Der USA Bären-Thread
Seite 390 von 6257 Neuester Beitrag: 03.02.25 16:52 | ||||
Eröffnet am: | 20.02.07 18:46 | von: Anti Lemmin. | Anzahl Beiträge: | 157.407 |
Neuester Beitrag: | 03.02.25 16:52 | von: Katzenpirat | Leser gesamt: | 24.173.637 |
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Auch die Umsetzung bzw. kommerzielle Ausschlachtung von Erfindungen läuft in USA sehr viel besser. So werden in Deutschland zwar tolle Erfindungen gemacht wie Mpeg-3 (Audio-Kompression), erfunden am Freiburger Fraunhoferinstitut. Das Geld damit sahnt jedoch Apple ab - wobei (wie wir es von Microsoft kennen) der vormals offene Standard in einen proprietären umgewandelt wurde. Folge: Musikdownloads von Apple laufen nur noch auf IPods, obwohl technologisch dank Mpeg die Möglichkeit gegeben wäre, die Files auf ALLEN MPEG-3-Playern abzuspielen.
Auf ähnliche Weise hat Microsoft übrigens die Windows-Oberfläche von Apple geklaut. Die grafische Bedienerführung mit Maus und Icons hatten als erste die Apple-Rechner Lisa und Macintosh Anfang der 1990-er Jahre. Bald darauf lieferte Microsoft mit "Windows 3.x" ein absturzträchtiges Plagiat, das auf dem wackeligen DOS aufsetzte. Als die Patentschlacht geschlagen und Apple abgefunden war, brachte Microsoft mit Windows-95 praktisch ein 1 zu 1 Plagiat von Apples Oberfläche. Mit Windows NT 4.0 wurde dieselbe Oberfläche auf die (dank HAL) stabilere NT-Plattform portiert, die bis heute die Grundlage für aktuelle MS-Betriebssysteme liefert (Windows 2000, XP und Vista sind alles Abkömmlinge der NT-Familie).
Auch mit dem Internet Explorer hat Microsoft den zuvor offenen Java-Standard (Mosaic, Netscape Navigator, Mozilla, Firefox) für sich vereinnahmt, indem die Redmonder Java in einen proprietären, um "active-x"-Funktionen erweiterten Dialekt umgeschrieben haben. Dies ist die Ursache, dass so viele Webseiten mit Mozilla-Browsern schlecht dargestellt werden, weil die Programmierer sie so ausrichten müssen, dass sie sowohl unter "richtigem" Java als auch mit Microsofts "virtual machine" darstellbar sein müssen.
Fazit: In USA wird das Geld verdient - häufig dadurch, dass Erfindungen Anderer mit Geld- und Marktmacht "übernommen", propietär abgewandelt und dann "exklusiv" ausgeschlachtet werden. Darin zumindest ist USA Weltmeister. Auch vor offenen Standards, die von "der Community" geschaffen wurden (MPEG-3, Java, Linux) macht diese Profit-Maschinerie nicht Halt - zum Schaden der User.
Austral-Dollar zum Yen (AUD/JPY, unten rot) ist das "klassische" Carrytrade-Währungspaar. "Needless to say" dass es auch dort rasant abwärts geht.
Aber sicher werden wir heute in jedem charttechnischen Kommentar lesen: "Solange wir im Aufwärtstrend laufen sind steigende Kurse wesentlich wahrscheinlicher als fallende."
"Herr, allein mein Glaube ist eine Feste."
Amen.
von Michael Gassmann und David Wighton (New York)
Die drei größten US-Banken haben sich auf die Gründung eines gemeinsamen Rettungsfonds zur Stabilisierung der weltweiten Kapitalmärkte geeinigt. An dem Fonds soll sich auch ein deutscher Konzern beteiligen.
Citigroup, Bank of America und JP Morgan Chase beschlossen die Gründung des Auffangvehikels, das mit 75 Mrd. $ ausgestattet werden soll. Bereits in den kommenden zehn Tagen will die Gruppe der Gründungsbanken damit beginnen, weitere Banken zu einem Beitritt zu bewegen. Das erfuhr die Financial Times. Bis zu 60 der größten Geldhäuser in den USA und Europa sollen sich beteiligen, um die Last für die einzelnen Institute zu verringern.
