KGV 3,6 - Lang&Schwarz ab heute handelbar
Seite 274 von 392 Neuester Beitrag: 04.01.25 11:01 | ||||
Eröffnet am: | 28.09.06 09:57 | von: PrivateEquity | Anzahl Beiträge: | 10.778 |
Neuester Beitrag: | 04.01.25 11:01 | von: VerlustExpe. | Leser gesamt: | 3.475.008 |
Forum: | Börse | Leser heute: | 1.452 | |
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... wenn die eigenkapitalquote eines unternehmens unter 20% liegt
das gilt auch für L&S, die ja keine bank ist; selbst bei Deutsche Bank liegt der eigenkapitalpuffer (harte Kernkapitalquote mW bei rd. 13%
dabei ist es nach mM unerheblich, w i e die dünne kapitaldecke bzw. "bilanzverlängerung" zustande kommt
...ich machs trotzdem mal.
du hast uns ja mehrfach mitgeteilt, dass du ach so viele l&s Aktien besitzt. ich respektiere auch deine Skepsis. wir sind anderer Meinung was die Perspektive von l&s angeht. nun gut, das ist okay.
wenn du aber so große Bedenken hast, solltest du vielleicht einen Teil deiner Aktien abstoßen.
disclaimer: ausdrückliche Handlungsempfehlung!
Das liegt darin begründet, dass viele Anleger (wie Raymond) bei niedrigen oder gar negativen EK-Quoten vorsichtig sind, aber da es keineswegs egal ist wie diese EK-Quoten zustande kamen, und da es viel wichtiger ist wie profitabel ein Unternehmen ist, war es immer so, dass diese Aktien besonders niedrig bewertet waren, aber durch die auflaufenden Cashflows meist 2-3 Jahre später schon wieder gute EK-Quoten hatten, was bei gleichbleibenden Cashflows zu überdimensional starken Kursanstiegen führte.
EK- Quote sollte man nicht generell außer acht lassen, aber ist wohl an der Börse die überbewerteste Kennzahl überhaupt. Sie spielt bei Unternehmen eine Rolle, die wirklich hoch verschuldet sind und deren Geschäftsmodell sich im Abschwung befindet. Da geben dann Banken/Investoren im Zweifel keine Kredite mehr. Aber bei Unternehmen mit hohen Cashflows und guter Marktstellung (erst recht wenn sie sogar wachsen), spielt die EK-Quote eigentlich gar keine wirkliche Rolle. Da müsste man schon unterstellen, dass die Gewinne und Cashflows von Lang&Schwarz ab 2022 nahezu auf Null sinken bzw. man Verluste macht. Dann würde ich die Argumentation zur EK-Quote verstehen, aber nicht bei einem hochprofitablen Unternehmen.
... wie die "Wikifolios" die eigenkapitalquote verändern (vermindern), bitte an einem beispiel und durch buchungssätze, damit es kein geschwafel wird
ich sag dir dann, warum es keinen unterschied macht, ob die eigenkapitalquote durch "Wikifolios" oder auf andere weise vermindert wurde
BeiZum zweiten macht es schon einen Unterschied, ob sich die EK-Quote kurzfristig verringert, weil das Geschäftsvolumen und die Bilanzsumme in kurzer Zeit stark ansteigt oder ob die EK-Quote sich durch Verluste verringert. Im ersten Fall wird sich die EK-Quote nämlich Stück für Stück wieder normalisieren, weil das Wachstums sich abschwächt und über mehrere Jahre Teile der Gewinne einbehalten werden. Im zweiten Fall droht irgendwann der Bankrott. Wäre also echt gespannt, wie man argumentieren kann, dass es keine Rolle spielt, wie sich die EK-Quote verringert. Andererseits hab ich keine Lust mehr auf eine weitergehende Diskussion. Führt ja zu nichts.
Mal ein ganz vereinfachtes, plakatives Beispiel, damit es auch der Dümmste versteht.
Drillisch hatte mal mit Sonderabschreibungen auf seine Freenet-Beteiligung zu kämpfen. Dadurch sank die EK-Quote faktisch auf Null. Die Anleger hat das so erschreckt, dass die Marktkapitalisierung zwischenzeitlich azf unter 50 Mio € fiel, obwohl der FreeCashflow damals bei fast 40 Mio € lag und man keine wesentlichen Finanzschulden hatte.
