Culture Club
Seite 310 von 2434 Neuester Beitrag: 29.10.24 18:28 | ||||
Eröffnet am: | 22.09.12 21:13 | von: Fillorkill | Anzahl Beiträge: | 61.831 |
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(russisch Андрей Арсеньевич Тарковский, wiss. Transliteration Andrej Arsen’evič Tarkovskij;
* 4. April 1932 in Sawraschje (russisch Завражье), Sowjetunion; † 29. Dezember 1986 in Paris, Frankreich) war ein sowjetischer Filmemacher.
Seine Filme Andrej Rubljow, --- Solaris ---, Der Spiegel und Stalker konnten nur gegen starken Widerstand der Behörden veröffentlicht werden. Die meisten erhielten, auch gegen den Protest der offiziellen sowjetischen Vertreter, bei den Filmfestivals internationale Preise. Die Filmmusik vieler seiner Filme wurde von Eduard Artemjew komponiert und mit dem ersten sowjetischen Synthesizer vertont. Klassische, meist geistliche Werke insbesondere von Johann Sebastian Bach nehmen eine zentrale Stellung ein.
https://artislimited.wordpress.com/2013/08/20/...sky-1972-full-movie/
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(Ausschnitt)
...Näheres zur Szene:
"...Plötzlich verdunkelt sich der Himmel, Geschirr klappert, Gläser kippen um, der Boden bebt. Die Anwesenden sind starr vor Schreck und Entsetzen. Aus dem Fernseher sind Fetzen einer Ansprache hörbar: „Ordnung und Organisation!“ „Jeder soll bleiben, wo er gerade ist, denn es gibt keinen Ort in Europa, der sicherer ist als der, an dem wir uns gerade befinden.“ ... Die Szenerie erinnert an den Ausbruch eines nuklearen Weltkrieges.
Verzweifelt wandert Alexander umher. Dann betet er und legt ein Gelübde ab: Er will alles opfern, was ihm lieb ist, seine Familie mit seinem Sohn, sein Haus und auch will er kein Wort mehr sagen, wenn Gott macht, dass alles wieder wie am Morgen ist. Ein Bekannter fordert Alexander auf, zu Marias Haus zu gehen. Er müsse mit ihr schlafen, damit die Welt gerettet wird. Alexander macht sich auf den Weg. Er und Maria vollziehen schweigend ihre Pflicht.
Als Alexander am nächsten Morgen zu Hause aufwacht, scheint alles zu sein, wie es war. Es bleibt unklar, ob Alexander alle Ereignisse nur geträumt hat. Nach dem Frühstück brechen seine Frau und die Gäste zu einem Spaziergang auf. Alexander bleibt daheim, erfüllt sein Gelübde und zündet sein Haus an. Sanitäter bringen ihn später im Beisein seiner Familie fort....."
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Was wir derzeit erleben ist ein globaler reaktionärer Backlash auf eine fortgeschrittene Globalisierung, der sich von ihrem Krisenmomentum, ihren Widersprüchen und Fehlern ernährt. Dieser Backlash tritt 'draussen in den Kolonien' als militanter Islamismus auf, hinter dem sich Staatsverwilderung und plündernde Banden verbergen - und der sein ideologisches Pedant in den neuen völkischen Bewegungen Europas findet. Eine ausführliche Analyse dazu siehe unten.
Die 'Ökonomen', die die Verteilungsfrage jetzt gern völkisch lösen wollen, seh ich nicht ganz so dramatisch. Sicher ein rauschhaftes kollektives Auskotzen in den virtuellen Raum, nachdem sich offenbar über Jahre einiges im Untergrund aufgestaut hatte. Woran es aber mangeln wird ist die Bereitschaft zur praktischen Konsequenz - Typen wie Zaphod sind Maulhelden, keine Strassenkämpfer. Deshalb ist von ihnen im öffentlichen Raum hier im Westen auch quasi nichts zu sehen. Selbst in der Sonntagsfrage tauchen sie bislang nicht auf.
Die arabischen Banden gleich den rechtsextremen Banden
...Der Krisenprozess bringt auch in Deutschland ähnliche Phänomene hervor, die aufgrund der niedrigeren Krisenintensität - noch - nicht dermaßen extrem zutage treten. Die arabischen Banden, die in Köln und Hamburg auf Frauen Jagd machten, sie gleichen den deutschen Banden, die - weitestgehend straffrei - bisher Hunderte von Brandanschlägen und Übergriffen auf Flüchtlinge und Flüchtlingsunterkünfte verüben konnten. Dies ist eigentlich die Antwort der an der Schwelle zur gesamtgesellschaftlichen Hegemonie stehenden extremistischen Rechten in Europa: Aus Angst vor den krisenbedingt zunehmenden gesellschaftlichen Zerfall in der Peripherie, der eine ideologische Personfizierung in den "arabischen jungen Männern" erfährt, wird mit der Forcierung des gesellschaftlichen Zerfalls, mit der Barbarisierung in den Zentren reagiert, indem ebenfalls rechtsextreme Banden gebildet werden. Die extreme Rechte forciert das Abdriften Europas in einen neuartigen "molekularen" Weltbürgerkrieg.
Deswegen zerfällt nun auch eine dritte, große Illusion, der rechtsextremistische Wahn, Deutschland könne sich von dem Folgen des globalen Krisenprozesses abkapseln, indem die Grenzen dichtgemacht würden. Die Rackets und Banden sind schon hier - es sind die Nachbarn, die abends zu Brandstiftern werden. Ganz abgesehen davon, dass nur eine dreiwöchige Schließung der deutschen Grenzen den "Exportüberschussweltmeister" in den sozioökonomischen Kollaps treiben würde. Es wirkt geradezu absurd, wenn nun die neue deutsche Rechte, die schon immer gegen "Emanzen" und Feminismus wetterte, die sexistischen Übergriffe arabischer Banden ausnutzen will, um die Mobilisierung deutsche rechtsextremer Banden zu forcieren.
Letztendlich gilt es, beiden Formen der krisenbedingten Barbarisierung - den arabischen Banden wie der deutschen Nazibande - entschieden entgegen zu treten und ihren gemeinsamen Nenner zu betonen....
komplett http://www.heise.de/tp/artikel/47/47035/1.html
Meine Antwort ist in beiden Fällen nein. Denn es widerspricht der Lebenserfahrung, dass jenseits von Affekten sich Mentalität unter Stress radikal verändert. Es kann vielmehr nur das unter Stress freigelegt werden, was bereits angelegt, bereits vorhanden war. Sprich unter Stress und bei hinreichend kollektiver Einbettung wird aus larviertem Rassismus ein offener, nicht jedoch aus Antirassismus Rassismus.
Bezogen auf die Gesellschaft artikuliert sich nun das offen und öffentlich, was zuvor verborgen gehalten wurde. Temporär, denn das Bedürfnis zur materiellen Selbsterhaltung wird den Rückwärtsgang einlegen, sobald sich abzeichnet, dass aus der grossen Revolution nichts werden wird. Dann werden auch Malko und Daiphong wieder moderat und reflektiert posten. Und das zwischenzeitlich von ihnen angezogene braune Sympathisantentum wird sich, enttäuscht, wieder eine andere Spielwiese suchen.