Der Fonds soll seine Tätigkeit noch im Dezember aufnehmen. Insbesondere europäische Banken hatten sich in den vergangenen Wochen aber eher ablehnend zu der Frage einer Teilnahme geäußert. Der Münchner Allianz-Konzern erwägt allerdings einen Einstieg in den Fonds, sagte Finanzchef Helmut Perlet.
Der Fonds soll marode Finanzinstrumente von strukturierten Investmentvehikeln aufkaufen. Das sind Unternehmen, die Banken ausgegliedert haben, um bestimmte Geschäfte außerhalb der eigenen Bilanz durchführen zu können. Die beteiligten Geldinstitute wollen verhindern, dass die Preise riskanter Anlagen weiter verfallen, weil in Schieflage geratene Vehikel gezwungen sind, ihre Investments auf den Markt zu werfen. Für die Banken wäre ein Preisverfall unter anderem deshalb gefährlich, weil dann auch jene Papiere weniger wert wären, die sie selbst in den Büchern halten.
Die Probleme am US-Häusermarkt und die steigende Zahl der Fälle von Zahlungsunfähigkeit der Hypothekenschuldner haben viele auf Hypotheken basierende Papiere weitgehend unverkäuflich gemacht und viele Vehikel an den Rand der Zahlungsunfähigkeit gebracht. Die Befürchtung der Banken ist, dass eine Abwärtsspirale durch eine wachsende Zahl von Notverkäufen in Gang gebracht werden könnte. Auch der Markt für andere Formen von strukturierten Papieren, etwa auf der Basis von Kreditkartendarlehen oder Autokrediten, ist weitgehend zum Erliegen gekommen.
Der Rettungsfonds hat die Rückendeckung des amerikanischen Finanzministeriums. US-Finanzminister Henry Paulson zeigte sich zufrieden mit den Fortschritten. "Ich habe nie erwartet, dass der Fonds vor Jahresende voll arbeitsfähig ist", sagte er am Freitag. Die Vorarbeiten seien sehr komplex. Paulson hatte bereits zuvor vor überzogenen Erwartungen in den Fonds gewarnt und ihm eine ergänzende Funktion zugesprochen: "Er wird andere marktgetriebene Lösungen ergänzen", sagte der Finanzminister. Der Rettungsfonds könne dazu beitragen, weitere Turbulenzen an den Kreditmärkten zu dämpfen. Auch Analysten erwarten nicht, dass es allein wegen der Gründung des Fonds zu einer wesentlichen Erholung der Preise für strukturierte Papiere kommt.
Die Banken einigten sich nach etwa zwei Monate langen Verhandlungen. "Wir haben alle großen Hindernisse aus dem Weg geräumt", sagte ein an den Verhandlungen Beteiligter der "New York Times". So benötigen Investmentvehikel, die an den Fonds verkaufen wollen, nicht mehr die Genehmigung von 75 Prozent der hinter ihnen stehenden Investoren, berichtete die Zeitung. Zudem sollen aufwendige detaillierte Risikoprüfungen entfallen.
Mit den Vereinfachungen ist ein Durchbruch gelungen. Die bisher diskutierten Fondsstrukturen galten als zu komplex, um funktionieren zu können. Für den Start fehlen allerdings noch einige formale Voraussetzungen, etwa die hausinternen Genehmigungen durch das Spitzenmanagement der Banken und Stellungnahmen von Kreditrating-Agenturen.
Initiator des Superfonds ist die Citibank, die Investmentvehikel von 80 Mrd. $ Volumen verwaltet. Auf sie entfällt damit laut der Nachrichtenagentur Bloomberg allein ein Drittel des Weltmarktvolumens. Vergangene Woche kaufte die Citibank allein 7,6 Mrd. $ an Schuldverschreibungen zurück.
von harrynrw74 aus dem vedron thread.
quelle Ntv text
9. November 2007 16:47
Inside Wall Street
Kreditkarten als Zeitbombe
Die Börsenkolumne aus New York von Lars Halter
In den Geldbeuteln der amerikanischen Verbraucher tickt eine Zeitbombe. Sie ist nur ein paar Zentimeter groß, wiegt so gut wie nichts und hat doch das Potenzial, die US-Konjunktur in die nächste Krise zu stürzen: die Kreditkarte. Denn die Amerikaner konsumieren im Rekordtempo – und auf Pump. Das wird nicht ewig gut gehen.