Willst du mir erzählen, man solle solche Chancen nicht wahrnehmen, weil die EK-Quote auf Null fiel und sogar hätte ins Minus rutschen können, nur aufgrund von Sonderabschreibungen?
Nur mal so nebenbei, 8-9 Jahre später war Drillisch im Hoch knapp 12 Mrd € wert. Der Aktienkurs hat sich fast ver100facht.
trotzdem meine antwort:
a) meist schreibt L&S in den "Basisinformationen über die Emittentin":
"Risiken im Zusammenhang mit der Eigenkapitalausstattung der Emittentin (L&S)
Die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft verfügt über ein Grundkapital von 9.438.000,00 Euro. Damit ist die Eigenkapitalausstattung der Gesellschaft deutlich niedriger als die von anderen Emittenten. Insofern sind die derivativen Produkte der Gesellschaft mit einem höheren Erfüllungsrisiko behaftet als die Derivate anderer Emittenten, die über eine umfangreichere Eigenkapitalausstattung verfügen.
Im Extremfall, d.h. bei einer Insolvenz der Emittentin, kann eine Anlage in Derivate der Emittentin einen vollständigen Verlust des Anlagebetrages bedeuten. In diesem Zusammenhang ist von Bedeutung, dass die Emittentin keiner Entschädigungseinrichtung angehört."
b) was wäre denn, wenn zu einem bestimmten einlösungstermin z.B. mehr als 20% aller ausstehenden zertifikate eingelöst würden?
Was L&S sonst natürlich schreibt ist inhaltlich richtig, nur dass das EK mittlerweise eher bei 30 MEUR liegen dürfte.
Ich weiß auch nicht, was du zu den Wikifolios noch möchtesT? Es ist doch sonnenklar, wenn man zumindest rudimentäre Kenntnisse von Rechnungslegung hat. L&S verkauft Zertifikate und bekommt dafür Cash, dieses Cash verwenden sie um sich aktivseitig abzusichern, sprich die Wertpapiere in die Bilanz zu kaufen. Verdienen tun sie am Spread beim Zertifikatehandel bzw. wenn die Wikifoliotrader ihr Portfolio umschichten.
Beträgt die Bilanzsumme 100 und das EK bei 20, liegt die EK-Quote bei 20%. Steigt die Bilanzsumme durch kurzfristig rasche Geschäftsausweitung auf 400 und das EK beispielsweisenur auf 40, dann liegt die EK-Quote nur noch bei 10%, ist aber dennoch absolut um 20 gestiegen. Irgendwann flacht das Wachstum ab (das heißt die Bilanzsumme steigt nicht mehr so stark an) und die einbehaltenen Gewinne stärken das EK, was zu einer sich wieder erhöhenden EK-Quote führt. Weiß nicht, was man da nicht verstehen kann.
... ist ein gewisses bilanzrisiko unabhängig davon, ob die bilanzsumme durch die begebung von "Wikifolios" oder durch sonstiges fremdkapital ausgeweitet wird und unabhängig von der besicherung der wikifolio-zertifikate (die besicherung dient dem schutz der wikifolio-anleger)
Klar sind für sich genommen niedrigere EK-Quoten gefährlicher als hohe EK-Quoten, aber erstens muss man sich die Bilanz genauer anschauen (liegt es beispielsweise an echten Finanzschulden oder am working capital), und zweitens verändern hohe Cashflows natürlich über die Jahre auch die Bilanz. Wozu erstellt man denn DCF-Modelle und Ähnliches, wenn angeblich immer nur das letzte Jahr zählt? Dann dürfte man ja niemals in Unternehmen mit niedrigen EK-Quoten trotz im vergleich dazu und zur MarketCap hohen Cashflows investieren. Was natürlich Blödsinn wäre. In den letzten Jahren gab es etliche Beispiele von Unternehmen mit niedriger EK-Quote und teilweise weit höherere Nettofinanzverschuldung als bei L&S, deren Aktienkurse sich danach vervielfacht haben, weil die Cashflows über die Jahre selbst solche wirklich ernsthaft gefä#hrlichen Bilanzen entspannt haben. Und davon ist LUS weit entfernt. Die Bilanz sieht absolut gesund aus.
