Der Antizykliker-Thread
http://www.godmode-trader.de/de/boerse-nachricht/...965,a1192011.html
Ich blick da zwar nicht durch, aber vielleicht hilft es dir ja.
Es wäre typisch ... wenn die Rallye weitergehen würde
Nun sollte jedermann klar sein, dass der Ursprung der momentanen Gegenbewegung nach oben keineswegs eine tiefgreifende Verbesserung der Gesamtlage oder gar eine Lösung der Finanzkrise war. Es waren schlicht Eindeckungen riesiger Shortpositionen, die systematisch aufgebaut und immer höher gestapelt wurden, ohne dass man sich (auch typisch) dabei zeitgerecht Gedanken gemacht hat, wie man sie wieder abbauen könnte, ohne nach einer relativ langen Abwärtsbewegung riesige Massen an Akteuren vorzufinden, die händeringend darum betteln, den Baissiers ihre Shortpositionen auf Crashniveau abzukaufen. Wie so oft kamen diese händeringenden Bettler nicht, man wurde nervös, deckte in dünne Umsätze ein und trat damit eine Rallye los. Da der Verfalltermin, nunmehr absolviert, vor der Tür stand, wurde diese Rallye einfach eine Nummer größer. Bis dahin ist alles normal ... und man könnte nun durchaus davon ausgehen, dass die Aktienmärkte nun wieder so langsam aber sicher nach unten abdrehen. Kann durchaus sein. Aber es wäre typisch, wenn sie es nicht täten.
Denn:
Wohin ich auch meine Ohren hänge, überall höre und lese ich, dass wir hier nur eine typische Bärenmarktrallye sehen, die dementsprechend nur kurz währt und nicht weit reicht. Die Kommentatoren zeigen entweder ein wissendes, arrogantes Lächeln oder eine dezent verhaltene Verärgerung, je nachdem, ob sie nicht investiert (erstere Gesichtszüge) oder immer noch massiv Short sind und gerade kräftig auf den Hut bekommen. Dann gibt es noch diejenigen, die ein wenig verunsichert einräumen, dass wir hier durchaus, so mal rein theoretisch, die Tiefs der Baisse gesehen haben könnte, man aber gut daran täte, hierzu erst eine Bestätigung abzuarten – entweder in Form eines erfolgreichen Retests der bisherigen Tiefs oder zumindest in Form eines größeren Rücksetzers. Nicht gereicht werden grinsende Gesichtszüge, die Leuten gehören, die diese Entwicklung vorhergesagt hatten und nun schon gut investiert sind. Weil es sie nicht gab. Auch ich kann und will mich zu denen nicht zählen, auch wenn das Depot des SYSTEM22 nun relativ stark bestückt ist und an steigenden Kursen verdient. Deswegen habe ich keineswegs gewusst, wann und wo die Rallye beginnen würde. Ich hatte nur viele Positionen gehalten und sukzessive zugekauft, weil kein Kurseinbruch ewig währt (was man aber nur glauben kann, wenn man die typisch menschlichen Emotionen ein wenig verdrängen kann).
Aber das ist der Punkt:
Das haben wenige getan. Umso mehr halten ihre Shortpositionen einfach weiter und hoffen darauf, dass die Kurse nun schnell nach unten drehen. Damit stellen sie aber andererseits das Käuferpotenzial dar, das die Kurse im Gegenteil durch Eindeckungen weiter nach oben bringt, falls die Kurse eben nicht wieder schnell abstürzen. Und die wissend lächelnden Fondamanager wissen sehr wohl, dass sie Probleme bekommen, falls ihre Einschätzung nun umgehend wieder fallender Kurse fehlgeht ... und sie dann in ihren Fonds einen zu hohen Barbestand haben, sodass nach der bisherigen Rallye nun auch weiter anziehende Kurse an ihnen vorbeilaufen.
Und kaum einer ist dabei ...