Laut aktuellen Schätzungen sitzen die amerikanischen Verbraucher zur Zeit auf 915 Mrd. US- Dollar Kreditkarten-Schulden. Auf jedem Haushalt lastet damit eine Schuld von etwa 12.000 US-Dollar, von denen in den meisten Fällen nur der Zins abbezahlt wird – wenn überhaupt.
Wie dramatisch diese Verschuldung ist, zeigt ein einfacher Vergleich mit dem Subprime-Desaster der letzten Monate. Da ging es um etwa 900 Mrd. US-Dollar in Risiko-Hypotheken, von denen letztlich ein Großteil abgeschrieben werden musste. Die Kreditkarten-Verschuldung ist ebenso hoch – und birgt doch einen riskanten Unterschied zur Immobilien- und Subprime-Situation: Während dort die Kredite zumindest durch ein Haus oder ein Appartement gesichert sind, gibt es für die Kreditkartenschulden nicht allzu viel vorzuweisen. Autos, Möbel und Flachbildschirme verlieren schnell an Wert, klassische Konsumartikel oder Urlaubsreisen haben ihren Wert ganz verloren.
diesistkeineaufforderungzuirgendetwas
Wenn die Schuldner ihre Raten eines Tages gar nicht mehr Zahlen können, werden die Gläubiger also wenig pfänden können. Das wissen die Banken, die daher angefangen haben, ihre Rückstellungen für Kreditausfälle massiv aufzustocken: Citigroup, die weltgrößte Bank, hat ihr schwaches Quartal gerade zumindest teilweise mit Schwierigkeiten bei Verbraucherkrediten begründet und 2,24 Mrd. US-Dollar zurückgestellt.
American Express hat seine Rückstellungen um 44 Prozent angehoben und erklärt, man sehe Anzeichen von ersten Schwierigkeiten bei Kunden, die sich übernommen hätten. Die Konkurrenten Capital One, Washington Mutual und Bank of America haben ebenfalls erklärt, man rechne mit mindestens 20 Prozent mehr Kreditausfällen in der nächsten Zeit.
Bei der Citigroup glaubt man besonders dramatische Zeichen zu sehen: Kunden hätten nicht nur die durchschnittliche Belastung ihrer Karten erhöht, berichtet Finanzchef Gary Crittenden, sondern würden auch zunehmend Bargeld von ihren Kreditkonten abheben, um alltägliche Ausgaben zu tilgen. Das sei ein sicheres Zeichen für Probleme in nicht allzu ferner Zukunft.
In extremen Fällen haben Banken gar eine ungewöhnliche Umkehrung der Kreditläufe beobachtet. Bisher war es die Regel, dass Kunden ihre Häuser beliehen haben, um die Kreditkartenschulden zu begleichen. Neuerdings sehe man, dass Kunden mit der Kreditkarte Hypothekenzahlungen leisten. Das ist indes der sicherste Weg ins Unglück, denn auf diese Weise werden relativ niedrig verzinste Schulden durch ungeheuer hoch verzinste Schulden ersetzt.
Wie hoch die Zinsen sind, spielt wohlgemerkt keine Rolle, wenn der Kunde erst einmal bankrott ist. Das kommt immer öfter vor: Die Zahl der zahlungsunfähigen Schuldner ist im vergangenen Quartal laut Angaben von Capital One, Washington Mutual, Citigroup, J.P. Morgan Chase und Bank of America um durchschnittlich 13 Prozent gestiegen.