"Robinhood-CEO Vlad Tenev ist Bloomberg zufolge untergetaucht und hält sich wegen Morddrohungen von wütenden Kunden in einem Hotel an einem unbekannten Ort auf." / Quelle: Guidants News https://news.guidants.com
Bei L&S hat der Trailing-Stopp-Loss leider am 11.02.2021 für 129,50 € gegriffen und jetzt stehen wir wieder bei über 141 €.
Aber ich habe eben 685% Rendite bei dem Drittel gemacht, die ganze Position ist dadurch bezahlt und nach Steuern ist trotzdem noch ein Gewinn da. Die restlichen 2/3 de Position kann ich jetzt ganz entspannt die nächsten Jahre halten, da ich diese quasi geschenkt bekommen haben (das nimmt den mentalen Druck).
Und nach Steuern waren es laut meiner Software 422% Rendite und der IZF waren 115% (pro Jahr).
Ich nutze Portfolio Performance (Open Source).
Scrolle mal durch diesen Thread, da sind super Beispiele, was die Software alles kann:
https://forum.portfolio-performance.info/t/...-berichte/5367/42
Die Bilanzverlängerung durch die Wikifolios reduziert zwar die EK-Quote, die niedrigere EK-Quote kann man dann aber nicht als Bilanzrisiko oder Ähnliches interpretierten, weil die Wikifolios durch das Hedging nicht mit einem Risiko behaftet sind.
Selbst bei Wirecard hatte L&S das Risikohedging im Griff. Von daher gehe ich nicht wirklich davon aus, dass L&S ausgerechnet bei den Wikifolios auf die Schnauze fällt.
Ich werde mir die Software in jedem Fall mal anschauen !!
Am einfchsten und schnellsten durch Kapitalerhöhung. Also es werden neue Aktien ausgegeben. Der "Erst-Aktionär" wird so entrechtet und sein Anteil an der Firma verringert.
Der etwas längere Weg ist die Dividendenkürzung. Es werden die regelmäßig auszuschütenden Dividenden verringert, um das Kapital aus den Gewinnen in der Firma zu belassen. Das ist natürlich nur dann zielführend, wenn die Firma auch Gewinne produziert.
Diesen einfachsten Weg der Kapitalerhöhung ist LuS in den letzten Jahren nicht gegangen und die Dividendenpolitik war bis vor kurzem eine angestrebte 75% Ausschüttung.
Sollte die zukünftige Ausschüttung nur bei 50% (oder weniger) liegen, dann nur darum, weil die Umsätze sich mindestens verzehntfacht haben und LuS in solch einer Situation aus regulatorische Gründen mehr Eigenkapital benötigt.
Also mir ist eine Eigenkapitalerhöhung durch verantwortungsvolle Dividendenausschüttungen viel lieber als neue Großaktionäre.
Ich habe mich damals vor drei Jahren für LuS entschieden, weil tradegate viel zu wenig (damals etwa 2%) ausgeschüttet hat. Kein Wunder, dass die heute eine höhere Eigenkapitalquote haben. Die geben ihren Aktionären nur Almosen!
Ein Industrieunternehmen wie z.B. Daimler benötigt ja jede Menge Industrieanlagen zur Herstellung von den Seifenkisten mit dem Stern. Die sollten im Idealfall mit Eigenkapital abgedeckt sein. Wenn Daimler eine Eigenkapitalquote von 5% hätte würden die als überschuldet und praktisch bankrott gelten.
Ein Dienstleistungsunternehmen, insbesondere ein Finanzunternehmen braucht ja aber gar keine großartigen Anlagegüter. Die brauchen ein paar Büros (kann man auch mieten) mit ein paar Rechnern drin und dann halt die Software. Das war's dann schon so ziemlich.
Auf alle Fälle kommen die mit viel weniger Investitionsgütern aus und infolgedessen eben auch mit viel weniger EK. Das muss dann kein so ein starkes Negativkriterium sein wie bei einem Industrieunternehmen.
Aber es ist dann halt so, dass der Aktienkurs eben nicht durch irgendwelche Sachwerte gedeckt ist, sondern halt rein durch die zukünftigen Gewinnerwartungen.