Der Krieg der Solarbranche geht in die nächstgrößere Runde. Die großen chinesischen Solarkonzerne fordern ihre Regierung in Peking auf, die Interessen der Branche in Brüssel zu vertreten.
EU ProSun? Nein, das ist keine Sonnencreme mit einem von der EU zertifizierten Lichtschutzfaktor. EU ProSun ist ein Zusammenschluss von 25 Solarunternehmen aus Deutschland, Italien, Spanien und anderen EU-Ländern. Aus Deutschland sind unter anderem die insolvente Sovello aus Bitterfeld-Wolfen und die Bonner Solarworld vertreten. Die Phalanx geht gemeinsam gegen die Konkurrenz aus China vor und reichten eine Anti-Dumping-Klage bei der EU ein.
EU ProSun wirft den chinesischen Unternehmen massive Wettbewerbsverzerrung vor. Firmen wie Suntech, Yingli und LDK Solar sollen vom chinesischen Staat erheblich subventioniert werden. Die chinesischen Unternehmen werden mit milliardenschweren Krediten versorgt und bieten trotz massiver Verluste ihre Produkte zu Preisen unter ihren Herstellungskosten an, kritisierte ein Solarworld-Sprecher. Erst kürzlich hatte beispielsweise die Stadt Xinyu einen Kredit in Höhe von 78 Millionen Dollar für die dort ansässige LDK Solar getilgt.
Chinesische Hersteller verlangen Gespräche
EU-Handelskommissar Karel de Gucht muss nun versuchen, Belege für die Vorwürfe zu finden. Die EU-Kommission wird bis Mitte September entscheiden, ob die Klage angenommen wird. Ein vorläufiges Urteil wird dann voraussichtlich bis Juni kommenden Jahres vorliegen. Ein früherer Termin scheint auch denkbar. Mögliche Anti-Dumping-Zölle würden dann rückwirkend verhängt werden.
Einen Tag nach Einreichung der Beschwerde vor der EU gegen das mutmaßliche Preisdumping der chinesischen Solarhersteller, melden sich nun die größten chinesischen Hersteller in einer gemeinsamen Erklärung zu Wort und verlangen von der Regierung in Peking direkte Dialoge mit der Europäischen Union.
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