Entsprechend stellen sich die Banken mit höheren Rückstellungen zunehmend auf das worst-case-scenario ein. Welche Kreise eine Kreditkarten-Krise ziehen wird, ist indes noch nicht abzuschätzen. Ähnlich wie Hypotheken werden auch Kreditkarten-Schulden von den Finanzhäusern gebündelt, aufgeteilt, umverpackt und weiterverkauft – binnen kürzester Zeit nach einer Implosion dürfte es zu Milliarden-Verlusten bei allen Unternehmen kommen, die irgendwie mit Finanzierung und Investment zu tun haben.
diesistkeineaufforderungzuirgendetwas
Rekordgewinn
Aareal bekräftigt Jahresziele
Der Immobilienfinanzierer Aareal Bank hat in den ersten neun Monaten einen Rekordgewinn eingefahren. Dank Sondereffekten ebenso wie operativen Zuwächsen kletterte das Ergebnis nach Steuern auf 272 (Vorjahr 73) Mio. Euro. Damit lag Überschuss aber unter den Schätzungen Analysten, die im Konsens 279 Mio. Euro erwartet hatten.
Im Ergebnis spiegelt sich ein Einmalertrag von 153 Mio. Euro aus dem Verkauf des Mehrheitsanteils an Immobilien Scout wider sowie das Bewertungsergebnis der Beteiligung an der Deutsche Interhotel von 65 Mio. Euro. Demgegenüber fiel zugleich eine einmalige Belastung von 13 Mio. Euro aus der Neubewertung latenter Steuern nach der Unternehmenssteuerreform an. Subprime-Abschreibungen spielten für die Bank keine Rollte. "Für uns zahlt sich aus, dass wir weder direkt noch indirekt im US-Subprime-Markt investiert sind", erklärte Aareal-Chef Wolf Schumacher.
Zugleich bekräftigte das MDax-Unternehmen seine Prognose für das laufende Jahr. Demnach will die Aareal Bank eine Eigenkapitalrendite nach Steuern von deutlich über 20 Prozent erzielen und Neugeschäft von rund zehn Mrd. Euro zeichnen.
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auf unserem Planeten gibt es nur Propheten
es könnte doch sein, dass all die banken mitspielen, die es am nötigsten haben. hmm.
andererseits ist das ja ein bessere chance als selbst rumpelstilzchen mit sein goldspinnenden mädel hatte; oder aber der golddukaten scheißende esel verblasst gegenüber diesem fond der es schafft schulden nahezu verschwinden zu lassen.
wiederum ist es fürs image besser nicht zu den fond-fuzzis zu gehören.
Auf jeden fall lohnt es sicher weiter ein auge auf den kreis der erlauchten beteiligten an diesem fond zu werfen.
Da bleibt nur festzustellen, bei Dir quillt eine Sauce aus dem Mund, die bei anderen Menschen nur den Körper bei einer Diarrhö verlässt. Du bist absolut unfähig an einer Diskussion teilzunehmen ohne gleich ausfallend zu werden. Deshalb von mit den Schwäbischen Gruß.
Ein Grund, weshalb diese Märkten nicht mehr funktionieren und des danieder liegenden Geldmarktes zwischen Banken ist die fehlende Transparenz. Die fehlende Transparenz hat jegliches Vertrauen zerstört. Alle im Finanzbereich werden in der Lage sein die Gründe für diesen Superfonds zu erkennen. Das wird noch weiteres Vertrauen zerstören und die Märkte noch stärker verklemmen.
Jeder der meint, die Kreditkrise wäre auch nur ansatzweise gemeistert, muss sein Leben offensichtlich auf Wolke 7 verbringen. Ich glaube es ist deshalb auch noch etwas zu früh in nicht beteiligte Bankenwerte einzusteigen. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass sie noch billiger werden.
Kreditkrise
75 Milliarden Dollar sollen die Banken retten
Die drei größten amerikanischen Kreditinstitute sollen sich auf die Einrichtung eines Krisenfonds geeinigt haben.
Von Nikolaus Piper
.......