Ich habe den Eindruck gewonnen, dass an dieser bisherigen Rallye, obgleich sie z.B. im USIndex S&P 500 von den Tiefs bei 666 Punkten bis zum Hoch gestern sagenhafte 23,5% beträgt, kaum jemand dabei ist. Und das ist von der Sache her ja gut möglich, man muss sich nur mal das Ganze etwas plastischer vorstellen:
Die Aussage „niemand hat im Moment Aktien“, die man immer mal wieder hört, ist natürlich Blödsinn. Die Zahl der Aktien nimmt nicht ab, nur, weil sie im Kurs fallen. Irgendwer muss sie also haben. Aber dass von einer Rallye dennoch nur wenige profitieren, ist dennoch möglich. Wie oben erwähnt entsprang diese (wie fast jede) Rallye vor allem Eindeckungen von leer verkauften Aktien bzw. von Shortpositionen. Wer eindeckt, sichert so seine Baissegewinne oder begrenzt seine Baisse-Verluste, aber er profitiert ja nicht von den steigenden Kursen. Und da gerade solch eine relativ lange und intensive Abwärtsbewegung in der Endphase sehr stark von solchen Baisse-Operationen dominiert wird, haben echte Aktienkäufe und – Verkäufe in der Nähe der Tiefs sukzessive abgenommen. Klar, wer Aktien hat, profitiert in gewisser Weise von diesem Kursanstieg. Aber nur diejenigen, die Barbestände auch nahe der Tiefs zu Aktienkäufen genutzt hatten, fahren jetzt auch Gewinne ein. Die Mehrzahl der anderen reduziert nur Verluste, und das ist natürlich weit weniger befriedigend. Und diejenigen, die ihre Barbestände hoch –, aber nicht nahe der Tiefs wieder heruntergefahren haben, stehen nun da und hoffen, dass die Kurse drehen ... entweder so richtig, damit sie es nicht bereuen müssen, nicht gekauft zu haben oder doch zumindest so weit, dass die noch zu einigermaßen guten Kursen einsteigen können. Bleibt aber die Frage:
Die Ziegel in der Mauer der Angst
Wer wird denn nun dafür sorgen, dass es dazu kommt? Wer wird den Baissiers aus der Patsche und denen, die nicht ausreichend investiert sind, zu guten Einstiegskursen verhelfen, indem er jetzt verkauft? Klar, Gewinnmitnahmen kommen immer. Aber alleine heute Mittag hörte ich an drei Stellen: „Na, sehen Sie, die Kurse drehen ja schon wieder nach unten“. Das ist vielsagend, denn wenn der S&P-Future mal ein Prozent ins Minus geht, nachdem er am Tag zuvor sieben Prozent gestiegen ist, dann ist das nur normal und nicht mehr als Gewinnmitnahmen. Doch aus solchen Sprüchen hört man klar die verborgene Emotion heraus „hoffentlich geht es jetzt wieder runter“. Würden die Auguren in den Medien nun die Trendwende verkünden und Börsenzeitungen das Ende der Baisse vermelden, ich würde diesen Artikel nicht schreiben sondern beginnen, den Wechsel auf die Baisse-Seite vorzunehmen. Aber dass in dieser Hinsicht so völlige Funkstille ist, lässt den Gedanken zu, dass es – typischerweise – völlig anders kommen könnte, als es die Mehrheit glaubt und/oder hofft. Zumal:
Das Bild ist zumindest momentan nicht ganz so wie bei einer „normalen“ Bärenmarktrallye, denn zum einen steht das Quartalsende vor der Tür – und viele Fonds sitzen nach dem scharfen Einbruch von Mitte Januar bis Mitte März auf empfindlich hohen Barbeständen. Und zum anderen haben der Dow Jones mit der Zone 7.450/7.550 und der S&P 500 mit der Zone 800/804 gestern wichtige Widerstandslinien überboten und notierten zur Stunde auch während laufender Gewinnmitnahmen darüber.
Diese beiden Aspekte erzeugen ein Nervositätspotenzial bei der scheinbar sehr hohen Zahl derer, die Short oder nicht investiert sind. Und genau das ist die Angst, aus der die vielzitierte „Mauer der Angst“ besteht, an welcher Aktienkurse, oft wider die externen Rahmenbedingungen und eben genau wider Erwartung und Hoffnung der Mehrheit der Investoren, weiter emporklettern können. Und mit jedem Prozent, das die Indizes jetzt noch aufsatteln könnten, steigt die Zahl derer, die nicht wirklich handeln wollen ... aber wegen Unterinvestition oder Verlusten in Shortpositionen handeln müssen. Wenn dann noch der Versuch gelingt, das Thema Finanzmarktkrise ein wenig unter den Teppich des Vergessens zu kehren, könnte es wahrhaftig sein, dass diejenigen unter uns, die die Börse immer nur rein rational und in engem Gleichlauf mit der konjunkturellen Entwicklung betrachten, wieder mal verärgert mit dem Kopf schütteln und konstatieren: „Die spinnen, die Börsianer“. Daher meine ich, wäre für den der investiert ist, am besten: Stopps gestaffelt unter wichtige Chartmarken setzen und sich zu viele Gewinnmitnahmen rein aus dem Bauch heraus verkneifen. Wie gesagt: Es muss nicht so kommen, keineswegs. Aber ... es wäre typisch!
