Claranova, die französische CEWE
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Veröffentlicht am 01.08.2025 um 12:24
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Claranova SE
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Aktie Claranova SE
Claranova verzeichnete am Freitag einen Kursrückgang von fast 15 % und gehörte damit zu den größten Verlierern an der Pariser Börse. Auslöser waren Umsatzzahlen, die hinter den Erwartungen zurückblieben, sowie Drei-Jahres-Ziele, die von Analysten als enttäuschend bewertet wurden.
Der Softwareentwickler, der sich nach dem Verkauf seiner Tochtergesellschaften PlanetArt (Mobile Printing) und myDevices (Internet der Dinge) nun auf seine Bürosoftwaresuite Avanquest konzentriert, meldete am Donnerstagabend für das am 30. Juni abgeschlossene vierte Quartal einen Umsatzrückgang um 9 % auf 27 Millionen Euro.
Zum Vergleich: Der Marktkonsens hatte mit 33 Millionen Euro gerechnet.
Neben dieser von den Analysten von AllInvest Securities als ,,wenig schmeichelhaft" bezeichneten Zahl warnte das Unternehmen zudem, dass die operative Marge im Geschäftsjahr 2024/2025 voraussichtlich bei rund 20 % liegen werde - ein Wert, den das Wertpapierhaus als enttäuschend einstuft.
,,Vor allem hat das Management einen Fahrplan bis 2028 vorgestellt, der auf den ersten Blick wenig überzeugend wirkt", betont AllInvest.
In seiner Pressemitteilung erklärt Claranova, für das Geschäftsjahr 2027/2028 eine anhaltend starke organische Wachstumsrate (durchschnittlich 8 % bis 11 % pro Jahr) anzustreben, den Anteil des B2B-Geschäfts am Umsatz, der derzeit bei 4,5 % liegt, zu verdoppeln, die Rentabilität mit einer bereinigten operativen Marge (ROC) von über 23 % dauerhaft zu verbessern und den Nettoverschuldungsgrad unter 1 zu halten.
,,Angesichts der von Avanquest im Geschäftsjahr 2023/24 erzielten EBITDA-Marge von 22,6 % und der Dynamik des vierten Quartals erscheinen diese Ziele auf den ersten Blick wenig inspirierend", so das Fazit von AllInvest.
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Denn man kann ja nicht einerseits die schlechte Dynamik im Q4 kritisieren und gleichzeitig den Ausblick auf 27/28 als uninspirierend bezeichnen. Der Ausblick klingt dann eher unrealistisch, zumindest wohl für die Anleger, die seit der News verkauft haben.
Aber nicht inspirierend? Bei der Mitte der veröffentlichten Range würde man ja auf 40 Mio EBITDA kommen, was auf 45-50 Cents EPS hinauslaufen würde. Da die Bilanz stark wäre, könnte man immer die Hälfte als Dividende ausschütten plus Aktienrückkäufe tätigen. Wenn man also dem Ausblick glaubt (der angeblich nicht inspiriert), dann hätte man selbst bei einem Kurs von 2,5 € am Tag der News kaufen müssen. Das Problem ist daher wohl eher dass man den Ausblick nicht ansatzweise glaubt, sondern eher mit weiter fallendem Umsatz rechnet.
deshalb bin ich vorsichtig und abwartend und will erstmal klar sehen das es wirklich ins positive geht und tja .. so wird’s sein .. Trendwende beim Umsatz her und die Ziele schaffen .. dann ist viel Luft .. aber ? Kommt das alles so .. ..die Produkte hab ich ja schon mal überflogen.. aber ich bin kein Informatiker und seh halt das schon was verkauft wird, und das man Kunden hat. Es kann wenn man gute Arbeit macht auch in der Nische gewachsen werden.
Nur so nebenbei der Gedanke… eine 2. FPH wird das nicht oder ? xD . Wo man dann jahrelang dümpelt noch was verdient aber nach oben nix los
Ansonsten ist mein Eindruck, dass es
a) so viele Änderungen bei Claranova gibt, dass kaum noch jemand den Überblick behalten kann, wie die wohl die Zukunft aussieht (Hier wäre es ein feiner Zug vom Unternehmen, eine Planbilanz zu veröffentlichen, um diese mit Katjuschas Werk abzugleichen)
b) eine negative Haltung zu den Produkten gibt. PDF-Writer gibt es von einigen Anbietern und ich würde nie auf die Idee kommen, mir privat so ein Produkt zuzulegen (mag sein, dass ich nicht repräsentativ bin, wie ich auch schon bei der Einlagerung von Nabelschnurblut gesehen habe). Die Bewertungen zum Geschäftsverhalten von Avanquest sind recht durchwachsen, insbesondere deren Abo-Modell scheint nicht so gut anzukommen.
Die Rule of 40 scheinen sie ebenfalls nicht einhalten zu können.
Im Verhältnis zu den erwarteten Ergebnissen ist der Kurs geradezu abstrus niedrig. Eine echte Lust zum Einstieg kommt bei mir in der gesamten Gemengelage dennoch kaum auf. In erster Linie, weil der Kurs ein Indiz dafür sein kann, dass es einen weiteren Umsatzrückgang geben wird.
Klar ist aber, ein KUV von 0,9 bei EBITDA Marge von 20-22% (läuft auf EBIT Multiple von lächerlichen 5,5 hinaus) ist nur dann zu vertreten, wenn man eben die nächsten 3 Jahre von jeweils 5-10% Umsatzrückgang ausgeht. Dann wäre man im Geschäftsjahr 27/28 angestrebten 160 Mio Umsatz bei 80-90 Mio € angelangt. Mal unterstellt, man macht dann 85 Mio Umsatz bei 18% Marge, läge man bei etwa 11,5 Mio € vor Steuern. Dann wäre die aktuelle MarketCap von 103 Mio fair und nachvollziehbar.