Zum Schluss kommt er zum gleichen Ergebnis wie wir hier:
Offen ist auch, ob der Fonds so funktionieren kann, wie von den Initiatoren beabsichtigt. Auch nach einem Verkauf an den Fonds würden die notleidenden Papiere im Verantwortungsbereich der Banken bleiben, das Risiko würde lediglich gemeinschaftlich getragen. Auf diese Weise könnten die Institute bestenfalls Zeit gewinnen. Wenn der Markt sich nicht bald wieder belebt, müssten die Verluste später Zeitpunkt realisiert werden.
http://www.sueddeutsche.de/finanzen/artikel/662/142350/
Amis am Fr tiefrot, Nikki -2,5%, Hansi -3,5 (etwa -12% die letzten 4 Tage) und unser DAX steht wie eine dt Eiche und soger Volumen dahinter (1,7Mrd bis jetzt).
Was ist da los?
Die Krise des Dollars alarmiert die Weltpolitik. Seit Einführung des Euro hat er 24 Prozent ihres Wertes verloren, jetzt könnte auch noch China aus der Währung fliehen - die USA müssen sich dringend Sorgen machen.
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Was haben das brasilianische Starmodel Gisele Bündchen und die Volksrepublik China gemeinsam? Die Antwort lautet seit vergangener Woche: Beide misstrauen dem Dollar.
Das derzeit erfolgreichste Model der Welt ließ über ihre Zwillingsschwester und Managerin Patricia Bündchen mitteilen, Verträge in Euro seien ihr deutlich lieber als solche in Dollar. Die chinesische Zentralbank erklärte fast zeitgleich, dass der Dollar seinen Status als Weltwährung verlieren werde.
Nun könnte man die Währungsvorlieben der Schönheit getrost überhören. China aber ist das Biest, das den Amerikanern im Nacken sitzt.
Das für Amerika wichtigste Land der Erde heißt nicht England, Deutschland, Saudi-Arabien, Russland oder Irak. Das wichtigste, weil am wenigsten verzichtbare Land für die USA heißt China. Ohne dessen Bereitschaft, nahezu unbegrenzt US-Staatsanleihen zu kaufen, gäbe es kein amerikanisches Konsumwunder. Ohne Konsumwunder gäbe es kein Wirtschaftswachstum. Kurz gesagt: Ohne China stünde die Großmacht Amerika deutlich kleiner da.
Bisher verhält sich Peking wie der gütige Kaufmann, der seinen Kunden anschreiben lässt. Die Amerikaner bekommen Fernseher, Kinderspielzeug und Unterhosen geliefert, ohne dass die Chinesen im gleichen Umfang dafür US-Waren importieren. Die Lücke zwischen Einkaufen und Verkaufen liegt bei rund fünf Milliarden Dollar - pro Woche.
Die Chinesen geben sich mit US-Staatsanleihen zufrieden, auch um ihren wichtigsten Kunden flüssig zu halten. Mittlerweile verfügt die Staatsbank in Peking über einen Devisenschatz von 1,4 Billionen Dollar.
Geradezu mit Eselsgeduld sahen die Chinesen zu, wie ihr bester Kunde seine Lieferfähigkeit verlor.
Ein Rückzug der Chinesen aus dem Dollar würde für die USA ein Pearl Harbor ohne Krieg bedeuten. Die größte Volkswirtschaft der Welt würde von der am schnellsten wachsenden großen Volkswirtschaft der Welt herausgefordert. Der Lebensstandard von Millionen würde in Mitleidenschaft gezogen. Das derzeit ohnehin wackelige Selbstbewusstsein der Amerikaner würde erneut Schaden nehmen. Auf ihrem ureigensten Feld, dem der Ökonomie, müssten die USA einen empfindlichen Schlag einstecken.
Und die USA könnten den Chinesen kaum einen Vorwurf machen. Denn sie sind keine Kamikaze-Politiker. Der Angriff auf den Dollar wird nicht heimtückisch vorbereitet. Im Gegenteil, die Vorbereitung findet in aller Öffentlichkeit statt. Was die Chinesen den Amerikanern in der vergangenen Woche auf ihre höfliche Art mitgeteilt haben, heißt auf Texanisch übersetzt: Wenn nichts passiert, kommt der große Rumms.