Mit den besten Grüßen
Ihr Ronald Gehrt
(www.system22.de)
Der komplette Artikel ist noch'n gutes Stück länger, Gehrt setzt sich u.a. mit dem "Geithner Plan" und dessen Wirkung auseinander.
Hier geht's entlang:
http://www.system22.de/Marktkommentar24.03.pdf
Man wird besoffen ohne Alkohol zu trinken.
A classic "wall of worry" is being reinforced by an overwhelming consensus that the recent advance was a bear market rally. Moreover, the negative chatter appears loosely constructed and fails to credibly argue against the salutary effect that $4 trillion of stimulus will have on the domestic economy.
Based on the 12 considerations comprising my watch list, I respectfully disagree with the prevailing negative consensus, most of whose members failed to properly analyze the cracks in the foundation of credit, in the economy and in equities two years ago. Indeed, it remains my view that the fear of further investment losses and possible investor redemptions are clouding many managers' objectivity in assessing the markets.
In the fullness of time, public policy aimed at stimulating the economy (in general) and in housing (in particular) should bear fruit, as will the ring-fencing of toxic bank assets serve to unclog the transmission of credit.
While it is unrealistic to expect a straight up move, I am growing increasingly confident in my variant and optimistic view that the early March low was not only a yearly low but, quite possibly, a generational low.
http://www.thestreet.com/story/10476521/1/...the-bears-are-wrong.html
Die bisherigen Versuche, das Finanzsystem mit Geldflutungen zu stützen, haben keine merkliche Wende zum Besseren gebracht, alle ökonomischen Parameter bleiben weiter auf Sinkflug. Die jüngste technische Erholung an der Börse als Anfang eines neuen Bullenmarktes zu interpretieren, wie Kass es tut - oder gar ein "generational low" auszurufen - halte ich für sehr gewagt. Der Mann sonnt sich zuweilen in Extrempositionen. So war es auch, als er Mitte 2006 das Ende des Bullenmarktes ausrief - knapp 1,5 Jahre zu früh. Im Herbst 2007, nahe dem ATH der großen Indizes, musste er kleinlaut einräumen: "I was dead wrong." Immerhin zählt er zu den Leuten, die sowas zugeben. Mit seinem Bottom-Call könnte er mMn wieder 1,5 Jahre zu früh liegen.
Man sollte auch die aufflammenden inneren Unruhen in USA nicht unterschätzen. Die immanente Unverschämtheit des Giga-Bailouts auf Kosten der Steuerzahler erregt bereits gewalttätigen Widerstand. AIG-Mitarbeitern wird nach zahlreichen Morddrohungen geraten, öffentlich keine Taschen, Anstecknadeln usw. mit AIG-Logo zu tragen.
http://www.ariva.de/...Baeren_Thread__t283343?pnr=5606534#jump5606534
Zum Wall of Worry der Börse, den Kass anspricht, könnte sich somit ein Wall of Warry der "Street" gesellen, der die Stimmung völlig verbiestert. Das könnte auch ausländische Käufer von US-Staatsanleihen verprellen, was obige Bailout-Erwartung weiter eintrübt.
Der Knackpunkt wird sein, ob die Welt die gigantischen Verschuldungsspielchen der Amis noch weiter mitspielen will. Im Grunde haben ja schon die US-Banken diesem Spiel indirekt abgesagt, da sie an kreditunwürdige Kunden (= die meisten Amis) keine Kredite mehr vergeben wollen - das eigene Überleben ist ihnen wichtiger - , egal wie voll die Fed sie mit Geld pumpt. Gegen die weitere Aufsteilung der Schuldenpyramide gibt es daher sozusagen bereits "konservativen inneren Widerstand".
Der SPX hat auch noch nicht die typischen Bär-Market-KGVs erreicht. Im Herbst könnte er unter 600 fallen.
Grund für Cramers Lobhudeleien ist auch, dass ihm immer mehr gute Leute weglaufen. Da sind inzwischen viele Laberköpfe zugange. Wegen der Krise muss Cramer nun zusätzlich 6 % der Belegschaft seines - börsennotierten - Dienstes "The Street.com" (TSCM) entlassen.
http://www.thedeal.com/dealscape/2009/03/...tcom_hits_detour_with.php
Die Krise von TSCM zeigt sich auch deutlich im Langzeit-Chart. Es ist mMn auch eine "Qualitätskrise":
Das ist US-Börse, das ist das Geschäftsmodell Kapitalmarkt und das was wir jetzt erleben, v.a. die Manipulationen der Vergangenheit, sind die logischen Folgen davon.
wenig Zeit für Ariva.
Ich habe mir in den letzten Wochen viele Postings durchgelesen. Wirkliche Kontinuität gibt es nur bei wenigen.
