dargestellt. Ein sehr gutes Post, Tony, dem ich nichts mehr hinzufügen kann (#953)

72872 Postings, 6147 Tage FillorkillCome Join Us

 
  
    #197956
6
05.04.25 21:33
'Ex-Außenminister Gabriel regt an, Kanada in die EU aufzunehmen'

Da hat es einer schon im Urin. Die verbleibenden Demokratien werden einen gemeinsamen, nach innen autarken und waffenstarrenden Block bilden müssen, wenn sie in der aufziehenden multipolaren Barbarei überleben wollen. Die Imperialistenknechte wie Ungarn oder die Slowakei müssen natürlich vorher gehen, während Kanada, Australien, Kalifornien usw an Bord gehen. EU muss man das dann aber nicht mehr nennen.

https://youtu.be/WwK9nU6gVQQ?si=wgPejGFMe6lxVUg-

72872 Postings, 6147 Tage FillorkillDumb kauft 'günstig' nach

 
  
    #197957
4
06.04.25 09:15
Die Stimmung passt nicht oder noch nicht ansatzweise zum Crashszenario. Greed übersteigt bislang Fear was eine Umkehrformation ausschliesst. Crash ist ja erst dann, wenn zittrige Hände fluchtartig den Börsensaal verlassen und starke Hände am Seitenausgang trotzdem noch abwartend stillhalten.  Die Sentimentaufnahme deutet im CRV die Chance eine minimalen Erholung gegenüber dem Risiko weiterer, im saldo wesentlich dramatischerer Verluste an. Eine Erholung bietet demnach die Chance, nochmal günstig an Short-Instrumente zu gelangen.  
Angehängte Grafik:
obsgshort_(4).png (verkleinert auf 85%) vergrößern
obsgshort_(4).png

Seite: < 1 | ... | 7915 | 7916 | 7917 | 7918 |
>  
   Antwort einfügen - nach oben