Schon seit längerem ist die Entwicklung der US-Volkswirtschaft an Dramatik kaum zu überbieten. Mit dem Aufstieg der asiatischen Volkswirtschaften - erst Japan, dann China, zuletzt Indien - setzte eine historische Trendumkehr ein. Die einst stolze Exportnation USA wurde zum Importweltmeister. Das Handelsbilanzdefizit betrug 1992 erst 84 Milliarden Dollar, in 2007 wird es oberhalb von 700 Dollar abschließen.
Der größte Kreditgeber der Welt ist innerhalb einer Generation zum größten Schuldner der Welt abgestiegen, ohne dass die USA ernsthaft versucht haben, diesen Umstand zu ändern. Der Dollar ist unsere Währung, aber euer Problem, heißt es in Washington lapidar.
Die US-Regierung reagierte auch in der vergangenen Woche, wie sie stets auf derartige Ermahnungen reagiert: kaltschnäuzig und dickfellig. Der Dollar sei nicht ohne Grund zur Weltreservewährung aufgestiegen, sagte Finanzminister Hank Paulson mit leicht beleidigtem Unterton.
Dabei müssten er und George W. Bushs Regierung handeln, anstatt zu schmollen. Die Lieferfähigkeit der USA müsste erhöht, ihre industrielle Basis erneuert werden. Der Konsum von Staat und Privaten, der in Wahrheit ein Zukunftsverzehr ist, müsste gedrosselt werden. Das Wachstum wäre dann geringer, aber nachhaltiger.
Die Bemerkung des Pekinger Zentralbankers in der vergangenen Woche ist als Warnung zu verstehen, nicht als Drohung. China hat angesichts der anhaltenden Dollarschwäche gar keine andere Wahl als zu reagieren.
Ein Angriff auf die US-Volkswirtschaft ist deshalb das bestprognostizierbare Ereignis der kommenden Jahre. Der Angreifer kann für sich sogar den Verteidigungsfall reklamieren.
Was ist der Unterschied zwischen der US-Regierung des Jahres 1941 und der heutigen? Womöglich keiner. Der japanische Angriff auf die Pazifikflotte in Pearl Harbor galt als undenkbar - obwohl die Geheimdienste Anhaltspunkte gemeldet hatten. Damals war man sich in Washington sicher: Die Japaner würden es nicht wagen und nicht schaffen, einen Angriff über 8000 Kilometer Distanz zu organisieren.
Die Mannschaften schliefen, als die Kampfbomber kamen.
Wenn man in die Einzelheiten geht, dann ist es noch viel schlimmer, die EU-Politik hat dies bisher nur nicht erkannt und/oder verstanden. ;-)
Das ist aber keine Thema für diesen Thread.
Frisch aus dem Urlaub ist ein guter Zeitpunkt um sich mal wieder einen etwas gröberen Überblick zu verschaffen und auch die bisherige Sichtweise kritisch zu hinterfragen.
Daher mein Posting von Ende August mit Aktualisierung:
Der Hausmarkt:
1. Kreditausfälle und Zwangsversteigerungen werden weiter steigen (time lag zum ARM reset schedule bei 3-9 Monaten)
2. Kreditrestriktion im Mortgage-Bereich wird sich ausweiten
3. Angebot auf Hausmarkt steigt durch 1) Nachfrage sinkt durch 2) also werden die Hauspreise weiter sinken.
Das ganze ist eine Spirale, da durch sinkende Hauspreise immer mehr Kredite notleidend werden.
Gemäß dem ARM-Reset-Schedule dürfte man frühestens in Q1, eher Q2-3 mit einer Entspannung von dieser Seite rechnen. Bis dahin sollte allerdings die Abschwächung der Realwirtschaft (s. u.) zu einer weiteren Dynamisierung der Spirale beitragen.