AntiLemming, Malko07,Stöffen,permanent,TurboLuke,metropolis,musicus. Die Auflistung ist nicht vollständig aber diese Herren oder Damen scheinen die Börse ein wenig begriffen zu haben.
Ein finanzielles Polster (ein mehrfaches der Jahreseinkommen) haben nur zwei aus dieser Auflistung. Soweit meine Beobachtung.
ab 9:30 Uhr angucken. Der Beitrag beginnt mit Ungarn und endet mit Italien. Sehr informativ.
Das ist einer der Gründe warum ich zurzeit nicht gerne europäische Aktien kaufe und mit ein Grund warum der Euro gegenüber den Dollar verliert.
Bequemer als per Video geht es ja kaum noch.
Gruß Marlboromann
höchst unterschiedlich, Splint. Es gibt sehr viele Facetten, und ich habe in den zehn Jahren, in denen ich dort mitlas, viel gelernt. Das Spektrum ist breit und reicht von Chartanalyse bis zu fundierten fundamentalen Betrachtungen. Viele der Autoren sind Finanzprofis und teils (wie Kass und B. Ritholtz) selber Hedgefonds-Manager. Auch Jim Cramer hatte von 1982 bis 2000 (als er Street.com mitgründete) einen Hedgefonds namen Cramer-Berkowitz, nachzulesen in seinem witzig geschriebenen Buch "Confessions of a Street Addict".
Die Urteile solcher Profis, mögen sie auch teils durch allzu große Nähe betriebsblind sein, über künftige Entwicklungen sind mmN weitaus erhellender als die letzten Ergüsse eines Praktikanten beim Handelsblatt, der eigentlich im Sportressort arbeitet, nun in der Wirtschaft aushilft und (völlig widersprüchliche) Wirtschaft-"News" aus dpa-, ap- und reuters-Meldungen zusammenbastelt. Viele Wirtschaftsjournalisten haben selber noch nie getradet, ihre "tiefe Kenntnis der Kreditmärkte" stammt hauptsächlich von ihrem seit Jarhen überzogenen Girokonto und ihrem Bausparvertrag bei Wüstenrot.
Nun, ich will nicht polemisieren. Fakt ist, dass ich der Lektüre von Street.com verdanke, beizeiten vor den Exzessen der Dot.com-Ära gewarnt worden zu sein.Dabei spielte mein ohnehin "kritisches Wesen", das gern ein Haar in der Börsensuppe sucht, sicherlich auch eine Rolle. In der sonstigen Wirtschaftspresse (außer vielleicht beim Economist) wäre ich sonst aber wohl nicht fündig geworden. Die Kosten für das Realmoney-Abo wurden jedenfalls reichlich dadurch entschädigt, dass ich - Obacht, Libuda (!) - dank der dortigen Infos mit Internet- und sonstigem Tech-Schrott-Aktien kaum Geld verloren habe. Auf Cramer durfte man dazu freilich nicht hören.
Die Infos im Pay-Dienst Realmoney.com sind besser als die im Gratis-Dienst Street.com (you get what you pay for), dort liest man auch eher mal was fundiert Kritisches. Allerdings hat das Niveau im letzten Jahren - auch durch Weggang guter Köpfe - so stark nachgelassen, dass ich das Abo jetzt auslaufen lasse.
Würde mir nie anmaßen zu beurteilen dass Stöffen oder metro kein Vielfaches ihres Jahreseinkommen als Polster haben.
Genial, oder nicht?
Der IWF gibt dem, wem er will, willkürlich so viel Geld er will ohne irgendwelche Bedingungen.
Wenn ihr jetzt noch begreift das die SZR eigentlich eine Währung darstellen, dann begreift ihr das der IWF damit über das Weltfinanzwesen regiert, wenn die Welt das akzeptiert und damit über alle Länder die sich beim IWF überschulden werden.
Gegen dieses Fass ohne Boden an Geldschöpfung kommt aber der beste Weltuntergangsprophet nicht gegen an. Der IWF diktiert damit die Kurse.
Dieses Geld wurde vorher freiwillig von den IWF-Mitgliedsländern (also aus dem Staatshaushalt, nicht von der Notenbank) dem IWF zur Verfügung gestellt. Ohne diese Kooperation der Mitgliedsländer ist der IWF machtlos. Zum Beispiel will die EU den IWF jetzt mit 75 Mrd. Euro stärken (Artikel).
Interessant zu wissen: Das Verhältnis von Dollar zu Euro bei den SZR ist 44% zu 34%. Das heißt dass der Dollar als Reservewährung unter den IWF-Mitgliedsländern keine so herausragende Rolle hat.