Ein letzter Hoffnungsschimmer besteht, wenn man glaubt, daß viele der ARM-Schuldner, deren Kredite im letzten Quartal zur Anpassung anstehen, bereits jetzt ausgefallen sind und damit der Tsunami bereits jetzt über uns hereingebrochen ist und in den nächsten 6 Monaten nur noch kleinere Flutwellen an Land branden. Dieses Szenario ist aber aufgrund der Strukturen (2/28) eher unwahrscheinlich. Einen Bailout der zahlungsunfähigen Hauseigner im großen Stil wird es imho nicht geben;
In einigen HotSpots liegen die Preisrückgänge schon bei 20%, so daß auch solide finanzierte Prime-Kredite jetzt untersichert sind. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, aber ich hab ihr schon mal das Sterbebett hergerichtet.
Nochmals der Hinweis auf die Wichtigkeit der Zwangsversteigerungsdaten; fallen diese, fallen die Verluste bei den Subprime-Papieren, das Vertrauen in die Banken würde langsam zurückkehren und der CP-Markt könnte sich erholen.
Umgekehrt gilt, steigen sie weiter, wird sich die Krise weiter verschärfen.
Der Finanzmarkt (Mortgages) inkl. aller Investorengruppen (HFs, LBs, IBs, etc.):
Durch die Kreditausfälle wird es zu weiteren Verlusten kommen.
Traf und trifft weiterhin zu. Täglich tröpfelt die ein oder andere Milliardensumme rein.
Ich hatte mal, als Bernanke von 150Mrd sprach, mindestens das doppelte ausgelobt. Ich habe die Befürchtung, daß das immer noch zu niedrig ist.
Die Wahrscheinlichkeit, daß eine große Finanzinstitution über die Wupper geht, sehe ich jetzt bei ca. 30%. (Darunter fällt auch eine Übernahme eines in Not geratenen Instituts durch eine starke Hand). Vor ein paar Monaten sah ich hier eine Wahrscheinlichkeit von 20% (s. Post # 2750). Der Anstieg der Wahrscheinlichkeit ist nicht damit begründet, daß ich die Lage schlechter einschätze, sondern erkannt habe, wie wenig die großen Häuser wissen, was sie in den Portfolien haben. Eine große negative Überraschung ist für mich daher wahrscheinlicher geworden.
Probleme bei einem großen Haus, wird alle anderen in Mitleidenschaft ziehen.
Wahrscheinlichkeit jetzt >50%. Wer hätte vor 3 Monaten an die Citibank gedacht? Natürlich wankt sie noch nicht. Aber felsenfest sieht anders aus. Wie schlecht es den Banken gehen muß zeigt das Super-Siv oder was mir besser gefällt Super-Sieve;-)
Wenigstens dürfte man jetzt wissen, wo die faulen Eier liegen. Jetzt bleibt als einzige Unsicherheit der Markt für den MBS-Schrott, der sich ziemlich genau wie die Zwangsversteigerungen entwickeln wird.
Der Finanzmarkt (LBOs M&As)
Auch ein trübes Bild; Markt momentan fast tot. Liquidität Fehlanzeige.
Silberstreifen am Horizont könnten die Chinesen sein, die ihre Dollars,
bevor sie weiter an Wert verlieren in Beteiligungen an US-Unternehmen eintauschen.
Allerdings gibt's da den Haken (hat AL ja schon angesprochen), daß man erst die Treasuries, in denen die Dollars geparkt sind verkaufen müsste.
Andererseits hat man während der letzten Wochen gesehen, daß es bei starken Kursrückgängen am Aktienmarkt große Nachfrage am Rentenmarkt gibt.
Also ein paar Milliarden wären sicher ohne größeren Druck auf die Renditen machbar.
Es ist imho auch nicht nötig, daß China komplett umschichtet; allein eine größere Übernahme könnte den Markt wieder gierig werden lassen, nach dem Motto früher kauften die PE-Firmen; jetzt sind es halt die Staatsfonds.
Ein kleines Engagement von chinesischer Seite hat es ja in den USA gegeben. Momentan deutet aber die Währungsentwicklung und auch die offiziellen Aussagen von chinesischer Seite auf eine Bevorzugung des EUR-Raums.
Vielleicht wartet man ab, bis die Aktien-Kurse günstiger werden. Die Dollars hat man ja schon.
Der Finanzmarkt (Devisen)
Zumindest werden wir mit zunehmender Volatilität rechnen können, solange die Zinsdifferenzen auf dem momentanen Niveau bleiben. Carry-Trades werden momentan genauso schnell auf- wie abgebaut, je nach fundamentaler Marktlage. Sie sind quasi der Turbo sowohl in die Up- als auch in die Down Richtung. Da ich aber eher mit einer Verringerung der Zinsdifferenz rechne (Zinssenkungen der FED), ist die Down-Komponente eher zu berücksichtigen.
Ich rechne momentan mit mittelfristig (Sicht 1 Jahr) mit einem stärkeren Eur zum Dollar und Yen. Technische Gegenbewegungen wird es immer mal wieder geben.
Der Finanzmarkt (Zentralbanken)
Die Fed wird die Zinsen senken; die EZB und die BOJ werden die Zinsen nicht weiter anheben, bzw. zumindest eine Pause einlegen.
Ist so eingetreten und gilt weiter so. Spekulieren kann man, wann die BoJ die Zinsen senkt und wann dann die EZB nachzieht.
Arbeitsmarkt
Zu den Entlassungen am Hausmarkt und im Finanzsektor, werden imho noch etliche durch den M&A-Boom ausgelöste Entlassungen kommen. Die Preise, die hier für Unternehmen gezahlt wurden, können nur durch starken Arbeitsplatzabbau wieder reingeholt werden.
Die wöchentlichen Zahlen haben schon ziemlich stark angezogen. Die monatliche Statistik, kann man solange das BLS an dem Birth Death Model festhält, nicht mehr ernst nehmen.
Die Realwirtschaft (ex Housing)
Autos am Boden.
Konsum schwächelt zunehmend.
Transport leidet auch durch Housing.
Steigende Arbeitslosigkeit wird ihr übriges beisteuern.
Dazu kommen steigende Finanzierungskosten (Anstieg Credit-Spreads höher als Zinsrückgang) Das wird Bremsspuren in den Unternehmensbilanzen hinterlassen.
Die Q3-Zahlen waren in dem Wirtschaftsbereich gar nicht mal so schlecht. Nimmt man GM raus, so kommt man im S&P500 insgesamt auf Basis der bisher reporteten Zahlen bei den operating Earnings
sogar auf einen 10%-Anstieg (Im tatsächlich reporteten schlagen natürlich die one-time-items der Banken rein).
Die Ausblicke waren sehr mäßig. Dies sieht man auch an den Earning Estimates für Q4; alles bei S&P nachlesbar bevor Libuda meine Quellen wieder anzweifelt;-)
Alles in allem imho ein trübes Bild; Erholung frühestens Ende 2008; eher Mitte 2009.
An der Gesamteinschätzung hat sich noch nichts geändert, wenngleich Teile des Best-Case Szenarios unwahrschienlicher geworden sind:
Worst-Case:
- über 4 Mio Zwangsversteigerungen in 2007 und 2008
- 1 große IB geht über die Wupper oder wechselt den Eigentümer
- Saftige Rezession in den USA über mehr als 2 Quartale
- Weltwirtschaft wird mit runtergezogen
- Carry-Trade-Auflösungen verstärken den Ausverkauf
- Hedge-Fonds spielen die Bärenseite, so wie sie in der Hausse die Kurse nach oben getrieben haben.
- China tritt nicht als Käufer im US-Aktienmarkt auf.
Dow-Jones -40% bis -60% bis 2009
Best-Case
- "nur" 3-4 Mio Zwangsversteigerungen in 2007 und 2008
- Finanzinstitutionen kommen mit blauem Auge davon (zwar Verluste aber nicht existenzgefährdend).
- Schwacher Dollar und stabile Weltwirtschaft helfen der USA
- Daher nur kurze Rezession in Q1 und Q2 2008 in den USA
- Zinssenkungen halten sich im Rahmen, Carry-Trades bleiben zum Teil profitabel.
- Wir sehen eine Übernahme eines S&P-100-Unternehmens oder mehrerer kleinerer durch die Chinesen.
Dow-Jones +/- 10%